Die hilfreichsten Kundenrezensionen
34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Im Alltag unbrauchbar, 2. Oktober 2007
Der Klappentext behauptet, die Vokabeln seien "aus jahrzehntelanger journalistischer und verlegerischer Praxis geschöpft" - das muss eine merkwürdige Praxis sein, in der das "Adlerpult" (liturgisches Lesepult mit Johannesadler) und die "Onomastik" (Namensforschung) zum täglichen Gebrauchswortschatz gehören, nicht aber das "Blog" oder "Print on demand". Seltsamerweise fehlen selbst gängige Abteilungen und Abläufe im Verlag. Unter den Stichwörtern "Herstellung", "Kalkulation", "Produktion", "Druckvorstufe", "Vertreter", "Vertreterkonferenz" findet man - nichts. Drin sind seltsamerweise der "Kairos" ("günstiger Augenblick, Chance, die man ergreifen muss und die oft unerkannt vorübergeht") und sogar zweimal der "Index librorum prohibitorum" (seit 1966 nicht mehr geführte Liste verbotener Bücher), aber nicht die Stichwörter "Pantone", "PostScript" oder "CMYK". Drin ist der "Browser" ("engl. Stöberer, Programm zum Bewegen in einem Datennetz"), aber nicht in jedem Verlag verwendete Software wie Adobe InDesign oder QuarkXpress. Und was hilft einem die Erklärung, "XML" sei, so die vollständige Erläuterung, eine "erweiterbare Auszeichnungssprache zur Erstellung von Dokumenten im WWW"? Das ist nicht korrekt (XML ist nicht auf Dokumente und nicht aufs Internet beschränkt), unvollständig und damit nicht sehr hilfreich. Der "Macintosh", so erfahren wir, sei ein "besonders grafikfähiger Computer des Herstellers Apple". Ach was. "Apple" wiederum sei ein "Hersteller von ausgeprägt grafikfähigen Computern, z.B. dem Macintosh". Zu diesen Nullinformationen bekommt der Leser keine weiteren Hinweise, nicht einmal die klitzekleinen Andeutung, dass der Mac im DTP-Wesen das Standardsystem ist. Das Lexikon mag ein netter, wenn auch dünnleibiger Schmöker für Nicht-Fachleute sein, aber für den Alltag im Verlag ist es unbrauchbar. Wer mit Bleisatz oder antiquarischen Büchern zu tun hat, mag hier das eine oder andere interessante Stichwort finden, wird aber im Großen und Ganzen ebenfalls enttäuscht. Dieses Wörterbuch gehört nicht immer wieder überarbeitet, sondern komplett neu geschrieben, und zwar mit einem Vokabular, das aus der heutigen Verlagspraxis schöpft, wenn es neben leicht verfügbaren Informationsquellen wie Wikipedia als Handbuch auf dem Schreibtisch bestehen will.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Inhaltlich hui, gestalterisch pfui!, 23. Juli 2008
Bekam das dünne Büchlein zum Geburtstag. Beim schnellen Hineinschauen und Durchblättern scheint es als Wörterbuch brauchbar zu sein. Bei der Suche nach längeren und griffigen Erläuterungen zu einem Stichwort arbeite ich sowieso gern mit gleich 3-4 ähnlichen Wörterbüchern, um dann eine insgesamt ausreichende Erklärung zu bekommen. Was mir nicht in den Kopf geht: Die Herausgeber sind selbst Inhaber ihres Verlages sund somit Verleger. Also Profis in der Buch-Branche. Da ich selbst auch Autor und Verleger, aber auch Grafik-Designer bin, schaue ich mir auch die Gesaltung von Büchern sehr genau an. Und da haben die Herren gehörig gepatzt. Drei kurze Beispiele: Die im deutschen zulässigen echten An- und Abführungszeichen - nicht die Zollzeichen auf der Computer-Tastatur (!), die aber auch in dieser Rezension stehen, weil die korrekten als Sonderzeichen auf dieser Website von der Codierung nicht zugelassen sind - werden durchgängig NICHT verwendet, sondern - mir unverständlich für ein deutsches Buch aus der Verlagsbranche - die englischen! Bei vielen Stichwörtern ist der Text so stark unterschnitten - Fachterminus für die Verringerung des Abstandes von Buchstaben und Wörtern, um einen Absatz etwas kürzer zu machen und den Umbruch zu ändern -, dass sogar der Laie sieht, dass der Buch-Gestalter da "etwas mit dem Text gemacht hat". Und drittes, was zwei Verlegern definitiv nicht passieren darf: Falsche Silbentrennung. Z.B. wird Adolph Knigge so getrennt: Adolf-ph Knigge. Entweder haben also der Grafiker des Buches, der Lektor oder die Herausgeber geschlafen. Dies sind nur drei kurze Fehler, die mir beim Drüberschauen aufgefallen sind. Das Buch dürfte so gar nicht auf den Markt. Und bei der Wertung zum am schlechtest layouteten Buch Deutschlands würde ich es auf den Rang 2 setzen.
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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Alles drin, 16. August 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wörterbuch der Verlagssprache: Der aktuelle Führer durch das Fachchinesisch der Verleger, Redakteure und Drucker (Broschiert)
Bereits in der vierten Auflage erscheint „der aktuelle Führer durch das Fachchinesisch der Verleger, Redakteure und Drucker". Sein Verfasser W. R. Frieling, erfolgreicher Verleger in Berlin, weiß, wovon er schreibt, das Lexikon schöpft aus langjähriger journalistischer und editorischer Praxis. Mit aufgenommen werden diesmal „nützliche Begriffe angrenzender Fachsprachen aus der Welt der Sprachwissenschaftler und Journalisten, der Computerexperten, Grafiker, Drucker, Buchbinder und Werbeleute", so das Vorwort; zum Beispiel sind im Anhang die wichtigsten Internet-Akronyme und Internet-Smileys aufgelistet. Frieling fasst sich in seinen Begriffserläuterungen kurz, klar, kopf-un-lastig, Besseres kann ein Lexikon nicht bieten; das „Copyright" erklärt er in drei, „Farbe" in vier, „Papierformate" in zwei Sätzen. Interesse wird dieses Buch auch beim Verlags-Redaktions-Laien wecken, denn dem alltäglichen Delirium im Medienvokabular folgt es nicht, will es nicht folgen, von @ bis Zyklus bleibt es kompetent, fassbar, nützlich. Frielings Wörterbuch: ein Wissensschaffer, -tester, -wisser.
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