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Die Würde des Menschen oder Der blinde Fleck in unserer Gesellschaft
 
 
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Die Würde des Menschen oder Der blinde Fleck in unserer Gesellschaft [Gebundene Ausgabe]

Stephan Marks
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus (25. Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3579067559
  • ISBN-13: 978-3579067551
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,2 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 71.537 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Eine Kultur der Menschenwürde zu leben - das verdeutlicht dieses höchst lesenswerte Buch - ist möglich. [] Gerade für Lehrkräfte ist dies ein erhellendes und wichtiges Buch. Es zeigt: Ein würdevoller Umgang mit sich und anderen ist Voraussetzung für eine gelingende Arbeit - und für gelingendes Leben. Und in diesem Sinne ist dieses Buch jedem zu empfehlen." (BRU Magazin, Georg Wagensommer )

"Menschen reagieren mit dem Ur-Gefühl der Scham, wenn sie sich entblößt, in ihrer Integrität verletzt fühlen. Die gesellschaftliche Sensibilisierung für diesen 'blinden Fleck' hält der Verfasser für notwendig, um Ausbrüche von Gewalt zu vermindern." (Thomas Brose in Christ in der Gegenwart )

"Das Buch ermutigt seine Leser, die vorhandenen Möglichkeiten wahrzunehmen, für die Menschenwürde einzutreten. [] Ich bin überzeugt, dass die Zeit reif ist, schreibt Stephan Marks gegen Ende seines Buches. Ja - die Zeit ist reif!" (Neues Deutschland, Detlef Träbert )

Kurzbeschreibung

»Scham ist die Hüterin der menschlichen Würde.«
Leon Wurmser


- Menschenwürde und Scham: ein überfälliges Thema

- Analysen, Rahmenbedingungen und konstruktive Ausblicke; für eine menschenwürdige Gesellschaft

»Die Würde des Menschen ist unantastbar« – so ist es im Artikel 1 unseres Grundgesetzes verankert. Wenn aber alte Menschen als »Schrott« bezeichnet werden, Arbeitslose als »Wohlstandsmüll«, Lehrer als »Halbtagsjobber« oder Ostdeutsche als »zurückgebliebene Ossis« – dann stimmt etwas nicht mehr in unserer Gesellschaft. Laut Stephan Marks gehört die Entwürdigung der Menschen schon so sehr zu unserem Alltag, dass dies oft gar nicht mehr wahrgenommen wird. Folge solcher »Vergiftung« ist, dass z. B. an Schulen unschätzbare Potenziale und damit künftige Lebenschancen junger Menschen zerstört werden, dass eine immer größere Anzahl von Akademikern die Bundesrepublik verlässt und auch, dass ungezählte junge Menschen in Depression, Sucht, Mobbing, Gewalt, Rechtsextremismus oder Suizid flüchten.

Der Autor analysiert diese alltäglichen Entwürdigungen und weist konstruktive Wege zu einer menschenwürdigeren Gesellschaft.


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Format:Gebundene Ausgabe
Die Würde des Menschen ist längst nicht mehr so unantastbar, wie sie es sein sollte. Überall auf der Welt wird sie verletzt, missachtet, ausgeblendet und Zielen oder Sachzwängen" untergeordnet. Bereits Kant benannte jedoch den Menschen als Zweck - niemals als Mittel zum Zweck.

Stephan Mark untersucht in seinem Buch mit dem Untertitel Der blinde Fleck in unserer Gesellschaft" Ursachen und Folgen von Verletzungen der Menschenwürde. An seinem Buch haben mich viele verschiedene Dinge stark beeindruckt und so leuchten die 5 Amazon-Sterne wie Flutlicht.

