Nancy Botwin zündet ihr Haus an und verlässt das brennende Agrestic. So endete die dritte Staffel. Doch welche Konsequenzen wird das für die dealende Mom in der Vorstadt haben.....so ganz ohne Vorstadt? Immer wieder war zu hören, dass in Season 4 alles anders werden würde. Jenji Kohan (Kreativer Kopf von "Weeds") sprach sogar von einer Neuerfindung der Serie. Nun ja, nachdem ich die neue Staffel gesehen habe, kann ich nur sagen: "Weeds" bleibt "Weeds". Und das ist auch gut so! Hier und da gibt es ein paar kleine Veränderungen. Angefangen von den neuen Eröffnungstiteln. "Little Boxes", das den Vorspann der ersten Folge dieser Staffel noch untermalt, ist Geschichte. In kurzen Szenen, die Bezug zum Inhalt der jeweiligen Folge haben, wird der Titel der Sendung (und der Name seiner Erfinderin Kohan) nun auf unterschiedliche Weise eingearbeitet. So gerne ich "Little Boxes" auch mochte, diese neue Variante sprüht vor Kreativität. Ein weiterer Einschnitt in die bisherige "Weeds"-Geschichte besteht in der Reduktion der Hauptcharaktere. Conrad und Heylia sind nicht mehr mit von der Partie. Und schließlich ist da noch der neue Schauplatz, nahe der mexikanischen Grenze. Das war es dann aber auch schon mit den offensichtlichen Veränderungen. Ansonsten bleibt "Weeds" bissig, böse, tragisch, sexy (Parker), witzig und unvorhersehbar.
Nancy Botwins Welt gerät mehr und mehr ins Wanken und sie verkehrt jetzt mit den wirklich bösen Jungs. Alles was wir bisher über Nancys Motive zu wissen glaubten, wird in Frage gestellt. Die Figur hat sich im Vergleich zur ersten Staffel deutlich verändert. Von der liebevollen Mom, die nur das beste für ihre Kids will, ist fast nichts mehr geblieben. In Season 4 haben wir es mit einer beinahe gleichgültigen, risikofreudigen, adrenalinsüchtigen Nancy Botwin zu tun. Aber auch Nancy hinterfrägt ihr Handeln und verläuft sich so nur noch tiefer im Sumpf des Vebrechens. Damit gesellt sich Ms Botwin zu den anderen ambivalenten Serienhelden Vic Mackey und Tony Soprano, die sich ebenfalls nicht so einfach in die Kategorien "Gut" und "Böse" packen lassen.
Mich hat diese Staffel schier vom Hocker gehauen. Wer dachte, "Weeds" hätte die Grenzen dessen, was im TV gezeigt und thematisiert werden darf, längst überschritten, wird in Staffel 4 eines besseren belehrt. Grandiose Unterhaltung, fernab des Mainstreams.