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Wörterleuchten: Kleine Deutungen deutscher Gedichte Taschenbuch – 1. September 2011


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423346655
  • ISBN-13: 978-3423346658
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,2 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 256.513 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Peter von Matt, geboren 1937 in Luzern, ist emeritierter Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. Zahlreiche Veröffentlichungen insbesondere zur Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Else Lasker-Schüler

Giselheer dem Tiger

Über dein Gesicht schleichen die Dschungeln.
O, wie du bist!

Deine Tigeraugen sind süß geworden In der Sonne.
Ich trag dich immer herum Zwischen meinen Zähnen.

Du mein Indianerbuch,
Wild West,
Siouxhäuptling!

Im Zwielicht schmachte ich
Gebunden am Buxbaumstamm –

Ich kann nicht mehr sein
Ohne das Scalpspiel.

Rote Küsse malen deine Messer

Auf meine Brust –
Bis mein Haar an deinem Gürtel flattert.

Dschungelliebe in Berlin

1913 liebte Else Lasker-Schüler den jungen Dr. Benn und er sie vielleicht auch. Man sprach davon in den intellektuellen Kaffeehäusern Berlins und erwartete die Akteure gegen Abend. Es war Europas letzter glücklicher Sommer. In den Zeitschriften loderte der Expressionismus und versprach sich von der Zukunft, was sie nicht halten sollte. 700000 junge Männer hatten noch nie von Verdun gehört, wo sie einander wenig später alle umbringen mußten.
Mit seinen sechsundzwanzig Jahren war Benn der jüngste literarische Komet, Verfasser der »Morgue«, Schöpfer einer neuen Verbindung von Sentimentalität und Zynismus: Rotz, Eiter und Vergißmeinnicht. Ihm gegenüber erschien die vierundvierzigjährige Else Lasker-Schüler schon fast wie die Grand Old Lady der Poesie. Das machte die Affäre für das »Café des Westens« zusätzlich pikant. Doch was kümmerte sie selbst ihr Jahrgang! Sie hatte sich entschlossen, nie älter zu sein als ihre jungen Geliebten, und also war sie’s nicht, war sie jetzt um die sechsundzwanzig, eher noch etwas jünger.
Kaum lagen die beiden zusammen, schrieben sie auch schon darüber, öffentlich, in der »Aktion«, im »Neuen Pathos«, in der »Schaubühne«, Verse und lyrische Prosa. Das war weder indiskret noch anstößig, das war Berlin 1913. Nichts wird dadurch falsch in den Gedichten der verliebten Frau, die in dieser Liebe hil? os die Stärkere war, ein überlegenes Opfer. Zeichen dafür ist die Tatsache, daß sie nie in den Ton Benns ver? el, während er den ihren zu imitieren begann, nicht zuletzt in dem langen Gedicht »Drohungen«, in dem er sich die Freundin wieder vom Hals zu schaffen suchte:
Du, daß wir nicht an einem Ufer landen! Du machst mir Liebe: blutigelhaft: Ich will von dir. –
Die Metapher über ihre Art zu lieben ist abscheulich. Von solcher Häßlichkeit her offenbart sich erst die Schönheit in den Versen der Angesprochenen. Wie lieblich, wild und geistvoll, wie frei in aller Leidenschaft geht sie in dem Gedicht an Giselheer den Tiger mit Macht und Ohnmacht, Hingabe und Herrschaft in der Liebe zu Gottfried Benn um. Kaum ist er als Dschungelkönig eingesetzt, mit einem Gestus schaudernder Verehrung, verwandelt sie sich in die ältere, größere Tigermutter, die ihn als ihr Junges nach Katzenart in vorsichtigen Zähnen herumträgt.
Wie sehr sich auch die Frau an den Mann verloren haben mag, die Dichterin verliert die Gewalt über ihre Bilder nie. Entsetzlich ist die Marterwollust, in die sie das Beziehungsspiel taucht, gesteigert noch erscheint der Gestus schaudernder Verehrung im Schlußvers – der Mann als Täter, am meisten geliebt, wo er am grausamsten ist –, aber alles steht, genau besehen, doch nur in einem Indianerbuch, das sie auf- und zuschlägt nach Belieben. Unmittelbar an die matriarchale Vision von der wahren Dschungelherrin schließt sich die dreizeilige Strophe mit dem Buch. Über dieses verfügt sie wie über das Männerkätzchen. Wenn es aufgeblättert wird, Seite um Seite, bis der Siouxhäuptling erscheint und darauf alle brandigen Bilder für die gelebte Liebe, dann bleiben diese Bilder, bleibt am Ende auch das unerhörte Signal des flatternden Haars am Gürtel des Mannes ein Teil ebendieses Buches. Über ihm sitzt die Frau wie die Hexe über der Scharteke, in der ihre Rezepte stehen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von cl.borries am 7. April 2009
Format: Gebundene Ausgabe
Von dieser sehr hübsch aufgemachten Anthologie ist man sogleich entzückt. Bleistifte zeigen auf den Titel, und auf jedem Bleistift ist einer der im Inneren genannten Lyriker verewigt.

