Mein Kommentar äussert sich nicht zur Qualität des Produktes
WISO Steuer-Sparbuch 2013 (für Steuerjahr 2012 / Frustfreie Verpackung), sondern bezieht sich auf die Veränderung der Update-Politik der Buhl Data Service GmbH, die in der Zeit zwischen Dezember 2012 und Januar 2013 (!) ein Update nur gegen Email-Link durchsetzen wollte. Dieser inakzeptable Versuch der Buhl Data Service GmbH, an die Email-Adressen aller Kunden zu gelangen, scheiterte erfreulicherweise am Protest der Nutzer, so dass ein externes Update (und nur dieses) aktuell wieder ohne Zwang zur Angabe einer Email-Adresse möglich ist.
Allerdings beschränkt sich das Datensammeln der Buhl Data Service GmbH nicht nur auf die Email-Adressen, über die – wie von vielen Nutzern beklagt – ein aggressives Marketing betrieben wird:
Nur sehr aufmerksamen Computernutzern wird auffallen, dass die installierte Buhl-Steuer-Sparbuch-Software bereits unmittelbar nach dem Hochfahren des PC mit Buhl-Servern zu kommunizieren beginnt – auch dann, wenn der PC-Nutzer die Buhl-Steuer-Sparbuch-Software überhaupt nicht bewusst aufgerufen hat.
Mit anderen Worten: Wenn Sie an drei Tagen im Jahr mit der Buhl-Steuer-Sparbuch-Software Ihre jährliche Steuererklärung erledigen, wird auch an allen anderen 362 Tagen im Jahr, an denen Sie die Buhl-Steuer-Sparbuch-Software überhaupt nicht nutzen wollen, diese Installation gleichwohl mit jedem Hochfahren Ihres Rechners im Hintergrund gestartet und mit den Buhl-Servern kommunizieren – und Ihren Arbeitsspeicher abgreifen!
Dies geschieht, weil sich die Buhl Data Service GmbH ungefragt die Freiheit nimmt, die Steuer-Sparbuch-Software bei der Installation in sachlich nicht gebotener Weise in die Startup-Routinen Ihres Rechners zu schreiben.
Falls Sie diesen Eingriff in Ihre Rechnerhoheit nicht mögen, können Sie dies auf folgende Weise unterbinden:
1. Klicken Sie unter Windows auf Start und auf Ausführen, geben Sie msconfig.exe ein. Klicken Sie auf OK.
2. Klicken Sie auf die Registerkarte Startup und scrollen Sie bis zur Option "WISO Mein Steuer-Sparbuch heute".
3. Entfernen Sie das Häkchen vor der Option "WISO Mein Steuer-Sparbuch heute". Klicken Sie dann auf OK.
4. Starten Sie den Computer neu.
Nach diesem Neustart wird die WISO-Steuer-Software nicht mehr automatisch im Hintergrund laufen und mit Buhl-Servern kommunizieren, sondern nur noch dann, wenn SIE entscheiden, das WISO Steuer-Sparbuch 2013 zu starten.
Wenn Sie mehr zum Versuch der Buhl Data Service GmbH lesen wollen, ein Update nur gegen Email-Link durchzusetzen, dann können Sie gern weiter lesen. Anderenfalls freuen Sie sich, dass der Kundenprotest (auch hier über Amazon) erfolgreich war und Sie ohne Angabe Ihrer Email-Adresse weiterhin extern ein Update vornehmen können. Achten Sie zudem darauf, dass sich das WISO Steuer-Sparbuch 2013 nicht unnötig in die Startup-Routinen Ihres Rechners schreibt und Ihren Arbeitsspeicher auch dann abgreift, wenn Sie die Software nicht benutzen.
23. Dezember 2012:
Bislang konnte man die unverzichtbaren Produktupdates auch ohne Registrierung und Angabe persönlicher Daten (wie z.B. Email) vornehmen. Ich hatte vor Jahren irgendwann der Buhl Data Service GmbH meine Email-Adresse gegeben und bin dann von deren Email-Werbung heimgesucht worden, ohne dies abstellen zu können - bis ich meine Email-Adresse änderte.
So habe ich seit dem WISO Steuer-Sparbuch 2012 Updates nur über die Update-Website der Buhl Data Service GmbH vorgenommen, wo das jeweils aktuelle Update ohne Angabe irgendwelcher persönlicher Daten herunterzuladen und dann auf dem PC zu installieren war. Schliesslich prüft das Programm bei der Installation meine 25-stellige Garantienummer als Updateberechtigung.
Beim Programm-Update wurden bislang zwei Optionen angeboten:
Option 1:
"Ja, ich möchte meine Programmversion registrieren.
