Reinhold Schäfer kenne ich von seinen Buchlesungen, Vorträgen und auch aus seinen Seminaren. Seine ersten beiden Bücher, die sich mehr auf die Quest-Arbeit in der Wildnis des Nordens beziehen, hatte ich parallel im Kennenlernprozess gelesen, und auch um an mir weiterzuarbeiten. Mit dem "Wüstlinge" Buch war es etwas anders. Es lag erstmal eine ganze Weile bei mir herum, und ich tastete es nicht an.
Dann musste ich das Bett hüten, meine Natur "schenkt" mir immer dann, wenn ich mit mir und der Welt unzufrieden bin und es mir besonders stinkt, eine Erkältung. Diesmal war es heftig und ich hatte auch Fieber und Gelegenheit mir die Strukturen und Bilder meiner Innenwelt ausgiebig anzusehen. Danach war ich so frei und griff nach dem Wüstlinge Buch. Es lauerte ja darauf endlich gelesen zu werden. Vielleicht war es der "Nordmann" in mir (also wenn ich schon mal ein Vorleben hatte, dann bestimmt in den Weiten des Lapplands), der sich nicht auf die Wüste im Süden einlassen wollte.
Jetzt habe ich es gelesen und aufgesogen und muss sagen, wie begeistert ich bin. Es ist ein sehr wertvolles Buch, und es ist eine konsequente Fortentwicklung der ersten beiden Bücher. Es ist sehr berührend, und da Reinhold Schäfer so viel von sich darin preisgibt, ist es rund und vollständig. Genau das braucht es, das brauche ich vor allen Dingen, dass es Menschen wie Reinhold Schäfer gibt, die zwischen sich und dem was sie tun, sagen, denken keinen Spalt und keine Lücke mehr entstehen lassen.