39 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Warum nur wird dieses Buch immer so einseitig gesehen?, 9. Juni 2002
Es ist das ärgerliche an dieser Erzählung, Autobiographie, dass sie immer nur auf das eine Thema, Genitalverstümmelung, reduziert wird. Dabei bietet dieses Buch viel mehr als nur das.
Es ist eine Geschichte vom Leben in zwei Welten. Der Unterschied könnte nicht deutlicher sein. Auf der einen Seite das Leben in der dritten Welt, in einem der ärmsten Länder der Welt. Auf der anderen Seite das Geld, der Ruhm eines Top-Modells.
Dazu ist das ganze gewürzt mit sehr viel Humor. Selbst bei tragischen Momenten kann man mit der Frau lachen. Die Betonung liegt dabei auf mit. Selbst wenn es ihr schlecht geht, selbst wenn sie nicht weiter weiß, selbst wenn sie betrogen wird, selbst dann findet sie etwas worüber sie sich freuen und worüber sie lachen kann.
Und sie hält uns den Spiegel vor. Sie kann es auch, weil sie eben nicht aus der "westlichen Welt" kommt, kann sie es. Wer das Buch liest wird über vieles anders denken, bei vielem nachdenklich werden, über sich selbst nachdenken können.
Und am Ende wird man wütend sein, weil vielen Frauen auf der Welt die Chance genommen wird ein runum erfülltes Leben zu führen. Aber auch hier ist ein positiver Ansatz von Waris Dirie zu finden, es gibt Frauen, die sich wehren und es werden immer mehr.
Das buch ist ungewöhnlich im Erzählstil. Waris Dirie nmmt sich die Freigheit und springt im Erzählfaden mal zeitlich nach vorn, mal wieder weit zurück. Trotzdem verliert man nie das Verständnis, warum etwas an einer Stelle passiert. Man hat den eindruck, es sitzt einem eine Freundin gegenüber, die einem etwas aus ihrem Leben erzählt. Das macht einen Teil des Reizes dieses Buches aus.
Etwas wirklich besonderes ist dabei ihr Humor. Immer wieder schmunzelt man mit ihr gemeinsam über die Stolpersteine des Lebens. Da ist eine Person, die ihre wurzeln nicht vergessen hat, die ihre Wurzeln liebt, aber sie nicht unkritisch sieht. Jemand der sehr lebensbejahend ist, der einen mitreißt. Jemand der sagt, so schlimm ist das alles nicht, für dieses Leben lohnt es sich zu kämpfen. Ändern wir die Mißstände und es wird noch besser.
Das ist meiner Meinung nach die Botschaft des Buches und die ist einfach in dieser Form sehr lesenswert.
Jedoch sollte jeder gewarnt sein, das Buch hat Suchtgefahr. Man kann es nicht aus der Hand legen. Auch wenn man eigentlich weiß, wie es ausgeht, man muss einfach weiterlesen. Weiter zusammen mit der freundin sitzen und zuhören, wie sie aus der Wüste erzählt und wie sie von Modeschauen erzählt, von Bürokratie und wie man sie besiegt und von den verschiedensten Menschen, überall auf der Welt.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach unglaublich, 19. März 2000
Von Ein Kunde
Als ich dieses Buch las, habe ich teilweise geweint und gelacht. Das, was den vielen Mädchen auf dieser Welt angetan wird, ist so schrecklich, dass ich es kaum begreifen kann. Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, wäre ich am liebsten gleich selbst losgezogen, um den armen Mädchen zu helfen und den Männern Verstand einzubleuen. Ich beneide Waris Dirie darum, dass sie es, nach den ganzen Qualen, die sie durchlebt hat, fertig- brachte, so offen über alles zu schreiben, um der Welt mitzuteilen, was da draußen geschieht. Außerdem ist sie eine hervorragende Schriftstellerin. Sie beschreibt ihre darmalige Naivität mit soviel Humor, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Obwohl es schlimme Stellen enthält, bin ich der Meinung, dass jeder es lesen sollte. Jeder sollte erfahren welche Gräultaten auf der Welt verübt werden.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erschütternd und ergreifend!!!, 24. Mai 2001
Von Ein Kunde
Waris Dieris "Wüstenblume" habe ich gelesen und konnte es kaum noch aus der Hand legen. Es beschreibt ohne Umschweife die grausamen Qualen, die manche Mädchen - wie Waris Dirie - schon im Alter von fünf Jahren bei der Beschneidung erleben müssen. Auch die Folgen, die eine Beschneidung mit sich bringt, schildert Waris Dirie unverfälscht. Dieses Buch hat mich schwer getroffen; auch weil ich bisher kaum etwas über die Beschneidung von Mädchen/Frauen gehört habe. Doch es hat mich nicht nur erschüttert, es hat mich wütend gemacht, empört, traurig gestimmt... Auch als ich die letzte Seite des Buches zuklappte, vergass ich es nicht und die Ereignisse spuken mir bis heute im Kopf herum. Zu der Beschneidung kam schließlich noch das traurige Schicksal von Waris hinzu und die schrecklichen Ereignisse ( Schicksalsschläge), mit denen Waris Dirie zu kämpfen hatte. Schließlich wurde sie TOP-Model und inzwischen ist sie an dem Kampf gegen die Genitalverstümmelung als UNO-Sonderbotschafterin beteilgt. Für mich ist Waris Darie eine starke außergewöhnliche Frau und ich bewundere sie für den Mut, den sie aufbringt und mitunter aufbrachte, dieses Buch zu schreiben. Deswegen kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen, es geht ans Herz und es fehlen einem teilweise die Worte...... "Dann aber deklarierte mich der Mann als seinen Besitz, raubte mir meine Kraft und ließ mich als Krüppel zurück. Meine Weiblichkeit wurde mir gestohlen. Wenn Gott die Teile meines Körpers, die mir heute fehlen, nicht gewollte hätte, warum hat er sie dann erschaffen?" (aus Waris Diries "Wüstenblume")
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