Obwohl dem Buch wissenschaftliche Erkenntnisse und Gedanken zugrunde liegen, wurde es in einer Sprache verfasst die extrem gut verständlich ist und den Lesefluss nie hemmt. Es fällt ebenfalls auf, dass der Sprachstil zwar eher sanft ist, aber trotzdem vor sehr deutlichen Worten nicht zurückschreckt, wenn sie angebracht sind. Beispiel Ganztagsschule: Für die vielen Schüler, die die Schule als einen Ort des Grauens erleben, wird dieses Grauen dadurch nur noch verlängert."

Ebenso deutliche Worte findet der Autor für die wahren Ursachen der Amokläufe und das, was in Umkehrung daraus gestrickt wird, die Umleitungsschilder, die von den wahren Ursachen ablenken sollen: Waffengesetze, Computerspiele und Alarmknöpfe. In diesem Buch wird die komplette Tragik der Amokläufe erkannt und dargestellt. Der Leser erkennt, wie sich Demütigungen und daraus resultierende Scham summieren und zur Katastrophe führen können. Ich halte dieses Buch für einen extrem wichtigen Beitrag zu einer sinnvollen und effektiven Amokprävention. Da man die die hier aufgezeigten Mechanismen überdeutlich erkennt, wird jedem Leser sofort der einzig sinnvolle Weg klar.

Das Buch beschäftigt sich intensiv mit Schulen, da im Elternhaus und in der Schule die Weichen gestellt werden. Die Schule nimmt als Multiplikator hierbei jedoch eine besondere Rolle ein, die sehr ernst genommen werden muss. Ein guter Lehrer kann für Generationen Inspiration und Wegbereiter sein. Genau so kann jedoch ein schlechter Lehrer (meist völlig ungehindert) Generationen von Schülern belasten und einen zerstörerischen, vernichtenden Einfluss ausüben.

Stephan Marks beschreibt, wie in Bildung und Erziehung seit Jahrhunderten mit Demütigung, Schuld und Scham gearbeitet wird - ohne Rücksicht auf die Menschenwürde. Anhand der sehr vielfältigen Beispiele aus Kirchen, Militär, Schulen und Familien erkennt man schnell, wie oft Demütigungen und Beschämungen als Mittel zum Zweck eingesetzt werden, um Menschen letztendlich gefügig und lenkbar zu machen.

Der Autor erklärt überdies anhand eines Blicks in die Geschichte, dass Scham oft durch Generationen weiter gereicht wird - wie ein erdrückendes Erbe. Und so wachsen Menschen heran und sammeln auf ihrem Lebensweg einen wahren Berg von Demütigungen an. Manche zerbrechen unter der Last, werden von ihr erschlagen, fühlen sich minderwertig, schlecht und schwach - und resignieren am Ende, weil sie eines genau wissen: Es ist gleichgültig was ich unternehme oder leiste - es wird nie gut genug sein.

Herr Mark verfügt über eine ungeheure Intuition und beschreibt Alltagssituationen, die jeden Leser ansprechen und zu AHA! Erlebnissen führen. Man erkennt Ursachen, Mechanismen - und glücklicherweise auch die Auswege aus manchem Teufelskreis. Eigenes, gefühltes Wissen wird in diesem Buch wissenschaftlich untermauert und das ist einer der Gründe, warum man sich so wohl damit fühlt.

Wenn wir im Rahmen unserer Vereinsarbeit mit Opfern von Lehrergewalt sprechen, schleicht sich sehr oft auch der Gedanke ein: Mein Gott, was hat man diesem Menschen angetan - was wird hier weitergereicht? Manchmal sind die Antworten so offensichtlich, dass sie Außenstehenden fast ins Gesicht springen. Der Künstler, der nie Lehrer sein wollte - es aber aus wirtschaftlichen Zwängen musste. Der Leistungssportler, der nach einem Unfall Sportlehrer wurde. Die Grundschullehrerin, die vor ihrem gewalttätigen Mann in die erhofft heile Welt der Schule flieht - und Erstklässler misshandelt. Scheidungen, Todesfälle, Krankheiten und andere Lebenskrisen lassen unterdrückte Konflikte, Demütigungen und Schamgefühle hochsprudeln und häufig entlädt sich dieser Stau in Gewalt, Psychoterror, Sarkasmus oder sogar Missbrauch.

