Der Kampf des Lichts gegen das Dunkel geht weiter. Antons Sohn hat sich endgültig den Dunklen angeschlossen, um das Schicksal doch noch zu ändern und seinen Sohn zurück zugewinnen begibt sich Anton auf die Suche nach der Kreide des Schicksals. Dabei gerät er unter Mordverdacht.
Der zweite "Wächter"-Film ist tricktechnisch im Westen angekommen. Atmosphärisch und stylisch präsentiert er sich in Bestform, doch die Geschichte um die Kreide des Schicksals ist arg verworren und hektisch erzählt, so dass ein unaufmerksamer Zuseher schnell den Faden verliert.
Während sich Literatur-Fans im ersten Teil noch auf das Buch berufen konnten, funktioniert das in "Wächter des Tages" nicht mehr. Die meisten Motive sind noch dem "Wächter der Nacht" Roman entnommen, der Rest wurde für den Film neuerdacht, so dass Film und der gleichnamige Roman nichts mehr viel miteinander zu tun haben. Filmfans dürften die Handlung oft nicht begreifen, Romanfans dürften sauer sein, weil von der literarischen Vorlage nichts übrig geblieben ist.
Richtig verwirrend wird es für viele am Filmende, wenn Semjon durch die Straßen fährt und die Plakate bestaunt. Zuseher die nicht wissen, dass es sich dabei schlicht und ergreifend um die Präsentation des Casts handelt und auch kein kyrilisch lesen können, werden diesen Abschluss mehr als eigenartig finden. Hier wäre eine Nachbesserung der Schriftzeichen für den westlichen Markt wünschenswert gewesen.
Einen gewissen Unterhaltungswert besitzt der Film dennoch, er ist optisch ansprechend und gerade die Körpertauschsequenz hält bei ein paar nette Situationen bereit. Bleibt abzuwarten was den Zuschauer im dritten Teil erwartet.