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Wüste
 
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Wüste [Broschiert]

Jean-Marie Gustave Le Clézio , Uli Wittmann
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 423 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Aufl. (15. Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462041215
  • ISBN-13: 978-3462041217
  • Originaltitel: Dèsert
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 217.649 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Jean-Marie G. Le Clézio
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Nach dem Tode ihrer Mutter lebt die junge Marokkanerin Lalla in der Obhut einer Tante in den Slums einer Stadt am Meer. Ihre Zeit verbringt Lalla am Strand oder am Rande der Wüste, beobachtet dort Tiere und Pflanzen. Der stumme Hirte Hartani ist ihr Gefährte und Vertrauter. Immer wieder träumt Lalla von den blauen Männern, dem Nomadenvolk der Tuareg, mit deren Geschichten und Legenden sie groß geworden ist. Als die 17jährige mit einem ungeliebten Mann verheiratet werden soll, flieht sie nach Marseille und arbeitet in einem billigen Hotel. Das Elend der nordafrikanischen Einwanderer, die Armut, in der sie leben, die Brutalität der Großstadt machen Lalla immer bewusster, dass sie ein Kind der Wüste ist, nur dort leben kann. Auch als sie von einem Fotografen entdeckt wird, der, fasziniert von der dunklen Schönheit des Mädchens, ihre Bilder auf den Titelseiten der großen Illustrierten veröffentlicht, will sie nicht in Marseille bleiben. Sie kehrt in ihr Land zurück, wo sie sich den blauen Männern, ihren Vorfahren, näher fühlt. Dort bringt sie das Kind zur Welt, das sie von Hartani erwartet.
J.M.G. Le Clézio hat in seinem Roman die Schönheit der Wüste Sahara mit der »Wüste« Marseille kontrastiert, auf kunstvolle Weise die Geschichte der Tuareg mit der Lallas verknüpft. Das Buch nimmt gefangen durch die Ursprünglichkeit Lallas, die wilde Fremdartigkeit der Tuareg, verzaubernde Naturbeschreibungen und eine ungewöhnlich poetische Sprache

Über den Autor

J.M.G. Le Clézio, 1940 in Nizza geboren, studierte in Frankreich und England Literatur. Er veröffentlichte über dreißig Bücher - Romane, Erzählungen, Essays - und erhielt zahlreiche Literaturpreise. LeClézio lebt abwechselnd in Frankreich und Neumexiko.DESCRIPTION:Nobelpreis für Literatur an JMG Le Clézio

