Simon R. Green avanciert seit seinen Todtstelzer-/Nightside-Büchern so langsam zu einer festen Größe in meinem Bücherregal. Irgendwie kann man wohl froh sein, dass der Mann seiner Phantasie durch Schreiben einen Ausgleich verschafft, ansonsten würde ich mir doch Sorgen machen.
Die Haupthandlung spielt im heutigen London, soweit so normal, jedoch gibt es wieder ein buntes Potpourrie aus allerei seltsamen Gestalten, Orten und naja anderen Dingen, die den Leser auf eine Achterbahnfahrt mit Monstern, Menschen und allerei fantastischem Drumherum mitnehmen.
Ich will nicht weiter auf den Inhalt eingehen, nur soweit, dass der Hauptakteur als rächender Einzelkämpfer so ziemlich alles auseinandernimmt, was das Pech hat, ihm in die Quere zu kommen.
Seine Familie ist sozusagen die "last line of defense" der normalen Welt der Menschen vor allem, was seit Grimms Märchen Kindern Angst machen soll, inklusive Dämonen, Werwölfe und anderes Kroppzeug, dass man eher aus B-Movie Filmen her kennt. Eines Tages wird er von seinem eigenen Clan plötzlich für vogelfrei erklärt und zum Abschuss freigegeben. Selbstredend nimmt der Kämpfer gegen das Böse dies nicht kommentarlos hin und startet seine eigene Rachekampagne, um herauszufinden, wie der ganze Schlamassel eigentlich zustande kam. Da weder die Guten noch die Bösen besonders zimperlich zu Werke gehen, kann es schon mal passieren, dass dabei ganze Stadtteile in Schutt und Asche gelegt werden. Erzählt wird das ganze im gewohnt lockeren Stil von Green mit dem typischen schwarzen Humor, der dem Leser an allen Ecken und Enden entgegenkommt. Wieder einmal vermag es der Autor durch seine Beschreiung der verschiedenen Charaktere und Ortschaften, dass dem Leser eine Art Film vor dem inneren Auge abläuft, was der ganzen Geschichte eine gewisse Lebendigkeit verschafft. Die Logik bleibt vielleicht ab und an auf der Strecke und tiefenpsychologische Erkenntnisse wird man sicherlich auch durch dieses Buch keine gewinnen aber wen ausser Erbsenzählern aus innerer Überzeugung interessiert das schon, wenn man eine gute Geschichte präsentiert bekommt.
Wer die früheren Bücher von Green schon gerne gelesen hat, kann bedenkenlos zugreifen (wie meine Wenigkeit, deshalb die fünf Sterne), wer eher die Werke der klassischen Schriftsteller bevorzugt, wohl eher nicht. Wobei, der gute alte Kafka mit seiner Monster-Kakerlaken-Story mehr als nur bewiesen hat, dass er etwas anderes als andere war, zudem der Mann scheinbar über keinen einzigen Funken Humor verfügte, was die ganze Sache irgendwie nicht besser macht und trotzdem zum Pflichtprogramm des deutschen Schulsystems zählt.