Frankfurter Rundschau v. 2.12.1999, Sabine Krischke
"Geschichten mit Herz eröffnen Blicke in die Seelen Heitere, teils erotische Geschichten mit Herz, die feinfühlig in die Seelen der Menschen blicken und den Sinn für das Fremde zu öffnen versuchen. Und gleichzeitig ein Plädoyer für das Naturerlebnis. Ob Snobs, die sich in Meditation üben, Wissenschaftler, die in der Natur der Zukunft die Ketten des Expertentums abschütteln, verführerische Frau, die Männer verzaubert, oder variantenreiche Wüsten-Erlebnisse deutscher Touristen in Amerika."
Kelkheimer Zeitung, 27.10.1999, Peter Hillebrecht
Regina Berlinghof: "Wüste, Liebe und Computer" - Das neue Buch der Kelkheimer Autorin Regina Berlinghof Man sollte sich nicht dazu verführen lassen, das Komma im Buchtitel zu streichen. Selbst mit Sehnsucht nach wüster Liebe. In Regina Berlinghofs neuem Buch, einer Sammlung von "Geschichten", wird natürlich geliebt, doch nicht wüst, eher liebevoll. Liebe im heißen Wüstensand von Death Valley in Amerika? Na ja, da ist es eben hitziger als in Mitteleuropa, und Amerikanismen lesen sich hier ganz anders, als sie zuweilen "drüben" benutzt werden. Regina Berlinghof schrieb rechtzeitig zur Buchmesse Geschichten, gezaubert aus der Fantasie der Volljuristin, die Bibliothek- und Rechts-Assessorin wurde, bevor sie beschloss: Arbeiten zum echten Geldverdienen ja, aber nur halbtags. Der Abend dann zum Abschalten, zum Schreiben. "Lilli oder Das dritte Auge vielleicht auch der Bericht vom "Kleinen Bruder" oder vom Schriftsteller Vojko Trutzkij, der sich so gar nicht an dieses seelenlose Ding Computer gewöhnen mochte, der als Schriftsteller von der Ehefrau an die Tastatur gebracht wurde, um dann champagnertrunken nach den Computer-Erfolgen nachts im Ehebett zu verbleichen. Vielleicht auch die Kurzgeschichte "Der See" - eine scharfäugig beobachtete soziologische Abrechnung mit den Wohlstands-Touristen, aufgegriffen vielleicht die Informationen in Amerika, vielleicht in Israel oder Ägypten - wo auch immer. Aber messerscharf beobachtet. Und trotzdem: Viel Fantasievolles mit der Wirklichkeit und dem Leben verwoben, oft nur angedeutet, aber immer präsent.
Das Lesen macht einfach Spaß, nachdem man sich über das Titelbild freute, ein Felsen aus dem Monument Valley, elektronisch mit dem Computer verfremdet. Und dies, obwohl nicht alles liebe heile Welt bei Regina Berlinghof ist.
Sicher, es wird nicht jeder mit ihrer teilweise skurrilen Fantasie klar kommen. Aber ihr erstes Buch "Mirjam" (Maria Magdalena und Jesus) ist auch nicht überall auf Gegenliebe gestoßen, nicht zuletzt wohl auch aus religiösen Gründen.