Die Dokumentation dreht sich im ersten Teil vor allem um die Rückkehr der Wölfe in die Länder, in denen sie vor vielen Jahren oder gar Jahrhunderten schon einmal ansässig waren, dann aber ausgerottet wurden. Der Fokus richtet sich im ersten Teil des Filmsvor allem auf die Menschen, die mit den Wölfen leben (müssen) und ihre Meinungen und Erfahrungen zu den "neuen Nachbarn" - die nicht durchweg negativ sein müssen, wie der Film ebenfalls zeigt. Die auseinander gehenden Meinungen werden ausführlich dargestellt, die Umgebung und Probleme der "neu zugezogenen" Wölfe gezeigt. Auch auf die Geschichte der Beziehung zwischen Wolf und Mensch wird eingegangen.
Die Vorwürfe einer weiteren Rezension, dass die fremdsprachigen Interviews nicht übersetzt seien, kann ich nicht zustimmen. Alle Interviews sind deutsch übersetzt, wie man es von einer Dokumentation erwartet.
Die Bildqualität des Films ist weniger gut, dabei sollte aber auch klar sein, dass die Aufnahmen schon älter sind (Erik Zimen verstarb 2003, im Film wird er noch während eines seiner Forschungsprojekte gezeigt, das in den 70ern betrieben wurde). Wer fantastische oder gar mystische Aufnahmen von Wölfen erwartet, ist mit dieser Dvd sicherlich nicht gut bedient. Die meisten Wolf-Aufnahmen sind Bilder, die auch der Forscher selbst sehen wird: Keine Nahaufnahmen des Gesichts, sondern ein etwas entfernt im Feld dahin rennender Vierbeiner. Die Dokumentation ist mehr auf Menschen und die Landschaft, in der die Tiere leben, ausgerichtet. Der Lebenszyklus des Wolfes, sein Verhalten wird hier nicht beschrieben oder verfilmt, hier geht es vor allem um die Lebensmöglichkeit der Wölfe zwischen und mit dem Menschen.
Im zweiten Teil werden die Wolfsstudien von Erik Zimen im Bayrischen Wald vorgestellt. In diesem Teil des Films sind deutlich mehr Wölfe zu sehen, hier werden auch viele Verhaltenssequenzen beschrieben. Zumeist geht es um Rangordnung und Ressourcenverteidigung, aber auch um Fortpflanzung und Nachzucht. Viele Sequenzen sind fraglich beschrieben, was "Machtdemonstrationen" und Rangordnung im Wolfs"rudel" angehen. Eventuell würde man die Gefüge heute nach dem aktuellen Stand der Wolfsforschung anders beurteilen. Auch der Frage "Woher kommt der Hund?" wird kurz nachgegangen.
Fazit: Aus heutiger Sicht (!) nicht viel Neues, aber interessant anzuschauen.