Nach dem doch recht brutalen "One Night Stand" konnte man die Befürchtung hegen, dass der nachfolgende "Great American Bash" in diesem Jahr womöglich nicht ganz mithalten könnte.
Eine Top-Besetzung und abwechslungsreiche Matches machten diesen PPV dann doch noch sehr interessant.
Gleich zu Beginn gab es ein Fatal Four Way Tag Match, in dem die amtierenden Champs John Morrisson und The Miz gegen Finlay & Hornswoggle, Jesse & Festus und Hawkins & Ryder antreten mussten. Die "leicht" undurchsichtigen Tag-Regeln habe ich in diesem Fall immer noch nicht ganz verstanden (ähnlich verwirrend wie bei TNA), doch an Action sollte es nicht mangeln. Gerade solch unterschiedliche Freaks wie Horny und Festus in einem Ring zu sehen versprach von vornherein beste Unterhaltung. Ein kurzer, aber guter Opener mit unverdienten Gewinnern.
Im anschließenden Match um den U.S. Championship Gürtel traf mit dem amtierenden Titelträger Matt Hardy ein Publikumsliebling par excellence auf den bis dato leider unterbewerteten, bzw. "klein gehaltenen" Supertechniker Shelton Benjamin. Die beiden Allrounder schenkten sich nichts und boten den Fans Spitzenwrestling. Bis zum Ende konnte man kaum sagen, wer als Champ nach Hause gehen würde. Nur soviel: der Sieger darf sich auch so schimpfen, da alles ohne Betrug oder ähnliches ausging.
Beim Kampf um den nach wie vor eher stiefmütterlich behandelten ECW Titel trifft Champion Mark Henry auf ECW Urgestein Tommy Dreamer. Entgegen sämtlichen Erwartungen kann der "Innovator Of Violence" dem Silberrücken zeitweise sogar zeigen, warum er nach wie vor zum extremen Kader gehört, doch ein völlig unerwarteter "Turn" eines Dritten macht Dreamers Pläne auf den Titel zunichte. Schade...
Die Michaels / Jericho Fehde geht in die nächste Runde und steht beim "Bash" schon unter keinem guten Stern, als bei keinem der beiden das Einzugsfeuerwerk klappt. Absicht?
Nachdem beide Kontrahenten jedoch im Ring stehen, gibt es dennoch eine Art Feuerwerk, zumindest für Shawn Michaels, der von Chris Jericho auf brutalste Art und Weise bearbeitet wird. Nach einigen sehr beeindruckenden Wrestlingmanövern schlägt das komplette Match nämlich eher in eine Art Schlacht aus, welche wiederum zu einem Schlachtfest mutiert. Gegen Ende ist Michaels der Ohnmacht nahe und dem Ringrichter bleibt keine andere Wahl, als dieses Blutbad abzubrechen. Erneut fantastisch arrangiert von den Offiziellen.
Beim ersten Divas Championship Titelmatch bei einer WWE Großveranstaltung treffen die Smackdown Ladies und Hauptanwärterinnen Michelle Mc Cool und Natalya Neidhart aufeinander. Letzterer wurden im Vorfeld die weitaus größeren Chancen ausgerechnet und das nicht nur weil sie mit Jim "The Anvil" Neidhart den berühmteren Papa hat. Mc Cool hingegen hat bis auf ihre permanente Schreierei und den Zuspruch der meisten Fans kaum etwas zu bieten. Umso überraschender das Ende.
Im anschließenden Promo-Segment verkündet Chris Jericho selbstsicher Michaels' Karriereende.
CM Punk wird, obwohl er bei den Fans sehr gut ankommt, als amtierender World Heavyweight Champion noch lange nicht von allen Seiten ernst genommen. Das überrascht kaum, hat er nach seinem Money In The Bank Gewinn bei Wrestlemania doch keine überzeugenden Leistungen mehr zeigen können. Umso überraschender kam sein plötzlicher Titelgewinn. Große Skepsis war also durchaus angebracht, als es hieß, Punk würde den Titel beim "Bash" gegen "The Animal" Dave Batista verteidigen. Wie das dann auch immer so ist, wenn zwei Publikumslieblinge gegeneinander antreten; einer ist dann halt temporär mal eben nicht der Liebling. In diesem Fall ist es der Straight Edge Superstar, dem die Sympathien nicht gerade um die Ohren fliegen. Und doch schlägt er sich erstaunlich gut und dominiert Batista sogar lange Zeit. Besonders interessant fand ich die Kombination der beiden verschiedenen Kampfstile. Punk mit seinem wendigen Stil, voller "Beinarbeit" und Batistas pure Kraft. Ärgerlicherweise mischte sich, wie schon die vielen male zuvor Kane ein und verfälschte somit natürlich das Ergebnis.
Eines meiner absoluten Highlights sollte der anschließende N.Y.C. Parking Lot Brawl sein, hatte John Cena hier doch endlich die Gelegenheit JBLs fieses Maul zu stopfen. Das Ganze hatte mit Wrestling nur noch am Rande zu tun, kamen doch "Waffen" wie Autos, Brechstangen, Gabelstapler oder auch Feuer (im Auto) zum Einsatz. Völlig übertreiben , aber sehr amüsant. Das unzufrieden stellende Ende hat mir dann doch ein wenig den Abend versaut.
Im Main Event standen sich Edge und Triple H gegenüber. Dominierte "The Game" diesen Kampf zunächst, so konnte Edge schließlich das Ruder herum reißen. Im Folgenden sah man ein recht ausgeglichenes Match. Beide Kontrahenten zeigten sehr gutes Wrestling, doch auch hier war das Eingreifen von außen wieder mehr als ärgerlich.
Sämtliche Befürchtungen, dieser PPV würde dank ONS untergehen, wurden nicht erfüllt. Der Cena / Layfield Brawl hätte sogar in der voran gegangenen Großveranstaltung einen Ehrenplatz erhalten und der Rest war einfach nur grandiose Unterhaltung. Ansehen!