Der Film hat mit den Büchern nur insofern etwas zu tun, als dass dieselben Personen darin auftauchen, dieselbe Magie, und einige Momente der Bücher entnommen, einmal kräftig durchgequirlt und zu einer neuen Geschichte zusammengesetzt werden.
Meines Erachtens ist das legitim und hier auch gelungen umgesetzt worden.
Ich befürchte aber, dass ohne Kenntnis der Bücher der Film zu wirr erscheint, da z.B. das Zwielicht nie richtig erklärt wird usw.usf.
Auch fehlt mir die Zweischneidigkeit von jeweils Gut und Böse, die im Buch gut herausgearbeitet wird, wo die Dunklen freiheitsliebende Egoisten sind (die über Leichen gehen) und die Lichten sicherheitsliebende Zyniker (die auch über Leichen gehen, es aber lieber vermeiden wollen).
Was eine Hexe nun ausmacht, bleibt unklar (Magie: Fehlanzeige). Warum sie sich für "die dunkle Seite" entschieden hat, bleibt unklar.
Ein weiteres Manko ist der banale Plot im "Wächter der Nacht". Sowohl die Erkenntnis, wer für Svetlanas Fluch verantwortlich ist, als auch die absolute Entscheidung Yegors für die dunkle Seite kommen ziemlich platt daher.
Schade eigentlich, die Bücher hätten für mehr als zwei Filme gereicht (immerhin bleibt uns aber dadurch das dritte Buch erspart).
Grandios finde ich die schauspielerische Leistung "Olgas", wenn sie wie ein Mann im Körper einer Frau agiert. Die Filme nehmen sich zudem nicht ganz ernst, sodass es einige Lacher gibt.
Dazu sind sie extrem Action-lastig, was man gut wie schlecht finden kann, erinnern hierin aber sehr an amerikanische Vorbilder.
Schade also, dass die Möglichkeiten der Geschichten des Buches nicht ausgeschöpft wurden. Dennoch wurde ein achtbares Ergebnis erzielt, das im Gegensatz zu den Büchern eine kohärente Geschichte ergibt (die Bücher fransen zum Ende aus und bekommen den Beigeschmack einer Fernsehserie).
Wer sich von den Büchern lösen kann und offen für Neues ist, wird seinen Spaß an den Filmen haben. Für Nichtbuchkenner nur empfehlenswert, wenn sie nicht meinen, alles verstehen zu müssen (oder sich zuerst die Extras anschauen).