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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Vulkane vor unserer Haustür, 16. Juni 2009
Auf dieses Buch haben interessierte Laien und Fachleute lange gewartet: über 20 Jahre nach dem Erscheinen des Bandes "Vulkane im Laacher See-Gebiet", der längst vergriffen ist, veröffentlicht der international renommierte Vulkanologe Hans-Ulrich Schmincke sein neuestes Werk über den Vulkanismus der gesamten Eifel. Wie schon sein erfolgreiches Lehrbuch "Vulkanismus" besticht auch dieser Band von der ersten bis zur letzten Seite durch hervorragende Abbildungen und einen informativen aber kurzweiligen Text, der den aktuellen Stand des Wissens vermittelt. Schmincke versteht es außerordentlich gut, auch komplexe Zusammenhänge spannend und mit einer klar verständlichen Sprache darzulegen und dennoch stets wissenschaftlich präzise zu sein, an einzelnen Stellen durch Pointen gewürzt. Das Buch lädt regelrecht zum "Naschen" oder aber zum Durchlesen von vorne bis hinten ein, wobei der Leser kaum merkt, dass er nebenher den Inhalt einer ganzen Vulkanologie-Vorlesung in sich aufnimmt.
Nach zwei einleitenden Kapiteln über Ursachen und Verbreitung des Eifelvulkanismus werden sowohl die basaltischen als auch die älteren explosiven Vulkankomplexe ausführlich abgehandelt. Anhand von zahlreichen Fotos beschreibt und erklärt Schmincke sehr anschaulich verschiedene vulkanische Phänomene, so dass der Leser mit Mechanismen und Ablagerungen von Vulkaneruptionen vertraut wird. Die nächsten beiden Kapitel widmen sich ganz dem Verlauf und den Auswirkungen der gewaltigen Laacher See-Eruption vor 12.900 Jahren, von Aschefächern über Glutlawinenablagerungen bis zum Aufstauen des Rheins. Sinngemäß folgt das Kapitel "War's das?", in dem die Frage zukünftiger Ausbrüche in der Eifel nach aktuellen Erkenntnissen diskutiert wird. Das letzte Kapitel zu Beziehungen zwischen Menschen und Vulkanen am Beispiel der über 2000 Jahre alten Steinindustrie in der Eifel endet mit einem Plädoyer zur Erhaltung der Steinbrüche als Bio- und Geotope. Abgerundet wird das Buch durch ein Glossar und ein bewusst knapp gehaltenes Literaturverzeichnis. Einziger Kritikpunkt hier ist das Fehlen eines Orts- und Sachregisters, um das gezielte Nachschlagen zu erleichtern.
"Vulkane sind etwas fürs Auge" - diesem Satz aus dem Vorwort trägt das Buch voll Rechnung. Schmincke wird zweifellos das Verdienst gebühren, dass die Eifelvulkane zukünftig mehr Besucher anziehen werden und ihre Faszination sich auf Menschen auch ohne geologische Vorbildung überträgt. Das Buch ist sowohl für Laien als auch für Studenten der Geowissenschaften oder Fachleute eine Bereicherung. Es ist zu hoffen, dass der im Vorwort angekündigte ausführliche Exkursionsführer bald erscheinen und durch vulkanologische Karten ergänzt sein möge.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vulkane der Eifel, Prof. Dr. Hans-Ulrich Schmincke, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, 9. Juni 2009
Wenn man sich für Vulkanismus interessiert, ist ein Besuch der Eifel ein Muss. Doch die lieblich grüne Hügellandschaft steht in starkem Kontrast zu dem Bild eines symmetrischen Bergkegels, aus dessen Krater eine rot glühende Lavafontäne eruptiert. Mancher mag es sich damit erklären, dass der Vulkanismus lange zurückliege, obwohl der letzte Vulkanausbruch nach geologischen Dimensionen gerade mal gestern stattfand, nämlich vor 11 000 Jahren. Davon sollten sich doch deutliche Spuren finden lassen.
Früher oder später steht dann jeder Eifelbesucher in einem so genannten Aufschluss, einem Steinbruch oder vor einer Straßenböschung und starrt verständnislos auf ein Gewirr aus Steinen, die sich in unterschiedlich dicken, dichten, farbigen Lagen angeordnet und in alle Himmelsrichtungen orientiert vor ihm ausbreiten, doch bestenfalls liest er auf Hinweistafeln einen Schwall von Fachbegriffen und räumlich begrenzte Erklärungen, die er spätestens nach einem Foto und einem Bier im Vulkankeller wieder vergessen hat. Zurück bleibt das undeutliche Gefühl etwas nicht wirklich erfasst zu haben.
