Ruhm auf Pferdesrücken
Wenn alle guten Pferde versammelt werden zum Rennen, enttäuschen Dalami und Naddawi keine Hoffnungen
Sie schenken Maktoum das süßeste aller Vergnügen, und wenn sie gewinnen, überschütten wir sie mit Rosen und
singen
Die Pferde haben ihre Art anzugreifen, der Ruhm kommt auf seine eigene Art
Doch der Ruhm auf dem Rücken der Pferde leuchtet dir immer! Wie Dalami die andern im Rennen hinter sich lässt,
so übertrifft Naddawi sie in anderen Vorzügen Dalami hat gewonnen, er bewies Kraft und Männlichkeit,
und am Himmel versteckte sich der furchterregende Stern
Auch die Pferde haben ihre Könige, ihre Sieger Doch deine eigenen Pferde stehen über solchen Gedanken!
Würden doch die Nächte
Würden doch die Nächte langsamer vergehn, sich nach dem Ausmaß der Leidenschaft richten!
Für wen sollen die Paläste sein? Sagt’s mir, ihr Zeltbewohner?
Am Himmel der Vollmond, von anderen Monden beneidet um seiner Vollkommenheit willen
Mein Liebling, meine scheue Gazelle ist mir teurer als alle anderen Menschen
Ach, empfändest du doch Gefühle wie der, der sich in tiefer Sehnsucht nach dir verliert
Doch dein Leben ist eitel Freude und deine Augen genießen den Schlaf, kennen keine
Schlaflosigkeit
Ich dagegen bin vernichtet, zerstört von den Qualen meiner Leidenschaft
Doch Trennung und Ferne verbieten ein Seufzen, das noch die Knochen zum Schmelzen brächte
Umlaufbahnen
Sie lächelt mich an, wann immer die Sterne kreisen, ein Mond, der allein mir leuchtet, wenn ich nachts
unterwegs bin
Ihre Liebe überfällt mein Herz mit einem Fallnetz Ich bin ihr der erste, und auch der letzte
Wenn sie mich sieht, ist sie glücklich, selbst wenn sie in Bedrängnis ist
Sie hält das Versprechen, das sie mir gab, mich allein erhört sie
Ein Freund von mir legte meiner Gazelle die Schlinge aus, glaubte, sie lasse sich von ihm täuschen
Die Wüste, mein Freund, kennt dich nicht In der Wüste findet nur der Kluge den Weg
Geh schlafen in deinem Versteck und verharre dort! Leg dich zu Bett und ruhe dort glücklich!
Wenn die Nacht hereinbricht und das Dunkel pechschwarz ist,
wenn du dich auf deinem Reiseweg verirrst,
unter den am Himmel kreisenden Planeten und den Gestirnen, die ihnen ebenbürtig sind,
dann koste nicht das Fleisch, was nicht dein ist, strecke die Hände nicht aus wie der Blinde!
Erfahrung lehrt den Sinn des Lebens Manch einer ist reich daran, manch anderer arm
Wer kennt einen Wald, in dem es keinen König gibt? Der Löwe herrscht, und er ist mächtig und groß!
Frage den Wahrsager nach dem, was du nicht weißt, bevor du in den Treibsand fällst und versinkst!
Frage, wie dein Denken dich in die Irre führen konnte! Denn wer nichts fühlt und nicht fragt, hat kein Gewissen
Wenn dein Nichtwissen dich in die Irre führte, so ist’s unter Arabern keine Schande, um Rat zu fragen
Gehe nicht Wege, die noch nie befahren wurden! Erkenne die Unterschiede und achte auf ihre Bedeutung!
Hisse die Segel, wenn dein Kamel in die Knie geht Nicht jedes Gras macht den Kamelhengst satt!
Reise nicht bei Nacht auf dem Weg des Verderbens, und erwarte nicht, dass die Schöne dir Seide ausbreitet
Du kannst nicht unterscheiden zwischen Finger und Fingergelenk
Dein rechter Arm mag kürzer sein als der linke
Oh, all die wilden Nächte – sie geben dir keinen Aufschub! Die Entfremdung hat keinen Fürsprecher und keinen Warner
Nicht alle Pferde können so gut sein wie die aschgrauen Ramak-Pferde
Nicht alles, was Flügel hat, fliegt auf in die Lüfte!
Jeder Vogel kennt das Maß seiner Stärke und seiner Grenzen! Je nach Vermögen ist er ein freier Falke, bleibt er ein Vogel im
Nest
Sieh, der Seeadler fängt im Flug den Fisch, dies mit anzusehen, verletzt den, der sich in dieser Kunst
nicht auskennt
Die Wüstenechsen fangen den schwarzen Falken Die Füchse erlegen den stolzen Hahn
Das Leben besteht aus Glücksfällen, die dich führen Doch wie viel Große und Hohe brachte das Glück schon
zu Fall!
Aus der Falle, die dich erwischt, gibt’s kein Entrinnen! Sie gleicht dem Netz des Falken, der jagt und darum
weitsichtig ist
Und wer dem Tode nahe ist, sich nicht mehr rühren kann, bemerkt, was ihm naht, wenn der Löwe brüllt