Die WWE kann das wegrationalisieren nicht lassen. Fielen in den letzten Monaten einige Superstars einer großen Kündigungswelle zum Opfer, so sind es mittlerweile sogar die Namen der PPVs, die mit Kürzungen rechnen müssen. Nach dem "One Night Stand" trifft es nun den "Great American Bash", der jetzt wohl der Einfachheit halber bloß noch "The Bash" heißt.
Bei diesem ging es, wie schon 2008, auch in diesem Jahr wieder gut zur Sache.
Gleich im ersten Match wurde Tommy Dreamers ECW Championgürtel in einem Scramble Match aufs Spiel gesetzt. Trotz seines phänomenalen Siegs bei "Extreme Rules" hatte, glaube ich kaum mehr jemand auf eine Regentschaft des "Innovator Of Violence" gesetzt, die länger als eine PPV-Pause dauert. Zumal mit Christian, Finlay, Jack Swagger und Mark Henry ja nicht gerade irgendwelche Nobodys auf das Gold, Verzeihung Silber aus waren. Das Match verlief ziemlich rasant und bis auf Christian (warum auch immer) durfte jeder der Superstars mal einen Pinfall erzielen (Swagger gleich zweimal). Dass das finale Cover schließlich an den amtierenden Champ, immerhin der älteste Teilnehmer, ging, war dann aber doch sehr überraschend. Guter Einstieg.
Im folgenden Intercontinental-Championshipmatch stand Chris Jerichos Titel auf dem Spiel. Im Gegenzug jedoch musste Herausforderer Rey Mysterio seine Maske auf ewig einmotten, sollte er verlieren. Jedem Kenner der WWE dürfte es von vornherein klar gewesen sein, dass es niemals soweit kommen wird, selbst wenn Mysterio die Maske einst für kurze Zeit in der WCW abnehmen musste. Dass das Match dennoch spannend wurde, dafür sorgten die beiden schließlich doch noch und lieferten in meinen Augen das bisher beste Match dieser Paarung. Sämtliche Moves die man von den beiden erwartet kommen zum Zuge und ein spannendes Ende versüßte dieses kleine Highlight zusätzlich.
Dolph Ziggler wollte anschließend in einem No DQ Match zeigen, dass er durchaus in der Lage war, The Great Khali zu besiegen. Ein Eingreifen Kanes machte dies auch tatsächlich möglich. Warum die "Big Red Machine" schon wieder in eine ziemlich sinnlos erscheinende Fehde gesteckt wird, wissen wohl nur die Offiziellen.
Da sowohl Chris Jericho, der zuvor auf sein Rematch gegen Mysterio pochte als auch Edge, dem der Umstand stank gar nicht erst auf der Matchcard gelandet zu sein, sich bei Teddy Long beschwerten und zudem noch Vince Mc Mahon höchst selbst dem GM Inkompetenz vorwarf, machte der spontan aus dem Match um die Unified Tag Team Championtitel ein Triple Threat Match. Wen hat es da gewundert, dass das dritte Team aus Jericho und dem Rated-R Superstar bestand?! Im Grunde war es auch nur noch Formsache, dass eben diese beiden nun neue Champions wurden. Hoffentlich stricken die Kreativen in den Büros daraus eine gute Story. Ich sag nur: Christian!
Auch im nächsten Kampf ging es um einen Titel. Melina sollte ihren Women's Titel gegen Michelle Mc Cool verteidigen. Muss ich erwähnen dass McCools Ringbegleitung Alicia Fox eingriff und muss ich erwähnen, dass diese dadurch letztlich gewann?! Ärgerlich! Der Kampf an sich war bis dahin allerdings ok.
Und noch ein Titel steht auf dem Spiel: CM Punk, der seinen MitB-Koffer bei "Extreme Rules" in den Augen vieler Fans unfair eingelöst hatte musste seinen World Heavyweight Titel nun folgerichtig gegen Jeff Hardy verteidigen. Der Kampf war entgegen meiner Erwartungen doch wenig spektakulär und das Ende deutete genau das an, was Monsieur Claudi mir schon kurz nach "Extreme Rules" prophezeit hatte: CM "turnt Heel", wie es so schön heißt. Fänd ich zwar nicht so toll, doch Punks asoziales Verhalten am Ende des Matches lässt nur diese Möglichkeit zu. Auf der anderen Seite war es auch mit die einzige Möglichkeit beide Männer nicht als totale Loser da stehen zu lassen. Hätte Hardy regulär, vielmehr "anständig" verloren, wäre er wohl langsam aber sicher als der Herausforderer mit den meisten Niederlagen / meisten verschenkten Chancen in die Annalen eingegangen. Hätte Punk klar verloren, hätte ihm nie wieder jemand den Champ abgekauft. 2008 war seine relativ kurze Regentschaft ja schon etwas schwammig. So war es dann doch vielleicht die geschickteste Lösung.
The Miz hat in den vergangenen 2 Monaten nichts Besseres zu tun gehabt, als John Cena zu beleidigen und sein Schaffen zu verhöhnen. Jetzt endlich kam es zu dem heiß ersehnten Aufeinandertreffen der beiden und was soll ich sagen?! Sieht man von gaaanz wenigen verzweifelten Aufblitzern des ehemaligen MTV Stars ab, lässt sich nur festhalten, dass Cena dem Großmaul wohl für immer das Maul gestopft hat. "Attitude Adjustment" UND anschließender "STF" ließen The Miz schließlich aussehen wie einen kleinen Schuljungen, der ordentlich die Fresse vollkriegt (merkt man, dass ich ihn nicht leiden kann?!). Witzig, aber auch fraglich, ob dieses Match einen derart hohen Platz in der Matchcard verdient hatte. Zu guter letzt dürfen sich Randy Orton und Triple H zum gefühlten 80. mal die Köppe einkloppen und damit das Ganze nicht doch mal langweilig wird gibt es das alles in einer "3 Stages Of Hell" Matchreihe. Was zunächst wirklich nach Abwechslung klingt, sieht in der Realität doch wieder... naja, sagen wir bescheiden aus. Das erste Match, ein reguläres Wrestling Match endet zu Gunsten von Orton, aber auch nur weil Triple H sich hat disqualifizieren lassen. So kann er im zweiten der 3 Aufeinandertreffen auftrumpfen, da es sich um ein "Falls Count Anywhere" handelt. Das letzte und somit entscheidende Match ist nur blöderweise ein "Stretcher Match", eine der sinnlosesten Erfindungen der WWE. Wie das ausgeht? Nun ja, disqualifiziert werden kann man hierbei nicht und Orton hat zwei gute Freunde. War echt kein praller Main Event.