Dass diese Blamage gerade Oberstleutnant Kranzjenich passiert, der ein Intimfeind von Mario Palinski ist, freut letzteren natürlich besonders. Noch dazu zieht sich Kranzjenich mit dieser Blamage selbst aus dem Verkehr, und das mitten in einer mehr als kritischen Situation: Immer wieder tauchen in Wien/Döbling, einer der "Nobelbezirke" Wiens, Leichenteile auf. Ganz offensichtlich treibt ein irrer Mörder sein Unwesen.
Als dann Mario Palinski von seiner "Wahltante", die in einem Döblinger Seniorenheim mehr "residert" als wohnt, ganz interessante Details über einen Todesfall im Seniorenheim erfährt und sozusagen als "Nebenprodukt" auch ein paar Indizien mitgeliefert bekommt, die zum "Schlächter von Döbling" passen könnten, wird die Sache - auch für die Politik und Innenminister Fuschee - immer brisanter. Palinski bleibt wenig Zeit für sein (etwas dubioses) Institut, dafür unterstützt er die Polizei, die an einem toten Punkt angelangt ist. Dass dabei einige Leute in Lebensgefahr geraten, ist bei dieser Konstellation nicht weiter verwunderlich...
Pierre Emme hat mit seinem 4. Roman den wahrscheinlich besten Krimi rund um den sympathischen Mario Palinski abgeliefert. Wir finden (wieder) all jene "Ingredienzien", die einen ausgezeichneten Regionalkrimi ausmachen: sehr gut präsentiertes und glaubwürdiges Lokalkolorit (auch für Nicht-Wiener verständlich); viel Humor - vor allem im Zusammenhang mit den "Abspeckbemühungen" unseres Helden; sympathische (neue) Figuren - und einen Mario Palinski, der nicht einmal vor einem Minister kuscht (höchstens vor seiner Wilma). Und gerade seine Beziehung zu Wilma bietet Stoff für viele humorige Details...
Summa summarum: Ein sehr spannender Austro-Krimi mit einem tollen Finale, der Lust auf weitere Palinski-Krimis macht.
Und wann klopft der ORF bei Autor oder Verlag wegen einer Verfilmung an?