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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mehr osteuropäische Fantasy, bitte!, 15. Mai 2006
Dieses Buch hat mit "Herr der Ringe" soviel zu tun wie Käse mit Fahrrädern, Tulpen mit Waschmaschinen - ziehen Sie selbst weitere sinnlose Vergleiche, wenn Sie es Rezensenten gleichtun möchten, denen beim Fantasy-Lesen immer noch nichts Neues einfällt.
Eher sollte man Lukianenko wohl mit anderen osteuropäischen Fantasy-Autoren vergleichen. Mit Andrzej Sapkowski, beispielsweise. Die Fabulierkunst scheint jedenfalls eher der Herkunft des Autors als dem Genre-Zwitter (Fantasy/Horror) zuzuschreiben. Dennoch ist "Wächter der Nacht" in weiten Teilen ein sehr westliches Buch, was ihm keinen Abbruch tut. In den Dialogen und vielen Kleinigkeiten zeigt sich allerdings, was Lukianenko so wohltuend von gewöhnlichen Fantasy-Autoren unterscheidet.
Obwohl spannend, ist dies eine stellenweise schwierige, auch mal komplexe Geschichte, die mit "Wächter der Nacht" erst ihren Anfang findet. An manchen Stellen wirft das Buch - und vor allem sein Nachfolger - mehr Fragen auf, als beantwortet werden können; es ist auch nicht frei von kleinen, logischen Fehlern.
Insgesamt ein Buch, das man so schnell nicht zur Seite legt - und das ist mehr, als man von dem Großteil dessen, was sich heute Fantasy nennt, behaupten kann.
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83 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lichtgestalten, 23. September 2005
In Sergej Lukianenkos Moskau herrscht ein wackeliger Waffenstillstand zwischen den Anderen, also zwischen den dunklen und den lichten Magiern. "Wächter der Nacht - Nochnoi Dozor 1" ist aus Sicht des lichten Magiers Anton erzählt, der für die Nachtwache arbeitet. Bei einem seiner Aufträge entdeckt er in der U-Bahn eine Frau mit einem bedrohlichen Wirbel über ihrem Kopf. Solche Wirbel sind nichts Ungewöhnliches, sind sie doch nur Zeichen eines Fluches. Die verfluchten Personen haben in der Zeit verstärkt Unglück, doch der schwarze Wirbel über dem Kopf der unbekannten Frau ist anders, Anton schafft es nicht, ihn aufzulösen. Kurz darauf versucht eine Vampirin, den kleinen Jungen Jegor anzulocken, um dessen Blut zu trinken, doch dies ist verboten, so kann Anton Jegor gerade noch retten. Doch leider können sowohl die dunkle Vampirin fliehen wie auch der kleine Junge. Der Chef der Nachtwache ist beunruhigt, einmal weil Jegor noch in der Lage war zu fliehen und einmal aufgrund des dunklen Wirbels. Er befürchtet eine große Katastrophe und richtig, bald wächst der bedrohliche Wirbel immer weiter an, bis er eine Höhe von über 30m erreicht hat, ein solches Unglück könnte ganz Moskau zerstören... In den Medien wird Sergej Lukianenko gerne mit J.R.R. Tolkien verglichen, einmal sicherlich, weil dies meist verkaufsförderlich ist, einmal aber auch, weil "Wächter der Nacht" in Russland tatsächlich erfolgreicher ist als das große Fantasywerk und einmal, weil die zugehörige Verfilmung der bislang erfolgreichste russische Film überhaupt ist. Das macht natürlich neugierig, auch wenn der Vergleich Erwartungen weckt, die vielleicht nicht angebracht sind. So haben Tolkiens "Herr der Ringe" und Lukianenkos "Wächter der Nacht" nicht viel gemeinsam, außer dass es um den Kampf zwischen Gut und Böse geht. Doch bei Lukianenko sind die Grenzen erfreulicherweise verwaschen, die Lichten haben durchaus auch ihre dunklen Seiten, während die Dunklen nicht durchweg böse sind. Dies hat seinen ganz besonderen Reiz, da wir die einzelnen Personen nicht in entsprechende Schubladen stecken können. Auf der personellen Ebene fällt zunächst natürlich Anton auf, aus dessen Sicht die ganze Geschichte erzählt ist und den wir dadurch am besten kennenlernen. Interessanterweise jedoch erfahren wir nicht alle seine Gedanken, einige Informationen enthält er uns vor und macht daher noch mehr Lust aufs Weiterlesen. Ich hoffe, dass Anton auch in den folgenden Romanen noch eine große Rolle spielen wird, da ihm in "Wächter der Nacht" große Sympathien zufliegen. Lukianenkos Werk ist zwar nicht recht mit dem Herrn der Ringe vergleichbar, muss sich aber bestimmt nicht dahinter verstecken, denn Lukianenko zeichnet eine düstere Zwielicht-Welt in Moskau, die düster und bedrohlich wirkt und daher ihren Reiz hat. Obwohl russische Literatur vielleicht ungewöhnlich anmutet, wird diese russische Trilogie sicherlich auch in Deutschland eine große Fangemeinde bekommen und das völlig zurecht, ich fiebere schon jetzt ungeduldig der Fortsetzung entgegen!
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31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klasse Buch - NICHT mit dem Film zu vergleichen!, 20. Dezember 2006
Ursprünglich bin ich durch den Kinofilm auf "Wächter der Nacht" aufmerksam geworden. Ich war interessiert, kam aber irgendwie nicht dazu, mir den Film anzusehen, deshalb kaufte ich mir zunächst das Buch. Leider wurde mir dann aber von einigen Freunden gesagt,d ass der Film nicht sonderlich berauschend sei, wovon ich mich später dann auch selber noch überzeugen konnte. Das Buch lag deshalb längere Zeit unberührt in meinem Zimmer. Aus purer Langeweile habe ich dann doch noch angefangen zu lesen - und war erstaunt. Zunächst darüber, dass die Handlung wirklich sehr stark abweicht, dann darüber, dass die Handlung des Films, der mir sehr gehetzt und unvollständig vorkam, nach etwa der Hälfte des Buches aufhört. Der Text liest sich im übrigen sehr flüssig. Auch wenn dies seltsam klingen mag, das Lesen viel mir teilweise leichter als den Film anzuschaun, der stellenweise sehr zäh und undurchdringlich erscheint. Überhaupt habe ich glaube ich das erste mal ein Buch mit über 500 Seiten an nur zwei Tagen durchgelesen. Je weiter man kommt (und das meine ich jetzt auch in Hinsichta uf die Fortsetzungen), desto mehr gewinnt die Handlung an Tiefe und philosophischen Einblicken, die dem Film vollkommen abgehen.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch: Die Übersetzung ist teilweise holprig und es schleichen sich ungewöhnlich viele Druckfehler ein. Insgesamt wird der Eindruck meiner Meinung nach hierdurch nicht getrübt.
Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der einen Sinn für Fantasy und skurrile Weltanschauungen hat. Freunde der Action werden auch ihren Teil bekommen, jedoch liegt darin nicht der Sinn dieser Reihe.
Ich empfehle außerdem jedem, der dieses Buch ließt, sich rechtzeitig ein wenig Geld zurechtzulegen, denn wem es gefällt, der wird nicht umhin kommen, die nachfolgenden Bände anzuschaffen. Und zwar möglichst schnell ;)
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