Genau dort setzt das Buch "Vulkane der Eifel" von Prof. Dr. Hans-Ulrich Schmincke an, das auf fast 40 Jahren eigene, weltweite Forschung basiert.
Geschrieben ist es für den interessierten Laien, den Vulkanbegeisterten aber auch als gut bebildertes Anfangslehrbuch der Vulkanologie, oder für Exkursionen mit Studenten der Geowissenschaften.
In einem schnellen Exkurs führt Schmincke den Leser in die allgemeine Vulkanologie ein und erörtert - sofern es für das Verständnis des Buches von Nöten ist - die Erddynamik.
Er betrachtet den Vulkanismus in der Eifel im ihrem großtektonischen Umfeld und räumt ganz nebenbei noch mit alten Missverständnissen und Halbwahrheiten auf.
Ausgerüstet mit dem erforderlichen Hintergrundwissen begibt sich Schmincke dann in die Realität eines Eifelbesuchers und versetzt den Leser mit Hilfe unzähliger Fotos in die Lage die Erscheinungsformen des Vulkanismus zu erkennen und zuzuordnen.
Hier und da plaudert der Vulkanologe über seine Arbeit im Gelände. Das sind die Momente, in denen seine Begeisterung für die Materie auf den Leser überspringt.
Sein besonderes Augenmerk richtet Schmincke in diesem Buch auf die Eruption des Laacher See Vulkans vor 12 900 Jahren. Es war die gewaltigste Vulkaneruption in Mitteleuropa nach der Eiszeit. Nicht vergessen darf man dabei, dass zu dieser Zeit bereits Menschen östlich des Rheins gelebt haben, die Zeuge dieser gewaltigen Eruption gewesen sein könnten.
Schmincke entwirft aufgrund der Ablagerungen ein detailliertes Bild vom Ablauf der Eruption in ihren unterschiedlichen Phasen und schafft Vergleiche zu modernen Eruptionen, wie etwa die des Pinatubo auf den Philippinen. Auch hier bildet die reiche Bebilderung die Grundlage für das Verständnis.
Ingesamt also ein Buch, das vermutlich für viele Jahre das Standartwerk sein wird. Es beleuchtet geballtes Wissen über die nicht allzu ferne Vergangenheit der Region Eifel detailliert und verständlich und weiß den interessierten Leser mit dem Resultat zu verblüffen.
(Daniela Szczepanski, VULKAN-ARCHIV, Juni 2009)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spagat zwischen reich bebilderter Einführung und Einblicke in die Grundlagenforschung, 4. Juli 2009
Das Buch führt in anschaulicher Weise ein in die Welt der Vulkane im Allgemeinen, sowie die Entstehung der zahlreichen Vulkanbauten der Eifel und deren heutigen Bedeutung im Speziellen. Zahlreiche graphische Darstellung helfen die geologischen Ereignisse, Magmenentstehung und deren Aufstiegswege inmitten des Europäischen Kontinentes zu verstehen. Phantastische Fotographien der Landschaft und Aufschlüsse, zumeist in Steinbrüchen, verdeutlichen die Formenvielfalt der unterschiedlichen Vulkantypen und deren Ablagerungsprodukte.
Dem Autor, Eifelexperte und international renommierter Vulkanologieprofessor, gelingt dabei der schwierige Spagat zwischen reich bebilderter Einführung in die Vulkane der Eifel und detaillierter Beschreibung der Szenarien einzelner Vulkaneruptionen. Für eine breite Leserschaft besonders interessant ist die Betrachtung vulkanisch junger Geschehnisse mit den Augen eines Forschers, zum Beispiel die Prozesse beim Magmenaufstieg und deren explosiven Wirkung beim Kontakt mit Wasser, oder die Laacher See Eruption und deren verheerenden Folgen (Aufstauung des Rheines, Ascheregen bis weit nach Skandinavien), oder die Jahrtausend währenden Ruhephasen und möglicherweise jederzeit wieder aufkeimende erneute Aktivitäten zu verstehen.
Somit spricht "Vulkane der Eifel" den interessierten Nichtfachmann an, und wird als willkommene und leicht verständliche, dabei niemals oberflächlich wirkende, Lektüre dienen. Dem Vulkantouristen ist dieses Buch gemeinsam mit Kartenmaterial des Vulkanparks der Eifel zu empfehlen (z.B. Vulkanpark Laacher See 1 : 50 000. Rad- und Wanderkarte, ISBN 978-3896373502 erhältlich bei Amazon.de)
Fazit: Ein Bildband, mit spannenden Texten, tollen Darstellungen, historischen, kulturellen und wissenschaftlichen Einblicken, welches einlädt zum Stöbern und Blättern, und unbedingt zu empfehlen ist für den Naturfreund, interessierten Wanderer, aber auch Hobbygeologen oder gar angehenden Geowissenschaftler.
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