Wie alle Bücher aus dieser Reihe sind auch die "Wälder des Tieflandes und der Mittelgebirge" aus sehr spezifisch geobotanischer Sicht beschrieben. Für Nicht-Botaniker schwer verdaulich.
Dennoch (!) ein gutes und umfangreiches Buch, welches sich ausführlich mit den geschichtlichen, ökosystemaren, vegetationskundlichen und naturschutzrelevanten Aspekten der Wälder befasst.
Ein einleitender Teil setzt sich mit folgenden Themen auseinander:
- Überblick über die Vegetationsgeschichtliche, Nutzungsgeschichte, Wälder als Ökosysteme.
Sodann folgen Einzelkapitel über die Waldgesellschaften:
- Buchen- und Buchen-Mischwälder,
- Eichen-und Eichen-Mischwälder,
- Edellaubwälder,
- Nadelmischwälder mit Tanne,
- Fichten-Wälder,
- Kiefern-Wälder.
Diese Kapitel befassen sich jeweils mit der Verbreitung, Struktur, Artenzusammensetzung und Systematik sowie den Abhängigkeiten von Boden, Wasserhaushalt, Nutzung und Klima. Zum Verständnis der Waldgesellschaften und -biotoptypen sehr umfangreiche und gute Dsrtellungen. Ohne Liste der deutschen neben den wissenschaftlichen Artennamen ist der "botanische Laie" hier allerdings ziemlich aufgeschmissen.
Abschließend erfolgt ein kurzer Überblick zum Thema Wald und Naturschutz.
Hervorhebenswert sind die umfangreichen und aussagefähigen Abbildungen, die Karten, sowie die Vielzahl von Zeichnungen und Tabellen. Sehr gut ist das umfangreiche Literaturverzeichnis, und hilfreich ist das Artenregister im Anhang.
Was ich vermisse, ist die Betrachtung der Fauna der Wälder. Die Reihe steht zwar unter dem Titel "Ökosysteme Mitteleuropas aus geobotanischer Sicht", aber gehört dazu nicht wenigstens ein Exkurs in die Tierwelt? Trotz gegenteiliger Ankündigung im Vorwort von Herrn Prof. Pott (Hrsg.) fehlt das Thema Tiere leider völlig!
Die Reihe "Ökosysteme Mitteleuropas aus geobotanischer Sicht", und somit auch dieses Buch, gehören nicht zur Einführungsliteratur in Lebensräume oder Pflanzengesellschaften, sondern zur Fachliteratur für Botaniker. Deshalb: Empfehlung für Fachleute und solche, die es werden wollen. Weniger für den "Normalbürger", der mit Pflanzensoziologie und wissenschaftlichen Namen von Pflanzenarten und -gesellschaften weniger vertraut ist.