Der Roman "WG auf afrikanisch" erzählt, wie sich 3 junge Leute, die im Auftrag ihrer Uni ein Forschungsprojekt in einem noch vom Bürgerkrieg gezeichneten afrikanischen Land reorganisieren sollen, sowohl mit den Tücken des afrikanischen Alltags als auch mit denen des Zusammenlebens in ihrer "WG" zurechtkommen. Dabei gelingt es der Autorin, dem Leser den afrikanischen Alltag spürbar nahe zu bringen, ebenso wie die Entwicklung, die innerhalb der Dreiergruppe während ihres Aufenthalts stattfindet. Wer selbst schon in Afrika war, erkennt viele der beschriebenen Alltagsgeschehnisse wieder, manche davon sind lustig, andere widerum stimmen nachdenklich. Auch kritische Untertöne gegenüber Entwicklungshilfeprojekten fehlen nicht.
Neben diesen afrikaspezifischen Themen geht es aber auch um ganz normale Dinge menschlichen Zusammenlebens: Freundschaft, Liebeleien, Intrigen. Beides miteinander zu verbinden ist der Autorin sehr gut gelungen.
Gegen Ende der Erzählung drängt sich schließlich die Sicherheitsfrage mehr und mehr in den Vordergrund, da der Bürgerkrieg noch immer unterschwellig in den Alltag des Landes und der Menschen eingreift.
Das Land wird zwar im ganzen Buch an keiner Stelle namentlich genannt, doch drängen sich Parallelen mit Ruanda auf.
Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch, vor allem für alle Afrikafans!