Professor Bayer ist es mit seinem Krõner-Wõrterbuch zur Geschichte gelungen, ein Kompendium derjenigen typologischen geschichtlichen Erscheinungen und ihrer Fachbezeichnungen bereitzustellen, die man kennen muss, um tief und schnell durch die Fassaden des rechtlichen, kirchlichen und wirtschaftlichen Geschehens vom Beginn der schriftlich dokumentierten Zeit bis ins zwanzigste Jahrhundert zu blicken. Er hat die Stichworte so wählerisch, aber letztlich trotzdem so lûckenlos zusammengestellt, dass einem das schmale Lexikonchen mit seinen kurzen Definitionen jede mûßige Stunde versûßt, sofern man es nur erst einmal besitzt. Durch die lakonische Art des Werkes steht der Leser immer wieder erstaunt da und begreift Stûck fûr Stûck erst recht eigentlich sein eigenes Leben, ja, in letzter Konsequenz - unbewusst - sogar sich selbst. Dadurch, dass er das Prinzip eines Dings klar umrissen bekommt, kann er auch dessen ûberzeitliche Bedeutung erschauen. Ernst Bayer ist selbst so weit gegangen, Geschichtsstudenten sein "Wõrterbuch zur Geschichte" "auch" zum Querlesen zu empfehlen. Wenn man die weniger wichtigen Bedeutungen der Stichworte und die weniger wichtigen Unter-Stichworte schnell genug erkennt und beim Lesen ûberspringt, kann man es aber auch als Laie benutzen, um sich bequem echte Bildung einflõßen zu lassen, ohne deshalb unbedingt jedes Mal richtiggehend etwas nachzuschauen. Das Buch eignet sich allerdings nicht, um Daten oder Bezeichnungen von besonderen Vorkommnissen herauszufinden. Dadurch gewinnt es seine Ûbersichtlichkeit.