Dieses Buch ist sehr geprägt von den Konflikten des Paares, das da zusammen unterwegs ist. Gerhard Krauss ist es, der sich die Weltreise auf dem Fahrrad in den Kopf gesetzt hat, weil er die sportliche Herausforderung sucht. Seine Frau Jutta fährt nur mit, weil sie Angst um ihren Mann hat. Dabei sind beide erfolgreiche Leistungssportler und sollten sich ihrer Leistungsfähigkeit eigentlich gewiss sein.
Die ungleiche Motivation der beiden führt jedenfalls dazu, dass der Gatte stets vorausprescht, immer wieder spontan die Tagesetappen verlängert und die größte Freude am "Kilometerfressen" hat, während sich Jutta Krauss bereits von den ersten Etappen in bayerischen Landen überlastet fühlt. Das Über-Die-Grenzen-Gehen zieht sich durchs gesamte Buch. In der Folge wird über jeden Berg einzeln berichtet, und darüber, wie sehr sich die beiden diesmal quälen mussten. Zeit zum Innehalten bleibt auf der gesamten Reise keine. Ruhepausen werden nur eingelegt, wenn die totale körperliche Erschöpfung dazu zwingt.
Dieses Zusammenspiel '- der betagte Draufgänger, der sich ständig beweisen will und die ängstliche Gattin, die leidend und sorgend seinen Spuren folgt -' hat den beiden augenscheinlich Spass gemacht. Für den Leser gerät die Lektüre dadurch ein wenig anstrengend.