![]() Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Der Würfelspieler gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 2,10 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.
|
Produktinformation
|
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
|
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
|
||||||||||||||||||||||
|
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
NICHTS ALS EIN WÜRFELSPIELER BIN ICH ...,
Von Marion Sens "ms" (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Würfelspieler (Gebundene Ausgabe)
Kurz vor seinem Tod im August 2008 veröffentlichte der palästinensische Dichter Mahmud Darwisch (auch Mahmoud Darwish) das mehr als zwanzig Seiten lange Gedicht DER WÜRFELSPIELER in der in London erscheinenden Zeitung Al-Quds al-arabi. Die deutsche Übersetzung liegt seit einigen Wochen durch den Münchner A1 Verlag vor.Dem zweisprachigen Lyriker Adel Karasholi ist nicht nur eine ganz wunderbare Übersetzung gelungen: in dem ungewöhnlich langen Vorwort MAHMOUD DARWISH UND DIE FATA MORGANA DES FRIEDENS schildert er zudem das Leben seines literarischen Weggefährten in sehr persönlicher und liebevoller Weise. So gibt er einen Abriss über dessen künstlerische Entwicklung, die untrennbar, ja sogar abhängig von der Geschichte des palästinensischen Volkes ist. Adel Karasholi nimmt Abschied von einem ganz besonderen Menschen, der als einer der herausragenden Dichter der arabischen Welt und als die poetische Stimme des palästinensischen Volkes gilt. Mahmud Darwisch hat an seinem Ruhm, der ihn nach und nach vereinsamte, schwer getragen. Auch darüber schreibt er im WÜRFELSPIELER. Geboren wurde er 1941 im Dorf Al Birwe bei Akko (ehemaliges Palästina). Als Siebenjähriger flieht er während des israelischen Unabhängigkeitskrieges in den Libanon und kehrt nach israelischer Staatsgründung heimlich in sein Geburtsland zurück. Siebzehnjährig veröffentlicht er sein erstes Gedicht und wird umgehend verhaftet. Nach mehreren Inhaftierungen und jahrelangen Hausarresten geht Mahmud 1970 ins Exil und lebt vorübergehend u.a. in Beirut, Tunis, Paris, auf Zypern, in Amman und zuletzt in Ramallah. Die Heimatlosigkeit begleitet ihn bis zu seinem Tod; auf die Frage WER BIN ICH OHNE EXIL? schreibt er: An deinen Namen bindet mich das Wasser ... nichts führt mich aus den Schmetterlingen meiner Träume in die Wirklichkeit: kein Feuer, kein Lehm. Wir sind so leicht wie unsere Häuser in den fernen Winden. Wir sind Freund den fremden Geschöpfen zwischen den Wolken ... Mahmud Darwisch ist bislang vielleicht der einzige, dem es gelang, arabische Dichtung durch kreative Inspiration mit moderner, europäischer Literatur in Einklang zu bringen. Seine Gedichtbände erreichten Millionenauflagen, und das in der arabischen Welt, wo immer noch ca. 60% der Bevölkerung Analphabeten sind. Die Franzosen haben Darwisch schon vor Jahrzehnten viel und gerne gelesen, das deutsche Publikum tut sich jedoch schwer, seine Gedichte gelten nach wie vor als Geheimtipp. Vielleicht werden Adel Karasholis Gedanken über Mahmud Darwisch dazu beitragen, dass auch die deutsche Übersetzung vom WÜRFELSPIELER gerne gelesen und verstanden wird. Im vorliegenden Gedichtband werden Leben und Dasein zu einem Spiel des Zufalls und stehen unter der spürbaren Gegenwart des Todes. Die Unmittelbarkeit, mit der Mahmud Bilder von Vergeblichkeit und Hoffnung, Zerrissenheit, Trauer und Liebe verbindet, macht dieses Gedicht nicht nur zu einem sehr persönlichen Bekenntnis, sondern auch zu einem poetischen Vermächtnis. Angelehnt an arabische Dichter wie Nizar Qabbani und Abd al-Wahab al-Bayyati, aber auch an internationale Dichter wie Aragon, Brecht, Lorca und Neruda, sind seine Verse trotz Zorn und Traurigkeit voller Anmut und Zärtlichkeit. 2004 schrieb er noch in seinem Gedicht IN JERUSALEM: Plötzlich schrie eine Soldatin: Du schon wieder? Hab ich dich nicht getötet? Und ich sprach: Du hast mich getötet - aber ich vergaß genau wie du zu sterben. 2008 schrieb er im WÜRFELSPIELER: Ich glaube an meine Begabung den Schmerz zu entdecken um zehn Minuten vorm Sterben den Arzt zu rufen zehn Minuten genügen um zufällig am Leben zu bleiben und das Nichts zu enttäuschen. Mahmud setzt sich im WÜRFELSPIELER nicht nur mit der israelischen Besatzung und seiner Herzerkrankung auseinander. Er beschreibt auch, wie sehr er unter seinem Ruhm litt, wie die begeisterte Umarmung seiner Leser, vor allem aber seiner Zuhörer ihn allmählich zu erwürgen drohte. Er, der mit seinen Lesungen wiederholte Male Fußballstadien füllte, rebelliert nun offen gegen das erhabene Bild einer Legende, das andere ihm als Spiegel vorhalten: Umarme mich sanft damit mich der Wind nicht verstreue auch im Wind kann ich mich nicht lösen vom Alphabet Ach wenn ich nicht auf einem Berg stünde hätte mich des Adlers Einsiedelei beglückt denn kein Licht ist höher doch ein Ruhmesraum wie dieser derart gekrönt mit goldnem unendlichem Blau ist schwer zu besuchen: Der Einsame bleibt einsam dort Absteigen kann er nicht auf eigenen Füßen denn weder der Adler will laufen noch fliegen kann der Mensch Ach wie ein Abgrund ist dieser Gipfel dieses Berges hohe Abgeschiedenheit ... Und er schreibt weiter über Zufälligkeiten, die Liebe und vom Frieden: Nichts als ein Würfelspieler bin ich zuweilen gewinne zuweilen verliere ich wie ihr bin ich und vielleicht ein wenig weniger ... Und mein Unglück ist dass ich mehrmals gerettet wurde als ich vor Liebe sterben wollte und mein Glück ist dass ich noch fügsam genug bin die Liebe zu erfahren ... Wenn der Himmel ergraut und ich plötzlich eine Rose blühen sehe aus den Rissen in der Mauer so sage ich nicht der Himmel sei grau sondern betrachte lange die Rose und ich sage ihr: welch ein schöner Tag ... Friede ist ein vertrauter Morgen, ein freundlicher Leichtfüßiger, fern jeder Feindschaft ... Frieden heißt den Garten pflegen und fragen: Was pflanzen wir demnächst? ... Friede heißt, einen Jungen beweinen, dem ein Frauenblick das Herz durchbohrte keine Kugel, keine Granate Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
|
|
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|