Zu Wächter der Seelen werden Menschen, die nach ihrem Tod nicht böse genug für die Hölle, aber doch nicht gut genug für den Himmel sind. Indem sie die Seelen Verstorbener vor Dämonen schützen und den Engeln übergeben, büßen sie ihre Strafe ab. Lachlan MacGregor ist seit 400 Jahren ein Wächter der Seelen und gehört zu den Besten. Doch nun bekommt er einen neuen Auftrag: Er soll die 14jährige Emy beschützen. Um bei seiner "Arbeit" nicht aufzufallen, gibt er sich als katholischer Priester aus und zieht in das Haus, in dem Emy mit ihrer Mutter Rachel wohnt, in die Wohnung darüber.
Rachel ist eine alleinerziehende Mutter und hat so ihre Probleme mit ihrer pubertierenden Tochter. Emy hat sich den Gothic-Anhängern angeschlossen und wird ihr immer fremder, täglich gibt es Streit und Auseinandersetzungen. Besonders Emys neuer Freund Drew ist ihr ein Dorn im Auge. Mit seinen 22 Jahren ist er ihr viel zu alt für ihre Tochter und auch sonst sagt ihr ihr Instinkt, dass er gefährlich ist. Hilfesuchend wendet sie sich an den neuen Nachbarn, dem netten Pater MacGregor, damit er einmal mit Emy redet. Dabei muss sie feststellen, dass dieser viel zu gut für einen Priester aussieht und dass sie für die Gedanken die sie bei ihm hat, bestimmt in die Hölle kommt.
Auch Lachlan fühlt sich, wie schon lange nicht mehr bei einer Frau, von ihr angezogen. Doch erstens geht sein Auftrag vor und zweitens hätte eine Beziehung zu einer sterblichen Frau soundso keine Zukunft, sodass er sich Rachel gegenüber "priesterlich" distanziert verhält, ihr jedoch verspricht, sich um Emy zu kümmern. Rachels Befürchtungen sieht er bestätigt, als er in Emys Freund Drew, den Dämon Drusus wiedererkennt, der vor 400 Jahren für den Tod seiner Familie verantwortlich war und mit dem er noch einen Rechnung offen hat.
Während Lachlan und Rachel sich doch nach und nach näher kommen, versuchen er und einige seiner Seelenwächter-Kumpel Emy vor Drew/Drusus zu beschützen, dabei herauszufinden, warum Emy sowohl für die "Gute" als auch für "Böse" Seite so von Interesse ist, und dabei noch möglichst ihr Geheimnis zu bewahren. Als Lachlan einsieht, dass er Rachel die Wahrheit sagen muss, glaubt sie es zunächst nicht, doch nachdem sie sie akzeptiert, ist sie sehr wütend und enttäuscht, dass Lachlan sie belogen hat. Allerdings erkennt sie auch, dass sie ihm vertrauen muss, da er der einzige ist, der ihre Tochter retten kann...
Eigentlich hat mir dieser Roman sehr gut gefallen, sodass ich fast schon 5 Sterne vergeben hätte, allerdings gab es am Ende einen Punkt, der mich etwas gestört hat, sodass ich letztendlich doch einen Stern abziehen musste. Doch zunächst zum Positiven: Der Roman lässt sich leicht und locker lesen, ist dabei sehr spannend, actionreich und dramatisch. Doch es gibt auch die ruhigeren und nachdenklichen Momente, in denen man mit Rachel mitfühlt, weil sie verzweifelt versucht an ihre Tochter heranzukommen und diese doch nach und nach an den Dämon verliert, der mit geschickter Manipulation Emy zu seiner Marionette macht. Die Liebesgeschichte zwischen Rachel und Lachlan ist romantisch und gefühlvoll. Beide haben eine Vergangenheit mit Schuldgefühlen zu bewältigen, was sie ihre Gefühle füreinander sehr spät erkennen lässt, vor allem Rachel tut sich sehr schwer mit Lachlans Geheimnissen und Notlügen, aber schließlich siegt doch die Liebe und Leidenschaft :-) Sehr schön fand ich auch, dass man hier auch schon einige der anderen Seelenwächter, die Lachlan im Kampf gegen Drusus unterstützt haben, kennenlernt. Allen voran sei hier Brian, der Börsenmakler, der mit seinem Ferrari umkam und erst seit 1 Jahr Seelenwächter ist, erwähnt, und um den es ja im nächsten Teil geht.
Abschließend der Punkt, der mir nicht so gefallen hat: Am Ende ging alles ziemlich schnell und Erzengel Michael räumte mal kurz(wie er selber sagt) den Schlamassel auf. Doch dabei blieb eine für mich sehr wichtige Frage unbeantwortet. Wie hat Emy eigentlich auf die ganze Enthüllung reagiert? Die ganze Zeit über spielt sie eine wichtige Rolle und man erfährt alles über ihre Gedanken und Gefühle, sei es nun im Streit mit ihrer Mutter oder in ihrer Beziehung zu Drew. Und dann am Ende nichts! Ich hätte schon gern erfahren, wie sie sich fühlte, als sie entdeckte, dass ihr Freund eigentlich ein Dämon ist, und wie sie auf die Wahrheit über sich selbst reagiert. Das wurde irgendwie übersprungen, stattdessen wurde das Happy-End zwischen Lachlan und Rachel in den Vordergrund gestellt.