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Was der ehemalige SPIEGEL - Autor hier in seinem Buch tut, ist der Versuch den Begriff "Würde" neu zu beleben. Wo wir heute diesen Begriff gar nicht mehr nutzen oder wie im Fall des ehemaligen Bundespräsidenten Wulff über Gebühr strapazieren, kann unser Umgang mit dem was eigentlich mit Würde gemeint ist nicht mehr richtig sein.

Der Autor Mathias Schreiber geht dem Begriff "Würde" in verschiedenen Lebensbereichen nach. Um beim Beispiel Wulff zu bleiben, hat er sich einige Aussagen von damals genauer angeschaut und ist der Meinung, wer damals von der Würde Wulffs sprach, wollte viel mehr an seine Rechte erinnern, dies jedoch ist inhaltlich etwas völlig anderes.

Also was ist Würde?

Der für mich schönste Satz des Buches ist dieser: "Die moderne Medienwelt ist das dornenreiche Feld, über das die Würde zu schreiten versuchen muss." Genau dieser Satz trifft das so schwierig in Worte zu fassende. Aber mit "Würde" hat unsere laute und wortgewaltige Medienwelt sicher nicht viel zu tun.

Ist "Würde" eher bei den Stillen zu suchen?

Denken wir an Schweigeminuten, den großen Zapfenstreich oder an Menschen die erst überlegen bevor sie ihre Worte aussprechen, dort wird "Würde" für mich geradezu sichtbar. Joachim Gauck ist beispielsweise für mich ein Mann der "Würde" ausstrahlt. Bei ihm habe ich das Gefühl der Einheit von Wort und Tat, wohlüberlegt redet er seit Jahrzehnten und gibt Menschen Hoffnung.

Mathias Schreiber geht bei seinen Definitionsversuchen oft in die Geschichte, dies macht ein Manko sichtbar. Mit Schreiber gemeinsam über den Verlust von "Würde" nachzudenken, lässt erkennen wessen wir uns berauben, wenn wir nicht endlich beginnen auf unser Alltagsgeplapper zu achten!
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TOP 50 REZENSENTam 1. Dezember 2013
Würde bedeutet nichts anderes als Wert. Menschen in Zeiten des Spätkapitalismus haben jeglichen Wert verloren, sie sind zu Kostenfaktoren und Fernsehquotenhanseln degeneriert. Und jetzt schlagen sie zurück. Es ist nichts als ein Schrei nach Wert, der über den Mehrwert von Waren hinausgeht. Diesen Wert wiederherzustellen, dazu genügen Appelle nicht, es müssen die Wurzeln kuriert werden. Dazu hat m.E. der aktuelle Papst richtige Gedanken geliefert. Wir denken doch, es würde schon ausreichen, die FDP abzuwählen, um alles in Ordnung zu bringen.

Dieses Buch ist Zeitkritik, keine erbauliche Lebenshilfe. Es ist die Beschreibung einer egoistischen Gesellschaft, einer kulturlosen Endzeit, kein Respekt, keine Scham, kein Ideal, keine Balance aus Körper und Seele, ein Endkampf zwischen Arm und Reich, zwischen Idealisten und Geldzynikern, alles ist aus den Fugen geraten, ein Kampf alle gegen alle.

Seit die Presse durch S***storms aufgemischt wird, fallen alle Schranken. Die Würdelosigkeit befindet sich in einem freien Durchfall. Wir sehen und lesen Dinge, die früher hinter Mauern des Schweigens und dicken moralischen Kirchentüren lediglich gedacht wurden.

Heute wird frank und frei ausgesprochen, je tiefer man nach unten gehen kann, die Hosen der anderen ablässt, umso lieber, formuliert Matthias Schreiber in seiner Analyse der Jetztzeit treffend.

Zu meiner eigenen Überraschung sehe ich diese Würdelosigkeiten nicht ausschließlich negativ. Im Gegenteil, immer positiver: was wir in S***storms lesen ist nichts anderes als die Bedeutungslosigkeit von Menschen - von gestern.

Jeder hätte das Recht auf etwas Bedeutung - und nicht nur in dürren gesprochenen Schubladenzeilen zu seiner Beerdigung. Das Würdelose ist im Umkehrschluss nichts als die arrogante Handhabung der bisherigen Habenichtse durch jene, die Deutungsmacht hatten.

Sie, die Habenichtse, schlagen und formulieren in Zeiten des Internets zurück. Sie sagen endlich, was die Helden unserer Jetztzeit nie gedacht hätten, was man so über sie denkt. Dies kann heilsam sein, weil es das zu hohe Ross verhindert.

Noch haben Menschen nicht jene Töne gefunden, die einer alten Würde des von Oben-nach-Unten Gedachten entspräche, in einem neuen Gleichgewicht. Sie sagen Dinge, von denen man nicht hoffen mochte, dass sie das sind. Und doch, ganz tief unten, sie sind in jedem von uns. Würdelose Vorurteile, Verurteilungen, leichte Handlungsanleitungen, dünne Hilfs-Schablonen des Lebens.

In diesem Buch wird dazu aufgerufen, ihnen Einhalt zu gebieten, sich selbst, zuerst sich selbst zu ändern, in Dingen des Alltags, in jeder kleinen Verrichtung.

Achtsamkeit des Denkens ist keine Disziplin mehr, die in unserer Gesellschaft im Katastrophenmodus gelehrt wird. Geleert werden aktuell die Speicher des Menschlichen, alles will raus, endlich raus, nach Jahrhunderten der Nichtbedeutung.

Lanz abschalten, ein gutes Buch lesen, mitfühlen lernen, die eigene Würde bewahren und sie auf andere übertragen, philosophische Praxis und Vorbild sein, kein Held, sondern ein Gleicher unter Gleichen, darauf käme es heute an.

Und dieses Buch weist gute Richtungen, endlich die im Grundgesetz eingeforderte Würde des Menschen anzunehmen, sie von sich selbst auf andere zu übertragen - und keinem das antun, was man selber ebensoweing möchte. Was könnte man tun? Schreiber meint: In Alltagssituationen gegen halten, weniger ist mehr, mehr Bescheidenheit, mehr Geduld, Zeit nehmen, nicht immer der Schnellste, kein Held, ein Mensch sein wollen. Vor allem aber: Widerstand gegen die konsumistischen Augenblicke der Wachsdummsgeschellschaft.
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am 2. Februar 2014
es war für ein krankenhaus besuch ein schönes geschenk besser als blumen kam auch sehr gut an danke noch mal
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