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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tief bewegend,
Von Maren Schneider "www.relax-body-and-mind.de" (Düsseldorf, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Während die Welt schlief: Roman (Gebundene Ausgabe)
Habe das Buch gerade ausgelesen und bin noch tief bewegt. Susan Abulhawa ist es gelungen einen fesselnden Bogen über 4 Generationen zu spannen, der den Nahost-Konflikt und seine menschlichen Verstrickungen auf eindringliche Weise transparent macht. Unterstützt durch die Zartheit der Poesie und bewegenden Einblicken in das Herz und das Leben der Menschen, denen sie die Beschreibung der sinnlosen Brutalität des Krieges entgegensetzt, zeichnet sie ein Zeitzeugnis, das tiefe Erschütterung und Fassungslosigkeit hervorruft. Ein Weckruf an die Welt, endlich aus ihrem Tiefschlaf zu erwachen. Beeindruckend, erschütternd, bewegend, berührend, aufrüttelnd, notwendig! Lesen Sie es und geben Sie es weiter!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wertvolle Informationen, literarisch eingepackt,
Von blauhaj@volny.cz "haj" (Freiburg / Waldshut) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Während die Welt schlief: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Roman schildert in 47 Kapiteln die Geschichte von vier Generationen einer palästinensischen Familie vor dem Hintergrund des Nahost-Konflikts, der notwendigerweise immer wieder auch zum Vordergrund wird.In den Passagen dazwischen hatte ich manchmal die Befürchtung, die Erzählung könne zu amerikanisch-sentimental werden, doch bei insgesamt ca. 420 Seiten Umfang lassen sich solche Teile wohl verkraften, zumal, wie man auf der speziell für dieses Buch eingerichteten Internet-Seite http://morningsinjenin.com erfährt, der Autorin eben auch der Aspekt der Liebe besonders wichtig war (>love between a farmer and his land; between a mother and her children; between a man and a woman; between friends<, Link: >Dear Reader<). Und sie hat immer noch rechtzeitig die Kurve zu spannennden, mitreißenden Ereignissen bekommen, sodass man das Werk auch als Thriller lesen kann. Allenfalls das letzte, kurze Kapitel, über dessen Inhalt ich hier nichts sagen möchte, hätte sie meines Erachtens weglassen können - aber wahrscheinlich wäre es dann noch schwerer geworden, einen Verlag zu finden. Insgesamt werden manche LeserInnen dem Roman vielleicht vorwerfen, dass durch die zwar durchaus nicht ausschließlich, aber aufgrund der Hauptfiguren doch überwiegend palästinensische Sicht der Ereignisse Unausgewogenheit entstehe. Das ist zweifellos richtig, aber auch notwendig und sinnvoll. Ich möchte diesem Vorwurf mit einem Zitat von Heinrich Böll begegnen: >[...] da unsere Gesellschaft eben unausgewogen ist, schafft ihre ausgewogene Darstellung immer mehr Unausgewogenheit.< (Heinrich Böll: Radikalität und Hoffnung. In: ders.: Gefahren von falschen Brüdern. München, dtv 1980. S. 23.). Der Literatur-Nobelpreisträger bezog sich dabei zwar auf die deutsche Gesellschaft, aber um wie viel mehr gilt das dann erst recht für die palästinensisch-israelische! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
26 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Welt schläft immer noch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Während die Welt schlief: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Welt schlief und sie tut es immer noch.Wer aus dem Schlaf erwachen und sich näher mit dem Nahostkonflikt beschäftigen will, findet mit diesem Buch einen guten Einstieg. Denn die Personen dieses Romans sind zwar fiktiv, die beschriebenen politischen Ereignisse jedoch nicht. Das Buch beginnt 1948 in dem palästinensischen Dorf Ein Hod. In diesem Jahr rufen die Zionisten den Staat Israel aus, und die Bewohner des Dorfes Ein Hod werden über Nacht gewaltsam vertrieben. Sie müssen alles zurücklassen, ihr Land, ihre Olivenbäume, ihre Häuser, ihren gesamten Besitz. So ergeht es auch der Familie Abuhija. Die Tochter Amal, Protagonistin dieses Romans, wird im Flüchtlingslager in Jenin geboren. Die Heimat ihrer Eltern bekommt sie nie zu Gesicht. Ihr geliebter Vater, der ihr immer im Morgengrauen Gedichte vorgelesen hat, ist verschollen. Ihre Mutter ist seit der Vertreibung seelisch gebrochen, denn Ismael, der jüngste Sohn, ist dabei verloren gegangen. Die traumatischen Ereignisse reihen sich aneinander. Verletzte Kinder, tote Babies, misshandelte Jungen, Waisen, gedemütigte Menschen ' jede Familie hat mit Angst, Verlust, Trauer und Wut zu kämpfen. Das ganze Leben der Palästinenser geschieht auf Abruf. Verwandte oder Freunde können am nächsten Tag bereits tot sein, und oft sind sie es auch. Alle Hoffnungen, die in die internationale Staatengemeinschaft gesetzt werden, werden zunichte gemacht. Die Angriffe der Israelis, die selbst Kinder und Schwangere foltern und töten, werden als rechtmäßig bezeichnet. Die Welt ist nicht interessiert an der Lage der Palästinenser. Und Deutschland ist ohnehin per se auf der Seite der Israelis. Den Juden als Opfer des Holocaust wird eine Generalabsolution erteilt. Das ist ungefähr so, als ob man einem Kind, das auf dem Schulhof verprügelt wird, als Ausgleich zugesteht, dass es nunmehr sein ganzes Leben lang andere Menschen verprügeln darf, ohne dafür kritisiert oder gar bestraft zu werden, und es dabei auch noch als das Opfer gilt. Die Israelis rächen sich an den Palästinensern für das, was die Deutschen ihnen angetan haben. Aber die Palästinenser können nichts für die Verbrechen der Nazis. Ein Unrecht kann man nicht durch ein anderes Unrecht heilen, und Rache führt nur zu noch mehr Leid. Kein Wunder, dass nach jahrzehntelanger Unterdrückung die jugendlichen Männer, wie Amals Bruder Yussuf, ihrer Wut Ausdruck geben. Kein Wunder, dass es zum Aufstand kommt. Der von den Israelis entsprechend hart zurückgeschlagen wird. Dabei stehen sich Amals Bruder Yussuf und der verschwundene Bruder Ismael als Feinde gegenüber, denn Ismael wurde von einer israelischen Familie aufgezogen und heißt jetzt David. Erst Jahre später erfährt Amal davon und lernt ihren kleinen Bruder kennen. Die Kette von Verlust und Trauer reißt nicht ab. Genau wie auch der Nahostkonflikt nicht endet. Rache folgt auf Rache folgt auf Rache. Dieses Buch hat eine bunte Mischung von Emotionen in mir hervorgerufen. Ich habe gelacht, ich habe mitgelitten, ich wurde wütend, ich habe geweint. Die Protagonisten sind mir allesamt ans Herz gewachsen, und das machte es unmöglich, nicht mit ihnen mitzufühlen. Trotz aller Trauer liest sich das Buch sehr gut, was am poetischen Schreibstil der Autorin liegt. Und an der Hoffnung, die nie aufgegeben wird, auch wenn ringsum nur Tod und Vernichtung herrscht. Das Buch strahlt eine Wärme aus, die sich beim Lesen auf mich übertragen hat. Meine Favoritenliste ist jedenfalls schon wieder gewachsen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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