Es gibt in der Literatur unzählige Geschichten um den legendären König Arthur. Mal historisch begründet, mal sagenhaft, mal in Verbindung mit Zeitreisenden, die sich plötzlich an Artus Hof wieder finden. Die Qualität dieser zahllosen Werke pendelt zwischen der absoluten Belanglosigkeit und literarischen Höhepunkten.
Peter David legt nun eine gänzlich andere Variante vor und versetzt spielerisch den sagenumwobenen König in die Neuzeit.
Dies erfolgt mit einer spritzigen und frechen Leichtigkeit, die dem Leser das ein oder andere Schmunzeln entlockt. Im Gegensatz zum Klappentext spielt Peter David nicht mit dem schrägen Pratchett-Humor, sondern schöpft seine komischen Elemente aus dem Zusammentreffen eines mittelalterlichen Herrschers und dem Großstadt-Moloch New York. Dadurch entstehen Szenen, die seinesgleichen suchen. Insbesondere die politischen Vorstellungen und die absolute Ehrlichkeit, gepaart mit einer unglaublichen Rednerbegabung führen zu einem politischen Erfolg und einem politischen Bild, wie man es sich nur wünschen kann. Allein dadurch kann man einen großen Teil der Geschichte sehr gut als Parabel zur heutigen Zeit betrachten.
Nichts desto trotz führt Peter David aber einige weitere bekannte Gestalten der Artussage mit in seine Geschichte ein und vergisst auch in keiner Weise, den ursprünglichen Handelsfaden inklusive den magischen Elementen der Sage zu beachten und zu verfolgen.
Seine gesamte Erzählweise und die spritzige Umsetzung mit der sehr gut integrierten Komik führt zu einem Lesefluss, wie man ihn selten bei Büchern erlebt.
Ich kann mir beileibe nicht vorstellen, dass jemand bei diesem Buch vorzeitig das Licht ausmacht.
Jürgen Seibold/11.04.2007