Were the World Mine
Hat jemand die Shakespeare-Verfilmung "Ein Sommernachtstraum" mit Michelle Pfeifer, Rupert Everett und Kevin Kline gesehen? Ja? Nun, dann weiß er so ungefähr was ihn hier erwartet. Mit kleinen Unterschieden: Homosexueller Twist und moderne High School Story ... plus eine Menge Lieder!
Die Mischung ist gelungen und das Ergebnis ziemlich originell. Amüsant, rührend, märchenhaft, poetisch und sprichwörtlich Traum-haft!
Den besonderen Reiz machte für mich persönlich übrigens die Einbringung von Fantasy-Elementen in einen Schwulenfilm". Die Musical-Einlagen runden das Ganze noch ab.
UND - was für mich besonders wichtig ist - die Story hat natürlich eine Art abgedrehtes Happy End wie der Sommernachtstraum auch!
Da der Film ab 12 Jahren freigegeben ist, kann man hier natürlich keine heissen Szenen erwarten. Das Ganze bleibt daher recht brav ( bei leidenschaftlichen Küssen und entblössten Oberkörpern ).
Die Lieder sind übrigens super. Sie kaschieren auch wunderbar die, an einigen Stellen, ein wenig holprige Inszenierung.
Die athletisch gebauten Tänzer erscheinen stellenweise etwas schrill queer ( Birdcage lässt grüssen ), doch nichtsdestotrotz wirken sie sexy. ^^
Etwas schade finde ich es allerdings, daß man den Film nur untertitelt hat, anstatt ihn zu synchronisieren ( fände ich besser, wenn bloss die Lieder untertitelt wären )
Die DVD-Extras beinhalten u.a. den Kurzfilm "Faeries". Dieser ist quasi der Prototyp zu "Wäre die Welt mein". Er zeigt die Schlüsselszenen der ersten Filmhälfte auf. Nett, aber der anderthalbstündige Nachfolgefilm hier ist definitiv besser. Ganz besonders was die Songs betrifft ( kein Vergleich dieses karaoke-artige Gesinge von "Faeries").
Ein weiteres Extra ist eine Playlist mit der Filmmusik ( insgesamt 10 Songs ). Diese sind übrigens teilweise als Hintergrundmusik in den Film integriert und daher recht unaufdringlich für einen Musical.
FAZIT:
Ein originelles High School Musical mit homosexuellen und phantastischen Elementen! Für Jugendliche und Erwachsene, denen solche Filme wie "The Birdcage" und "In & Out" gefallen.
PS:
Da bei "Wäre die Welt mein - Were the World Mine" der Schwerpunkt eher auf der männlichen Seite liegt, kann ich "zum Ausgleich" noch einen Film empfehlen, bei dem die Proportionen genau andersrum verteilt sind:
But I'm a Cheerleader - Weil ich ein Mädchen bin