In der Buchvariante des gleichnamigen Films wird man zwar erwarten, dass die zentralen Themen noch einmal dargestellt werden, doch geschieht dies weit genauer und ausführlicher, wobei auch einige Themen näher erläutert werden, die im Film schlicht zu kurz gekommen sind.
Vom zerstörerischen Soja-Anbau in Brasilien über gigantische Glashäuserplantagen im spanischen Andalusien bis zu gentechnisch verändertem Gemüse aus Rumänien wird der Bogen gespannt und greift dabei so ziemlich jedes der alltäglichen Nahrungsmittel und seine Produzenten für eine nähere Untersuchung heraus. Als Konsumenten können wir jedoch aktiv in das Wechselspiel von Angebot und Anfrage eingreifen und durch eine bewusstere Ernährung, was uns lokale Bauern und Umwelt herzlich danken würden.
Im großen und Ganzen ist We feed the world einer der aufgrund seiner Offenheit schockierendsten Beiträge zum Thema Ernährung und Nahrungsmittelproduktion, was durch die enorme Themvielfalt weiter verstärkt wird. Man sieht sein "täglich Brot und Wasser" bzw. den "Apple a day" nach der Lektüre ebenso mit anderem Augen wie das gewöhnliche Fischstäbchen oder ein schmackhaftes Dessert aus Soja.
Das große Problem des Buchs ist mit Abstand der Preis, welcher für ein Paperback mit "nur" 192 Seiten Umfang schon etwas zu hoch ausgefallen ist, nichtsdestotrotz gehört das Buch aber nicht zur Sorte unverständlicher Fachliteratur, sondern ist in einem für wirklich jedermann verständlichen Stil verfasst, der die Thematik in ihrer ganzen schockierenden Bandbreite für jeden Leser zugänglich macht. Dafür bekommt man jedenfalls auch einiges geboten und wie aus der Botschaft von We feed the world schon hervorgeht, sollte man ein Produkt nicht lediglich anhand seines Preises, sondern vorwiegend seiner inneren (und geschmacklichen) Qualitäten bewerten.
Fazit:
Ein Augenöffner, den ich jedem mündigen Konsumenten und selbstverständlich auch jeder mündigen Konsumentin nahelegen möchte.