Neue Zürcher Zeitung
Livre de plaisance
Ein kleines Wörterbuch der Gartenkunst
Um gleich mit einer entschiedenen Kritik an dem «Kleinen Wörterbuch der europäischen Gartenkunst» zu beginnen: Da wird Etiketten- oder Titelschwindel betrieben; denn von europäischer Gartenkunst kann nicht die Rede sein, wenn die Länder Mittel- und Osteuropas mit ihrer oft grossartig-vielfältigen und eigenständig-anderen Gartenkunst und -kultur (z. B. St. Petersburg) einfach nicht vorkommen. In dem Wörterbuch hat es offensichtlich die Wende von 1989 noch nicht gegeben. Aber das lässt sich bald ändern, denn die Autorinnen, die mit Stolz behaupten können, dieses Wörterbuch sei das erste seiner Art zu diesem schönen Thema, haben die entsprechenden Stichwörterartikel bereits ausformuliert. Um mit einem Lob des kleinen Wörterbuchs der Gartenkunst fortzufahren: Das Buch ist in Anlehnung an das Stichwort «Maison de plaisance» ausgedrückt so etwas wie ein Dictionnaire de plaisance; lädt es doch den Leser ein, sich gleichsam so gründlich-kenntnisreich wie unterhaltend-erholsam in jenen oft phantasievoll gestalteten Kunstgefilden zu ergehen, in denen die Menschen in Erinnerung an das verlorene Paradies den Garten Eden auf mannigfaltigste Weise Kultur als Natur und Natur als Kultur zu inszenieren versuchen. Bevor diese Kunstgebildelandschaft mit den einzelnen Stichwörtern beschrieben wird, informiert in dem auch bebilderten Band eine kurze Einleitung über die «Gartenstile Europas» von der Antike bis zur Postmoderne. Antoine-Joseph Dézallier d'Argenville hat in seinem zuerst 1709 erschienenen Werk «La Théorie et la Pratique du Jardinage» auch die gartentechnische Konstruktion eines Grabens beschrieben, der unter «Aha» als Ausdruck des Erstaunens und der Überraschung bei Gartenkunst-Eingeweihten bekannt ist und darum selbstverständlich als Lexem «Aha» auch Eingang in das Wörterbuch gefunden hat. Beim ambulierenden oder promenierenden Blättern im kleinen Wörterbuch werden die Liebhaber und Connaisseurs der Gartenkunst viele technische Details und ästhetische Aspekte, aber auch kunsthistorische Zusammenhänge und geistesgeschichtliche Perspektiven erstmals neu oder wieder neu entdecken. Aha-Erlebnisse stellen sich immer wieder ein. Wie Points de vue gewähren und eröffnen die Stichwörter eindrucksvolle Einsichten und weite Aussichten in eine menschlich-natürliche Belvedere-Landschaft, die den Gedanken nahelegt, es könne sich nur um einen natürlich-menschlichen postparadiesisch kategorischen Imperativ handeln, den Candide formulierte, als er bemerkte: « . . . mais il faut cultiver notre jardin». Rainer Hoffmann
Pressestimmen
"Das Buch ist - in Anlehnung an das Stichwort 'Maison de plaisance' ausgedrückt - so etwas wie ein Dictionnaire de plaisance; lädt es doch den Leser ein, sich gleichsam so gründlich-kenntnisreich wie unterhaltend-erholsam in jenen oft phantasievoll gestalteten Kunstgefilden zu ergehen, in denen die Menschen in Erinnerung an das verlorene Paradies - den Garten Eden - auf mannigfaltigste Weise Kultur als Natur und Natur als Kultur zu inszenieren versuchen. Bevor diese Kunstgebildelandschaft mit den einzelnen Stichworten beschrieben wird, informiert in dem auch bebilderten Band eine kurze Einleitung über die 'Gartenstile Europas' von der Antike bis zur Postmoderne. (...) "Beim ambulierenden oder promenierenden Blättern im kleinen Wörterbuch werden die Liebhaber und Connaisseurs der Gartenkunst viele