Stephan Marks beschreibt die Grundlagen, die schon in früher Kindheit gelegt werden wenn zum Beispiel keine liebevolle, stabile Eltern-Kind-Bindung aufgebaut werden konnte. Glücklicherweise führt nicht jeder Elternfehler zu lebenslangen Schäden, wenn Liebe und Grundvertrauen vorhanden sind. Fehlen jedoch die wichtigen Wurzeln, können Demütigungen auch im weiteren Leben schlechter abgeschüttelt oder verarbeitet werden und so entwickelt sich schlimmstenfalls ein pathologisches Vermeidungsverhalten.

Dank der verständnisvollen Beobachtungsgabe des Autors werden in diesem Buch viele Blickwinkel eingenommen und fast alle Lebensräume bis aufs i-Tüpfelchen beleuchtet. Beim Lesen schaltet sich das Kopf-Kino ein und man sieht auch eigene oder erzählte Erlebnisse vor sich. Durch die vorangegangenen Erklärungen versteht man nun jedoch die Hintergründe (besser) und es ergeben sich andere Ansätze und Möglichkeiten.

Warum ist es aber oft so schwierig, die Würde aller Mitmenschen zu achten? Die Antwort findet sich schon in der Bibel: Liebe deinen nächsten wie dich selbst. Ein Satz, der so einfach und doch so anspruchsvoll daher kommt. Klar, jeder kennt diesen Satz und versucht auch mehr oder weniger, sich daran zu halten, zumindest solange es uns nicht allzu viel (Mut, Geld, Zeit) abverlangt. Aber damit sind wir schon im zweiten Teil des Satzes, und genau hier liegt die Lösung: Stephan Marks belegt, warum es vielen Menschen so schwer fällt, sich zu mögen oder gar zu lieben.

Der Mensch wird häufig auf seine Defizite reduziert und damit zielgerichtet beschämt. Man hat kein Problem, man wird zum Problem und das gilt es zu beheben oder zu entsorgen. Die Schule legt hierzu wichtige Grundlagen, denn leider wird immer noch unter Dauereinsatz leuchtend roter Tinte (detailverliebt) nach Fehlern gesucht, statt vermehrt Stärken zu erkennen und zu fördern. Im Fernsehen werden Menschen zurechtoperiert, um einem fragwürdigen Schönheitsideal zu genügen. Straffgezogen, aufgespritzt, gepolstert - bis alle die gleichen Schlauchbootlippen und mimikfreien Gesichter haben? Im Berufsleben werden ältere oder kranke Mitarbeiter per Outsourcing" in die Arbeitslosigkeit geschickt und ausgemustert. Anstand und Würde passen vielerorts nicht mehr in unsere Zeit. Genau diese Denkweise verursacht massive Probleme und manchmal sogar Katastrophen.

Herr Marks beschreibt aber auch Positivbeispiele, die Mut machen und klar zeigen: Es geht auch anders! Und so steht am Ende die Forderung nach einer Kultur der Menschenwürde. Nicht des Hinschauens - das reicht bekanntermaßen nicht aus und wird auch allzu gern hochselektiv betrieben.

Eine Kultur der Menschenwürde... dieses Buch ist ein wertvoller Beitrag auf dem Weg dorthin.
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Format:Gebundene Ausgabe
Ein äußerst wertvolles Buch für diejenigen, die sich für das Thema Entwürdigung aus der Sicht der Scham-Psychologie interessieren. Dabei geht es darum, sich bewusst zu machen, wann,wo und in welcher Form die Entwürdigungen entstehen und erlebt werden. Bereits in der Einleitung versucht der Autor dem Leser anhand der Beispiele (z.B. Amoklaufen eines Schülers) klar zu machen, was heisst sich entwürdigt zu fühlen und welche Konsequenzen haben kann. Im Teil I wird die Menschenwürde dadurch konkretisiert, indem sie in Verbindung mit Scham-Formen erklärt wird. Scham-Formen sind Schutz, Zugehörigkeit, Integrität und Anerkennung. Im Teil II werden dann die Wege zu einem Würdevollen Leben gezeigt und diskutiert. Das Buch ist in jeder Hinsicht interessant und ich habe viele neue Erkenntnisse über Würde eines Menschens gewonnen. Viel Spass beim Lesen!!

