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Der Würfelspieler
 
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Der Würfelspieler [Gebundene Ausgabe]

Mahmoud Darwish , Adel Karasholi
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 92 Seiten
  • Verlag: A 1 Verlagsges.; Auflage: 2., Aufl. (24. August 2011)
  • Sprache: Arabisch, Deutsch
  • ISBN-10: 3940666084
  • ISBN-13: 978-3940666086
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 570.633 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ma?m?d Darw??
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Während mehr als vier Dekaden war Darwish nicht nur eine Ikone der Palästinenser; er galt als der größte lebende Dichter arabischer Sprache schlechthin und als einer der bedeutendsten Innovatoren der arabischen Lyrik Vielleicht zum ersten Mal in der neueren Geschichte haben arabische Könige und Präsidenten den Tod eines Lyrikers beklagt", schrieb der jordanische Schriftsteller Fakhri Saleh in seinem Nachruf in der Neuen Zürcher Zeitung.
Wenige Wochen vor seinem Tod im August 2008 veröffentlichte Mahmoud Darwish in der in London erscheinenden Zeitung Al-Quds al-arabi ein langes Gedicht: "Der Würfelspieler".
Bereits mit den ersten Versen setzt Mahmoud Darwish an zu jener schonungslosen Selbstbefragung, jenem Sich-selbst-in-Frage-stellen, das sein Spätwerk bestimmte. Dabei werden Leben und Dasein zu einem Spiel des Zufalls und stehen unter der spürbaren Gegenwart des Todes, während die Suche nach der verlorenen Heimat weitergeht.
Die Unmittelbarkeit, mit der Darwish diese Gratwanderung mit Bildern von Vergeblichkeit und Hoffnung, Zweifel, Zerrissenheit, Angst und Liebe vereinigt, macht dieses Gedicht zu einem literarischen Vermächtnis.
Der Gedichtband vereinigt den arabischen Text und die Übertragung in die deutsche Sprache durch den Lyriker und engen Freund Adel Karasholi, der auch das Vorwort verfasste.

Über den Autor

Mahmoud Darwish wurde 1941 im Dorf al Birwe bei Akko (Palästina) geboren. Nach mehreren Inhaftierungen verließ er Israel und ging 1970 ins Exil. Darwish gilt als einer der herausragenden Dichter der arabischen Welt und als die poetische Stimme des palästinensischen Volkes. Zuletzt lebte er in Amman und Ramallah. Er starb 2008 in Houston/Texas.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen NICHTS ALS EIN WÜRFELSPIELER BIN ICH ..., 3. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Würfelspieler (Gebundene Ausgabe)
Kurz vor seinem Tod im August 2008 veröffentlichte der palästinensische Dichter Mahmud Darwisch (auch Mahmoud Darwish) das mehr als zwanzig Seiten lange Gedicht DER WÜRFELSPIELER in der in London erscheinenden Zeitung Al-Quds al-arabi. Die deutsche Übersetzung liegt seit einigen Wochen durch den Münchner A1 Verlag vor.

Dem zweisprachigen Lyriker Adel Karasholi ist nicht nur eine ganz wunderbare Übersetzung gelungen: in dem ungewöhnlich langen Vorwort MAHMOUD DARWISH UND DIE FATA MORGANA DES FRIEDENS schildert er zudem das Leben seines literarischen Weggefährten in sehr persönlicher und liebevoller Weise. So gibt er einen Abriss über dessen künstlerische Entwicklung, die untrennbar, ja sogar abhängig von der Geschichte des palästinensischen Volkes ist.

Adel Karasholi nimmt Abschied von einem ganz besonderen Menschen, der als einer der herausragenden Dichter der arabischen Welt und als die poetische Stimme des palästinensischen Volkes gilt.

Mahmud Darwisch hat an seinem Ruhm, der ihn nach und nach vereinsamte, schwer getragen. Auch darüber schreibt er im WÜRFELSPIELER.

Geboren wurde er 1941 im Dorf Al Birwe bei Akko (ehemaliges Palästina). Als Siebenjähriger flieht er während des israelischen Unabhängigkeitskrieges in den Libanon und kehrt nach israelischer Staatsgründung heimlich in sein Geburtsland zurück. Siebzehnjährig veröffentlicht er sein erstes Gedicht und wird umgehend verhaftet.

Nach mehreren Inhaftierungen und jahrelangen Hausarresten geht Mahmud 1970 ins Exil und lebt vorübergehend u.a. in Beirut, Tunis, Paris, auf Zypern, in Amman und zuletzt in Ramallah.