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ganz außergewöhnlich 4. Januar 2009
Format:Broschiert
Ich habe das Buch auf Französisch gelesen und es in jeglicher Hinsicht als außergewöhnlich empfunden. Es geht um die irdischen und zum Teil fast übersinnlichen Erfahrungen zweier junger Nomaden in der Wüste. Die selbstbewusste und gläubige Lalla lernt über einen Freund die Tier- und Pflanzenwelt der Wüste lernen und lieben. Über das rote Kreuz gelangt sie nach Marseille und wird zum begehrten Fotomodell, ohne jedoch ihren Hintergrund und ihre tiefgründige Seele zu verlieren. Auch mit dem Jungen Nour erfahren wir alles über das Leben in der Wüste: Menschen, Tiere, Pflanzen, Sand, Sterne, Hunger, Hitze und Kälte, Gebete und Leid werden immer wieder auf wunderschöne dichterische Art und Weise beschrieben. Insgesamt ein sehr nachdenklich machendes Buch, das aufgrund einiger Zeitsprünge nicht immer einfach zu verstehen ist. Ein Buch fast wie Meditation - nach den ersten 150 Seiten, in denen es ausschließlich um die Beschreibung der Wüste in allen Einzelheiten geht, erwartet der Leser vom 'poetischen Abenteurer' Le Cléziot Spannung und Handlung, die sich dann bei etwas ansteigendem Erzähltempo in der zweiten Romanhälfte endlich entwickelt.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Ich war sicher nicht der einzige, der bei der Nobelpreisverleihung 2008 fragte: LeClezio? Wer ist das? Die Lektüre des vorliegenden Buches sollte mir die Frage beantworten. Aber um die Wahrheit zu sagen: nachdem ich das Buch gelesen habe, bin ich auch nicht viel weiter. LeClezio? Wer ist das? Und vor allem: was soll das vorliegende Buch?
Wie jeder allein schon aus dem Seiten-layout ersehen kann, handelt es sich bei dem vorliegenden Roman auf jeden Fall um zwei Bücher, deren einzelne Kapitel ineinander verschachtelt erzählt werden. Kapitel 1,3, 5 (und so weiter) handelt von einem Nomadenstamm aus dem Süden Marokkos, dessen Lebensgrundlagen verdorren und der sich unter der Führung des Weisen Ma-el Ainin in einem entbehrungseichen Marsch nach Norden aufmacht, nur um vor den Mauern Tarudants und Marrakeschs keine Hilfe und schließlich in Dünen vor Agadir den Tod durch französische Kolonialtruppen zu finden.
Im Mittelpunkt von Kapitel 2,4, 6 (und so weiter) steht Lalla, ein junges marokkanisches Mädchen, das in einer Barackensiedlung am Rande des Ozeans lebt. Lalla lauscht den Erzählungen des Fischers Narma und besucht den "Hartani", einen schwarzen Hirten, den ein Krieger dereinst am Oasenbrunnen ablegte. Lalla saugt sich voll mit den Mythen der Wüste, berauscht sich den Geräuschen, dem Wind, den Tieren, den Pflanzen am Rande der absoluten Kargheit und ist glücklich, wenn sie bei Sonnenaufgang über die noch nachtharten Dünen laufen kann. Als sie an einen ungeliebten Mann verheiratet werden soll, flieht sie nach Frankreich, wo sie sich eine zeitlang in Marseille herumtreibt. In der Stadt, die ihr wie eine Zone des Todes erscheint, leidet sie an die Masse der Menschen, sie spürt die Leere und die Verzweiflung der Einheimischen und der Zuwanderer, die Einsamkeit, die Feuchtigkeit und die Gewalt, die in den schmalen Gassen lauern. Am Ende kehrt sie, hochschwanger nach Marokko zurück und gebiert auf einer Düne ihr Kind.
Soweit die Grundzüge der Handlung, die durchweg in poetischer Prosa erzählt wird. Am beeindruckendsten für mich war die dezidierte Entgegensetzung von Wüste und Stadt, von Weite und Enge, von Licht und Dunkelheit. Wo Lalla in pantheistischer Lebensbejahung über die heißen Dünen läuft, verkriecht sie sich in der Stadt in die hintersten Ecken, um die Unwirtlichkeit des Urbanen überhaupt überleben zu können. Was LeClezio über die Aura der Stadt, über Abfälle, die Geräusche, Ethnien und Einzelschicksale ( vgl. vor allem S. 292ff: ) schreibt, ist für mich große Literatur, weil der Leser diese Dinge auf eine neue und überraschende Weise mit den Augen eines Wüstenmädchens sehen lernt.
Ein Problem allerdings habe ich mit der Sprache. Le Clezio ist berühmt für seine nach landläufigen Begriffen "schöne" Sprache, er schreibt Sätze, die wie ein guter Rotwein auf der Zunge vergehen, er konstruiert Nebensätze, die harmonisch wie ein Oasenbach den Sinn umspielen. Nun verhält es sich aber mit der gehobenen Prosa ein wenig wie mit Maggi-Würfeln. Einmal hin und wieder ist ok, aber dauernd, das stumpft ein wenig ab. Über Hunderte von Seiten LeClezios gehobene Wüstenprosa zu lesen, kam mir ein wenig so vor, als höre ich die Stundenlang Ouvertüre und Finale auf einmal. Auf die Dauer ist das schwer erträglich.
Und schließlich hatte ich, je langer ich in "Wüste" las, das unbestimmte Gefühl, dass ich diese Diktion bereits kenne. Erst am Ende des Buches fiel mir auf: die Sprache, in der LeClezios das vorliegende Buch erzählt, ist die Sprache von Antoine de Saint Exupery in "Die Stadt in "Wüste." Wer will, kann die beiden Bücher wahllos nebeneinander aufschlagen und einzelne Passagen vergleichen, er wird frappierende Übereinstimmungen finden.
Wie immer man diese Übereinstimmungen auch bewerten mag, insgesamt hat mich das Buch nur teilweise überzeugt. Wer sich für die Wüste interessiert, wen die Hektik der urbanen Welt nervt, wer eine Reise durch Marokko, nach Tarudant oder Marrakesch unternehmen will, wird das Werk sicher mit Gewinn lesen. Aber ich hatte mir ehrlich gesagt, mehr versprochen.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Großartig 10. Oktober 2008
Format:Broschiert
Nour der Nomadenjunge, vom Stamm der Touareg begleitet seinen Stammesscheich auf der Flucht vor den Franzosen anfang des 20Jahrhunderts quer durch die Wüste.
70 Jahre später bricht ein Mädchen aus der marrokanischen Vorstadt auf um nach Mareille zu gehen.
Sie wird dort Fotomodell ,flüchtet aber zurück in die Wüste als sie merkt das die sogenannte Zivilisation ihre Seele für den Preis des Erfolges haben möchte.
In diesem Roman schafft es Le Clezio sein exentiallistisches Weltbild mit Sozialromantik und Wüstensagas abgemildert an den Leser zu bringen.
Der Roman trägt durch die arabisch angehauchte dichterische Sprache den Leser mühelos durch die gut 300 Seiten.
Ein schönes Buch bestehend aus bildhaften Metaphern die uns die Gedanken des genialen Autors näherbringen ohne jedoch dessen Radikalität einzufordern. Bewegend und nachdenklich.
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