Die Würde des Menschen oder Der blinde Fleck in unserer Gesellschaft
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Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Stephan Marks, der Autor des hier vorliegenden Buches, hat schon 2007 in seinem Buch "Scham - die tabuisierte Emotion" erfolgreich versucht, etwas wieder zu beleben und mit neuer Bedeutung aufzuladen, was mit schlimmen Folgen für die Gesellschaft in den letzten Jahren verloren gegangen ist.

In seinem neuen Buch widmet er sich ausführlich der im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantierten und festgeschriebenen Würde des Menschen, die dort als "unantastbar" bezeichnet wird.
Tatsächlich aber, so führt Marks überzeugend und erschütternd aus, wird die Würde des Menschen in unserem Land und in unserer Gesellschaft auf eine Weise angetastet und missachtet, die wir oft schon gar nicht mehr wahrnehmen, so haben wir uns schon daran gewöhnt. So werden, meist unwidersprochen, ältere Menschen als "Schrott" bezeichnet, Arbeitslose als Faulenzer oder gar "Wohlstandsmüll" und Ostdeutsche als "zurückgeblieben Ossis" u.v.a.m.

Die Menschenwürde ist in Gefahr , so Marks, zu einem abstrakten Ideal zu werden, das zwar jeder wichtig findet, aber in seinem eigenen Leben nicht mehr mit Inhalt füllen kann. Je weniger die Menschen in unserem Land selbst die Erfahrung gemacht haben, dass man ihre Würde achtet von Anfang an (Elternhaus, Kindengarten und vor allen Dingen in der Schule) desto weniger werden sie es selbst mit anderen tun. Marks spricht davon, den "transgenerationalen" Teufelskreis aufzubrechen, der immer weitere Missachtungen der Würde anderer Menschen und auch der eigenen generiert. Und er plädiert dafür, die Debatte und die Praxis geübter und gelebter Menschenwürde wieder von den auch gesellschaftlich diskutierten Konfliktfällen wie Stammzellenforschung, Abtreibung und Sterbehilfe hinzulenken auf den Alltag der Menschen in der Familie, in der Schule, an den Arbeitsplätzen, im Altenheim in den Sportvereinen - überall dorthin, wo konkrete Menschen mit anderen konkreten Menschen in irgendeiner Art von Interaktion sind.

Das Wichtigste an diesem Buch ist, dass der Autor die Menschenwürde als einen positiven Begriff mit richtigem Leben füllt und zeigt, wie sich Menschen würdigendes Verhalten im Alltag konstruktiv ausdrückt. Und er zeigt, wie jede und jeder Einzelne mit seinem eigenen Verhalten und Leben zu einer "Kultur der Menschenwürde" beitragen kann.

Der Rezensent ist davon überzeugt, dass dann, wenn wir eine solche Kultur entwickelt und dabei auch viele alte, vergessene und teilweise verachtete Werte wiederentdeckt haben werden, nicht nur das Lebensklima in unserem Land besser geworden sein wird, sondern auch viele der aktuellen Probleme in der Gesellschaft sich nicht mehr so dramatisch darstellen werden.

Allein: die Tatsache, dass so viele Menschen in ihrer Kindheit und Jugend in ihrer Würde so missachtet wurden, macht es zu einer gigantischen Aufgabe. Doch wie heißt es in einem Lied: "Viele 'kleine' Leute an vielen 'kleinen' Orten werden das Gesicht der Welt verändern."
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