Meeresrauschen umgibt den Leser bei der Lektüre dieses Buches.
Carlos María Domínguez nimmt den Leser an der Hand, bis man mit Tarzan im Paraná um die Wette schwimmt, bis man auf einer kleinen Insel im Río de la Plata von der Kälte und ungestümen Kraft des Sturmes durchdrungen ist und bis man erkennt, dass weit draußen auf der See ganz andere Gesetze gelten, die auch gestandene Männer an die Grenzen ihrer menschlichen Existenz bringen.
Ganz besonders gelungen ist u.a. die letzte der sieben Erzählungen, welche von einem außergewöhnlichen Gespräch handelt. Man möchte Carlos María Dominguez für diesen Einfall und dessen feinfühlige Umsetzung gratulieren: Die spannende Anbahnung des Dialoges zwischen Offizier und Maschinist, der eigentlich nicht recht einschätzen kann, was sein Vorgesetzter von ihm möchte, der geschickte und absurde Wortwechsel und das pointierte Ende - wirklich ein kleines Meisterstück.
Aber jeder wird sicherlich seine eigene Lieblingsgeschichte in dieser Sammlung finden.
Domínguez erzählt wieder so bildhaft und anschaulich wie in seiner vorangegangenen Erzählung "Das Papierhaus", mit der kunstvollen Plastizität, welche die spanische Originalsprache auszeichnet. Die Detailliertheit und Echtheit der Beschreibungen deutet auf eine fundierte Recherche hin.
Allein die raffinierte Umschlaggestaltung lässt einen immer wieder nach diesem Buch greifen - so lange, bis hoffentlich bald der nächste Domínguez erscheint.
Ein in seiner Gänze schönes und gleichzeitig ungeschminktes, kraftvolles Werk, welches das Meeresrauschen auch nach dem
Urlaub noch ins Bewusstsein ruft.