"Wächter des Labyrinths" ist der dritte Teil der Abenteuer-Thriller-Reihe um den Archäologen Daniel Knox.
Wer spannende und flüssig lesbare Kost sucht, oder wer ein Fan der Serie ist, der kann bedenkenlos zugreifen. Zumindest gilt dies für den gesamten Roman bis auf das Ende. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber so viel sei gesagt: Wer ein Happy End erwartet, so wie es die beiden Vorgänger-Romane zeigen, der wird bitter enttäuscht. Das Hauptmotiv dieses Romans ist die Kehrseite der menschlichen Seele. Was tut man, um "das Böse" zu verhindern und was schafft man nicht, weil man sich nicht traut? Entsprechend dieser realistischen Frage schafft es die "Heldentruppe" nicht, das Böse endgültig zu vernichten. Die Katastrophe kommt am Schluss des Romans so plötzlich und unvermittelt, da der Leser wie in den Vorgängern oder vergleichbaren Büchern mit einem Happy End rechnet und nicht einmal in Erwägung zieht, dass das passiert, was eben doch passiert.
Eben dies ist der springende Punkt: Ich habe diesen Roman gelesen, um (wie immer bei solchen Büchern) eine spannende, aber auch lustige Geschichte präsentiert zu bekommen, bei der der Held gewinnt. Eben so etwas wie "Indiana Jones" oder "Die Genesis Verschwörung" (welches das beste Buch ist, dass ich die letzten Jahre gelesen habe). Die überraschende Wendung hat mich nun so umgehauen, dass ich noch tagelang an die Helden gedacht habe und immer wieder im Kopf durchgegangen bin, wie es hätte anders laufen können (und nach meiner Meinung hätte müssen).
Manche Leser mögen so eine Geschichte als "realistisch" und "erfrischend anders als der Durchschnitt der Archäologen-Thriller" bezeichnen. Mir gefällt so ein Ende aber nicht. Das macht mein ganzes Erlebnis kaputt, ich behalte den Roman schlecht in Erinnerung.
Wen das nicht stört, der kann bedenkenlos zugreifen. Dann würde ich dem Buch 4-5 Sterne geben. (Eventuell ein Abzug, weil der archäologische Anteil doch etwas mickrig ausfällt.)
Alle anderen müssen selber wissen, ob sie die Reihe nach den ersten Beiden Bänden in Frieden ruhen lassen wollen, oder ob sie es "wagen", für ein an sich spannendes Erlebnis das frustrierende und paralysierende Ende in Kauf zu nehmen.
Also: Eingeschränkte Kauf-Empfehlung.