"Schaut man jemandem gerne bei der Arbeit zu", ist das in der Regel wenig schmeichelhaft gemeint, spricht es doch eher für Spott oder Schadenfreude. Heißt dieser Jemand Chris Jericho und arbeitet für die WWE, so darf man das gleich ganz anders verstehen. Christopher Keith Irvine ist ein Entertainer par excellence! Punkt! Sowohl im Ring als auch außerhalb gibt der 40-jährige seit 20 Jahren (!) stets sein Bestes, sei es als Autor, Radiomoderator, Showmaster, Schauspieler oder Sänger der Metal Band Fozzy. Dass er nichts davon nur auf Sparflamme macht, davon kann man sich nun auf "Breaking The Code - Behind The Walls Of Chris Jericho" überzeugen. Herzstück dieses 3-DVD Sets ist, wie bei den meisten Superstar-Boxen, die über 100-minütige Doku. In dieser wird auf die vielen Betätigungsfelder des Workaholic eingegangen, natürlich in erster Linie auf seinen Werdegang als Wrestler. Was viele, inklusive mir wahrscheinlich gar nicht wussten: Irvine hat sich seinen guten Ruf bereits vor ECW, WCW und schlussendlich WWE erarbeitet. In Kanada, Mexiko, Japan und sogar Deutschland schlug er sich hervorragend. Seinen Namen "Lionheart" beispielsweise erhielt er in Mexiko, wo er sich auch den dortigen Lucha Libre Stil teils zu eigen machte. Überhaupt ist Jericho ein Ausnahmetalent. Sowohl am Mikro als auch im Ring, und da besonders, konnte man von ihm stets 100% erleben. Ob als beliebtes "Face" oder zuletzt als verhasster Egomane, Chris Jericho überzeugt in jeder Rolle. Auf einzelne Stationen einzugehen würde mal wieder den Rahmen sprengen, doch allein diese DVD (mit umfangreichem und sehr unterhaltsamem Bonusmaterial) ist Kaufgrund genug. Im Grunde hätte die Dokumentation doppelt so lange dauern können, man hätte sich nicht gelangweilt. Die zwei anderen DVDs zeigen den Superstar da, wo er sich mit am wohlsten fühlt: im viereckigen Ring. In insgesamt 19 Matches kann man sich ein sehr übersichtliches Bild vom WWE-Superstar machen. Matches aus so ziemlich allen "Epochen" seiner Karriere, die eins gewiss nicht sind: langweilig. Irvine hat gegen fast jeden namhaften Superstar im Ring gestanden. Ob nun Kurt Angle, Triple H oder Stone Cold Steve Austin, ob The Rock, Eddie Guerrero oder Hulk Hogan; Jericho hat stets das aus dem jeweiligen Match rausgeholt was man erwartete und oft noch einiges darüber hinaus. Aktuell ist zwar nicht mehr bei der WWE in Lohn und Brot, aber nach dem Genuss dieses (knapp neunstündigen) Box-Sets kann man nur hoffen, dass dies bald wieder Fall sein wird.