Die Heimatlosigkeit begleitet ihn bis zu seinem Tod; auf die Frage WER BIN ICH OHNE EXIL? schreibt er:

An deinen Namen bindet mich das Wasser ... nichts führt mich aus den Schmetterlingen meiner Träume in die Wirklichkeit: kein Feuer, kein Lehm. Wir sind so leicht wie unsere Häuser in den fernen Winden. Wir sind Freund den fremden Geschöpfen zwischen den Wolken ...

Mahmud Darwisch ist bislang vielleicht der einzige, dem es gelang, arabische Dichtung durch kreative Inspiration mit moderner, europäischer Literatur in Einklang zu bringen.

Seine Gedichtbände erreichten Millionenauflagen, und das in der arabischen Welt, wo immer noch ca. 60% der Bevölkerung Analphabeten sind.

Die Franzosen haben Darwisch schon vor Jahrzehnten viel und gerne gelesen, das deutsche Publikum tut sich jedoch schwer, seine Gedichte gelten nach wie vor als Geheimtipp. Vielleicht werden Adel Karasholis Gedanken über Mahmud Darwisch dazu beitragen, dass auch die deutsche Übersetzung vom WÜRFELSPIELER gerne gelesen und verstanden wird.

Im vorliegenden Gedichtband werden Leben und Dasein zu einem Spiel des Zufalls und stehen unter der spürbaren Gegenwart des Todes.

Die Unmittelbarkeit, mit der Mahmud Bilder von Vergeblichkeit und Hoffnung, Zerrissenheit, Trauer und Liebe verbindet, macht dieses Gedicht nicht nur zu einem sehr persönlichen Bekenntnis, sondern auch zu einem poetischen Vermächtnis.

Angelehnt an arabische Dichter wie Nizar Qabbani und Abd al-Wahab al-Bayyati, aber auch an internationale Dichter wie Aragon, Brecht, Lorca und Neruda, sind seine Verse trotz Zorn und Traurigkeit voller Anmut und Zärtlichkeit.

2004 schrieb er noch in seinem Gedicht IN JERUSALEM:

Plötzlich schrie eine Soldatin:

Du schon wieder? Hab ich dich nicht getötet?

Und ich sprach: Du hast mich getötet - aber ich vergaß

genau wie du

zu sterben.

2008 schrieb er im WÜRFELSPIELER:

Ich glaube an meine Begabung

den Schmerz zu entdecken um zehn Minuten

vorm Sterben den Arzt zu rufen zehn Minuten

genügen um zufällig am Leben zu bleiben

und das Nichts zu enttäuschen.

Mahmud setzt sich im WÜRFELSPIELER nicht nur mit der israelischen Besatzung und seiner Herzerkrankung auseinander. Er beschreibt auch, wie sehr er unter seinem Ruhm litt, wie die begeisterte Umarmung seiner Leser, vor allem aber seiner Zuhörer ihn allmählich zu erwürgen drohte. Er, der mit seinen Lesungen wiederholte Male Fußballstadien füllte, rebelliert nun offen gegen das erhabene Bild einer Legende, das andere ihm als Spiegel vorhalten:

Umarme mich sanft damit mich der Wind nicht verstreue

auch im Wind kann ich mich nicht lösen

vom Alphabet

Ach wenn ich nicht auf einem Berg stünde

hätte mich des Adlers Einsiedelei beglückt denn

kein Licht ist höher

doch ein Ruhmesraum wie dieser derart gekrönt

mit goldnem unendlichem Blau

ist schwer zu besuchen: Der Einsame bleibt einsam dort

Absteigen kann er nicht auf eigenen Füßen

denn weder der Adler will laufen

noch fliegen kann der Mensch

Ach wie ein Abgrund ist dieser Gipfel

dieses Berges hohe Abgeschiedenheit

...

Und er schreibt weiter über Zufälligkeiten, die Liebe und vom Frieden:

Nichts als ein Würfelspieler bin ich

zuweilen gewinne zuweilen verliere ich

wie ihr bin ich und vielleicht

ein wenig weniger

...

Und mein Unglück ist dass ich mehrmals

gerettet wurde als ich vor Liebe sterben wollte

und mein Glück ist dass ich noch fügsam genug bin

die Liebe zu erfahren

...

Wenn der Himmel ergraut

und ich plötzlich eine Rose blühen sehe

aus den Rissen in der Mauer

so sage ich nicht der Himmel sei grau

sondern betrachte lange die Rose

und ich sage ihr: welch ein schöner Tag

...

Friede ist ein vertrauter Morgen, ein freundlicher

Leichtfüßiger, fern jeder Feindschaft

...

Frieden heißt den Garten pflegen und fragen:

Was pflanzen wir demnächst?

...

Friede heißt, einen Jungen beweinen, dem ein Frauenblick

das Herz durchbohrte

keine Kugel, keine Granate
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