Fängt man zu blättern an, dann ist man hoch erfreut, unter vielen bekannten Dichtern auch solche zu finden, die so gar nicht gängig sind.
Hermann von Gilm zu Rosenegg mit seinem traurig melancholischen Gedicht >Allerseelen< springt sogleich ins Auge:
> Stell auf den Tisch die duftenden Reseden,
Die letzten roten Astern trag herbei
und lass uns wieder von der Liebe reden,
Wie einst im Mai.<
Der Refrain > wie einst im Mai...< von Rosenegg ist gängige Redensart, wenngleich er, ein Zeitgenosse von Fontane, Keller und Strom, nicht mehr gegenwärtig scheint.
Zart und einfühlsam erläutert Peter von Matt die seltsamen Wege der Unsterblichkeit. Er führt aus, wie viele Lyriker der Vergessenheit anheim gefallen sind wie z. B. der Dichter Hoffmann von Fallersleben. Dabei ist sein Lied >Deutschland Deutschland über alles <und> Ein Männlein steht im Walde...< nie vergessen worden.

Unbekannt auch ist das Gedicht von Ferdinand Raimund > Das Hohelied<.
Die fast lakonisch-komische letzte Strophe lautet:
> Zeigt sich der Tod einst mit Verlaub
und zupft mich: Brüderl, kumm!
Da stell ich mich im Anfang taub
Und schau mich gar nicht um.
Doch sagt er: Lieber Valentin!
Mach keine Umständ! Geh!
Da leg ich meinen Hobel hin
Und sag der Welt Adje.<
Wenn einem da der Abschied nicht leicht wird!

Von Goethe über Eichendorff, von Lessing über Hölderlin und von Jandl bis Fr.
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Detlef Rüsch #1 HALL OF FAME REZENSENTTOP 50 REZENSENT am 12. Dezember 2009
Format: Gebundene Ausgabe
"Wörterleuchten" - wer diesen Titel gewählt hat, kann es einfach nicht treffender benannt haben, was Peter von Matt hier zusammengestellt hat. Die Leuchtkraft der Gedichte und der oft so leise dazwischen gesetzten Worte, kommt bei den glänzenden Deutungen vielstrahlig zum Ausdruck.
Die Interpretationen der sechszig deutschen Gedichte von über dreißig Schriftstellern (hiervon immer zehn Schriftstellerinnen!) sind überschaubar, gut verständlich und greifen unterschiedliche Interpretationsformen auf, die mal mehr die Autoren/-innen einbeziehen, mal mehr den entsprechenden Zeitgeist und wiederum ein anderes Mal dezidiert die einzelnen Worte herausgreifen und in Deutungsmuster bringen. Peter von Matt schafft es, ein reiches Repertoire unterschiedlicher deutscher Dichtkunst auszuschöpfen und hierbei eine gesunde Mischung schafft zwischen bekannt-bewährten Gedichten ("Im Nebel" von Hermann Hesse; "Kriegslied" von Matthias Claudius, "Belsatzar" von Heinrich Heine oder "Todesfuge" von Paul Celan) und eher unvertrauten Werken selbst berühmter Dichter/-innen. Diese Sammlung macht damit aus diesem Deutungsband keine abgegriffene "Gedichte und ihre Deutungen - Best of- Sammlung", sondern lädt zum Schmökern ein zwischen den hier berücksichtigten Gedichten und ihren Deutungen auch mal wieder längst "verstaubte" Anthologien herauszugreifen und andere persönliche Interpretationen für sich zu finden.
Ob nun Mittelalter oder jüngste Literatur: Peter von Matt versteht es hier ausgewogen wertvolle Schätze zu heben und macht neugierig auf mehr.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Manfred Orlick HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 1. September 2011
Format: Taschenbuch
Sie waren der Schrecken in der Schulzeit: Gedichtinterpretationen. Im Literaturunterricht waren sie das am meisten gefürchtete Aufsatzthema. Was will der Autor uns mit dem Gedicht sagen? Analysieren Sie die Aussage des Gedichtes genauer! Werten Sie das Gedicht vom heutigen Standpunkt aus! ... O Graus, wie zermarterten wir uns die Köpfe damit. Nicht, dass uns Goethes "Osterspaziergang" oder Schillers "Der Taucher" missfielen - aber interpretieren, kommentieren und analysieren?! Nein danke, nie wieder Gedichtinterpretationen!

Aber nun doch wieder ... und zwar mit Freude. Der Literaturprofessor und mehrfach ausgezeichnete Autor zahlreicher Bücher Peter von Matt (Jg. 1937) stellt in "Wörterleuchten" sechzig Gedichte vor, vom Mittelalter bis zur zeitgenössischen Lyrik und präsentiert so an wenigen Beispielen das breite und volle Spektrum deutscher Dichtung. Vorgestellt und erläutert werden natürlich Klassiker wie Goethe, Schiller, Hölderlin, Heine oder Brecht, aber auch kaum bekannte Lyriker mit interessanten Versen finden Beachtung.

Zunächst wird der Leser mit dem jeweiligen Gedicht vertraut gemacht. Dem Originaltext folgt dann eine kurze und prägnante Interpretation, die auf die lyrische Sprache und die Besonderheiten des Textes eingeht. Daneben werden auch literaturgeschichtliche und historische Hintergründe beleuchtet, ja sogar Mehrdeutigkeiten und versteckte Geheimnisse aufgespürt.

Peter von Matt entpuppt sich als ein Meister der kleinen Form. Glänzend geschrieben, nicht hochwissenschaftlich, sondern einfallsreich und oftmals neue, unbekannte Gesichtspunkte erwähnend, sind die Texte eine wunderbare Lyrikeinladung.
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