- Gebundene Ausgabe: 478 Seiten
- Verlag: Spektrum Verlag (September 2000)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3827402972
- ISBN-13: 978-3827402974
- Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,9 x 3,7 cm
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 645.037 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktinformation
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Hinter dem einfachen Titel Wörter und Regeln verbirgt sich eine Auseinandersetzung mit einem der wichtigsten Themen nicht nur der Linguistik: Was ist angeboren, was ist erlernt? Basiert Sprache auf Regeln -- oder lernen wir Listen von Fakten/Wörtern und gruppieren sie nach Ähnlichkeiten? Um das zu beantworten, nimmt Pinker uns mit auf eine Reise durch die Philosophie, verschiedene linguistische Theorien, sehr alte und sehr fremde Sprachen. Er zeigt uns, dass Sprachwandel wie "Stille Post" funktioniert und wie Kinder Sprache lernen, und wir erfahren nicht nur übers Englische, sondern auch übers Deutsche Verblüffendes. Am Ende hat Pinker nicht nur eine linguistische Theorie entwickelt, die auch Phänomene erklärt, an denen andere gescheitert sind. Er gewährt uns außerdem einen Einblick in ein neues Zeitalter der Forschung, in dem bildgebende Verfahren und Molekulargenetik sichtbar und besser verstehbar machen, wie wir sprechen und denken.
Zwei Auszüge: "Als experimenteller Psychologe habe ich gelernt, erst dann etwas zu glauben, wenn es durch Versuche an Ratten oder Erstsemestern bestätigt wird." -- "Ich werde oft gefragt, woher Linguisten wissen, wie Wörter vor Jahrhunderten ausgesprochen wurden. Immerhin hat Chaucer im Gegensatz zu Nixon keine geheimen Tonbandaufnahmen seiner Gespräche gemacht, um den Historikern späterer Zeit einen Gefallen zu tun." Mit Steven Pinker macht Wissenschaft einfach Spaß! --Gabi Neumayer
Können wir aus der Struktur unserer Sprache ableiten, wie der menschliche Geist funktioniert? Was lässt sich daraus schliessen, dass wir «sie schwamm» und nicht «sie schwimmte» sagen? Steven Pinker, experimenteller Psychologe am Massachusetts Institute of Technology, widmet sich in seinem neuesten Buch solchen Fragen und liefert eigensinnige Antworten. Als «Modellorganismus» hat er sich, wie viele seiner Kollegen, die regelmässigen und unregelmässigen Verben des Englischen auserkoren. Paradigmatisch untersucht er an ihnen, warum wir manche Tätigkeitswörter nach einem Muster konjugieren können, während andere jeweils Ausnahmen bilden. Mit seiner Analyse bewegt sich Pinker dabei zwischen Extrempositionen, die entweder die angewandten Regeln oder das assoziative Gedächtnis als Antrieb für sprachliche Ergiebigkeit verteidigen. Seine modifizierte Wörter-und-Regel-Theorie versucht die beiden Ansätze miteinander zu verbinden. Demnach werden die unregelmässigen Formen aus dem Gedächtnis abgerufen, die regulären hingegen werden erst gebildet. Folglich sollte der Geist seine Sprache durch unterschiedliche Arbeitsweisen des Gehirns erzeugen.
So weit, so gut; denn die sprachwissenschaftlichen Grundlagen werden hier wunderbar leichtfüssig, augenzwinkernd und mit Esprit präsentiert. Es mangelt den Kapiteln nicht an Charme, wenn sie den Seitenblick auf die Schrecken der deutschen Sprache werfen oder die Sprachübungen kleiner Kinder inspizieren. Problematisch wird es jedoch, sobald sich Pinker langsam aus dem Hafen der Evidenzen bewegt und auf das offene Meer der Thesen hinaus segelt. Die Beispiele sind zwar sehr unterhaltsam, aber wer genau liest, stösst in der Argumentation auf leichte Unausgewogenheiten und findet einige Lücken. Auch das Konzept der neuronalen Netze hätte über die nur kurzatmige Erwähnung hinaus eine ausführlichere Diskussion verdient. Schliesslich findet dieser Entwurf in den Sprachwissenschaften nach wie vor grosse Beachtung. Gleichwohl sind die Einwände eher akademischer Natur und schmälern den positiven Gesamteindruck nur geringfügig.
Olaf Schmidt
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