Mal ganz abgesehen von der schlüssigen und hervorragend konstruierten Handlung fügt sich dieses Buch hervorragend in die Avalon-Serie von Marion Zimmer Bradley ein. Die Macht der "alten Religion", die in den Nebeln noch spürbar, jedoch oft eher angedeutet wird und im Lichte des aufkeimenden Christentums eher als alter Mythos dargestellt wird, ist in den Wäldern von Albion selbstverständliche Realität.
Die reale Präsenz der Göttin lässt einem an manchen Stellen wirklich einen Schauer über den Rücken laufen, wobei ich zustimme, dass die Göttin anders dargestellt wird, als ich sie mir in den Nebeln vorgestellt hatte.
Kritisch (jedoch nicht negativ) anmerken möchte ich das riesige historische Wissen, das die Autorin beim Leser voraussetzt. Das Buch hat - wie die übrigen Bücher der Reihe auch - ein episches Feeling, da die Handlung direkt oder indirekt mit dem Schicksal ganzer Völker verwoben ist. Leider ist das ganze oftmals undurchschaubar, da der Durchschnittsmensch einfach nicht genug über die ersten Jahrhunderte nach Christus Bescheid wissen kann um die historischen Fakten zu verstehen.
Auf jeden Fall ist "Die Wälder von Albion" meiner Meinung nach das beste und bedeutendste Buch nach den Nebeln in der Reihe.
Da die Avalon-Serie sehr eigentümlich fortgesetzt wurde, nämlich - wie die Star Wars Filme - mit Prequels, ist es eventuell hilfreich die anderen Werke in der Chronologie der Handlung zu lesen, damit man die interessanten Vernetzungen (z.B. die Reinkarnation von Charakteren) zwischen den Büchern nachvollziehen kann. Es sind dies:
Das Licht aus Atlantis (bildet die Vorgeschichte, ist jedoch kein direkter Teil der "Avalon-Reihe")
Die Ahnen von Avalon (geschrieben von MZBs Schwägerin Diana Paxson)
Die Hüterin von Avalon (das neueste, von Diana Paxson)
Die Wälder von Albion
Die Priesterin von Avalon (von Diana Paxson geschrieben)
Die Herrin von Avalon
Die Nebel von Avalon