technische Details und ästhetische Aspekte, aber auch kunsthistorische Zusammenhänge und geistesgeschichtliche Perspektiven erstmals neu oder wieder neu entdecken. Aha-Erlebnisse stellen sich immer wieder ein. Wie Points de vue gewähren und eröffnen die Stichwörter eindrucksvolle Einsichten und weite Aussichten in eine menschlich-natürliche Belvedere-Landschaft, die den Gedanken nahe legt, es könne sich nur um einen natürlich-menschlichen postparadiesisch kategorischen Imperativ handeln, den Candide formulierte, als er bemerkte: '...mais il faut cultiver notre jardin'." -- Neue Zürcher Zeitung "Unverzichtbar für alle Liebhaber historischer Parks und Gärten ist dieses handliche und günstige Lexikon mit 550 Stichworten und einem ausführlichen Überblick zur Stilgeschichte." -- Eden - Magazin für Gartengenießer "Auf den ersten Blick erwartet man bei einem 'Wörterbuch der Gartenkunst' Opulenz und Bilderreichtum. Das" -- Kleine Wörterbuch der europäischen Gartenkunst der Autorinnen Gabriele Uerscheln und Michaela Kalusok hingegen besticht durch Bescheidenheit. Das Reclam-Bändchen ist dem Wort verpflichtet und liefert - als erstes Wörterbuch überhaupt zu diesem Thema, wie die Autorinnen bemerken - eine Fülle von interessanten Details zur Gartenkunst. Oder wussten Sie etwa, dass der Ausdruck des Überraschens 'Aha' Eingang fand in die Gartenkunst? Er bezeichnet dort einen vom Garten aus nicht erkennbaren Graben, welcher Weidevieh oder andere Tiere davon abhalten soll, in den Garten oder den Park einzudringen. "Der Bilderlosigkeit ist das Bändchen aber auch nicht verpflichtet: Schlichte Illustrationen geben dem umfangreichen Wörterbuch genau jenes Augenfutter, welches die Fantasie anregt und nicht erdrückt. Rund 500 Stichwörter erläutern Leben und Werk bedeutender Gartenarchitekten und -theoretiker und geben einen umfassenden Einblick in die Gartenkunst. Überraschend sind dabei die weitläufigen Querbezüge zu Kunstgeschichte und Geisteswissenschaften, welche die Autorinnen einflechten. Sehr hilfreich ist auch die Einleitung, welche kenntnisreich und doch ohne übermäßiges Schwelgen in Fachbegriffen in die Geschichte der Gartenstile Europas von der Antike bis hin zur Gegenwart einführt. Insgesamt gesehen ist das Büchlein geradezu ein Muss für jeden Garteninteressierten - nicht zuletzt auch wegen des günstigen Preises. Selten hat man Gelegenheit, derart viel neues Wissen über ein interessantes Thema kompakt, günstig und gut geschrieben zu erwerben." -- Kunst und Stein "Das weite Feld der Gartenkunst wird in diesem vorliegenden Band umfassend erschlossen." -- Der Gartenbau "Sie kennen sich mit Gärten aus? Also wissen Sie, was ein Aha ist? Nein? Dann empfiehlt sich der Kauf des 'Wörterbuchs der europäischen Gartenkunst'. Gabriele Uerscheln und Michaela Kalusok erschließen in 550 Stichworten die Geschichte der Gärten Westeuropas, erklären Fachbegriffe, erläutern Gartenmotive und -typen, stellen Gartenkünstler und Landschaftsarchitekten vor und beschreiben gut 60 Gärten und Parks. Eine knappe Einleitung informiert kompakt über die europäischen Gartenstile von der Antike bis in die Gegenwart. ... "Das Bändchen ist preiswert und passt in jede Reisetasche. Und es ist voll gepackt mit kunsthistorischen, biographischen und kulturgeschichtlichen Informationen. ... "Seien Sie sicher, dass Sie bei der Lektüre des kurzweiligen Wörterbuches weitere Aha-Erlebnisse haben werden." -- Süddeutsche Zeitung