Vertrauens-Garantie: Die Registrierungsdaten werden verschlüsselt übertragen und i.S.d. Bundesdatenschutzgesetzes geschützt. Sie werden keinesfalls zu Werbezwecken an Dritte weitergegeben."
Option 2:
"Nein, ich möchte meine Programmversion nicht registrieren.
Ich lade das aktuelle Programm-Update unter [...] selbst herunter und installiere dieses manuell."
Seit Dezember 2012 hat man bei der Buhl Data Service GmbH offenbar entschieden, auch die Registrierungsverweigerer, die leichtsinnig genug waren, das Produkt zu kaufen, in den Datenschwitzkasten des Firmenmarketings zu zwingen: Die Entscheidung, die Programmversion nicht zu registrieren, wird von der Buhl Data Service GmbH nunmehr mit dem Zwang beantwortet, eine Email-Adresse anzugeben, an die die Buhl Data Service GmbH einen Download-Link senden will. Wenn man das Update - wie bisher - downloaden will, öffnet sich jetzt ein zusätzliches Feld mit folgendem Text:
"Ihre E-Mail Adresse:*
Download-Link an diese E-Mail Adresse senden >> Oder: Anmelden für Direktdownload >>
* Wir informieren Sie, sobald eine neue Version des Produktes vorliegt. Sie können sich jederzeit kostenfrei abmelden."
Den Trick kenne ich. Die Möglichkeit, seine Email vom Buhl-Produkt-Placement "jederzeit kostenfrei abmelden" zu können, ist eine reine Kundenverarschung. Diese Emails haben bei mir erst ein Ende gehabt, nachdem ich meine Email-Adresse geändert habe.
Ich staune über die Dreistigkeit und Dummheit der Marketingleute von Buhl, so mit Kunden umzugehen. Da muss man den selbstgefälligen Herrschaften die Frage stellen: Taugt Euer Produkt so wenig, dass Ihr Eure Kunden derart brutal in Euren Marketingschwitzkasten zwingen und sie mit Eurem Produktmarketing bombardieren müsst?
Nun ja: Ab 2013 suche ich mir eine andere Software, um meine private Steuererklärung zu machen.
01. Januar 2013:
Einige Kommentatoren berichteten von ähnlichen Erfahrungen, bei Angabe der Email-Adresse mit Email-Werbung und bei Angabe der Postadresse sogar mit Briefwerbung heimgesucht zu werden: das aggressive Buhl-Kundenmarketing sei seit Jahren bekannt.
Der nette Hinweis der Kommentatoren, für die Zwangsregistrierung bei Buhl eine eigene Wegwerf-Mailadresse zu nutzen, ist jedoch nicht zielführend und geht meines Erachtens am Kern des Problems vorbei. Natürlich habe ich dies als allerersten Ausweichschritt mit der Nutzung eines bekannten Servers mit Wegwerfadressen versucht. Das interessante Ergebnis: Buhl hat solche Mail-Server wohl auf einer schwarzen Liste erfasst und verschickte an die von mir gewählten Email-Wegwerfadressen KEINEN Download-Link. Offenbar hat man richtig Manpower gegen die Registrierungsverweigerer eingesetzt.
Es stellt sich die Frage: Wieviel Vertrauen kann man noch in Softwareentwickler haben, die sich nicht darüber zu freuen vermögen, dass Kunden ihre Produkte kaufen, sondern die ihre Kunden, die dem Produkt vertrauen, mit ihrem Marketing (ich muss das so klar sagen) richtiggehend schikanieren?
27. Januar 2013:
Heute war ein neues Update für das WISO Steuer-Sparbuch 2013 fällig. Und siehe da: Das externe Update war endlich wieder ohne Zwangsregistrierung einer Email-Adresse möglich.
Das ist auch anderen aufgefallen. Ein Kommentator (Alesius) brachte es heute sehr schön auf den Punkt: "Freue mich [...], dass der Zwang wieder weg sein soll! Ich finde das ebenfalls sehr ärgerlich, und die Unternehmen ändern nur etwas, wenn sich möglichst viele beschweren oder einfach zur Konkurrenz wechseln. [...] Viele Unternehmen verdienen mit unseren Daten viel Geld und der Umgang damit ist ihnen ziemlich egal. Wenn Dir das egal ist, dann ist das Deine Sache, ich jedenfalls mache da nicht mit. Derlei Unternehmen kennen meist keinerlei Grenzen und werden immer gieriger; vor allem, wenn die Menschen es mit sich machen lassen."
Ich denke, dass nur die zahlreichen und deutlichen Proteste die Buhl Data Service GmbH veranlasst haben, die inakzeptable Update-Politik bei der Steuersparbuch-Software (Update nur gegen Email-Link) wieder aufzugeben.
Das war ein zumindest im Moment abgewehrter Datenklau-Versuch. Buhl wird sicher weiter Daten sammeln; seien Sie wachsam.