, aber nichtsdestotrotz genausogut wie das Debüt der Washingtoner Holzfäller, wenn nicht sogar noch besser. Obwohl diese CD keine Hymnen wie "Ten" im Stile von "Alive" oder "Jeremy" aufweist, sondern in Gegenteil eher auf Kürze ( in der ja bekanntich die Würze liegt) setzt, versprühen die Songs eine ungebändigte Energie und kommen in dem für die frühen Neunziger so Typischen Soundmantel verpackt daher. Man höre sich nur die Brecher à la "Animal", "Glorified G" oder "Drop the eleash" an, die meiner meinung nach zu den besten Werken dieser platte zählen - was absolut nicht heißt, dass die anderen Songs irgemndwie schlechter wäre. Vielmehr setzen Pearl Jam bei "Versus" eher auf Kompaktheit, peitschen einem, wie in "drop the leash" eben peitschende Riffs um die Ohren, gespickt mit genialen Soli des in diesem Jahr absolut zu Recht zum besten Gitarristen gekührten Mike MCCready. Was aber keinsefalls heißen soll, dass ihm seine Bandkollegen irgendwie nachstehen könnten - allen voran ein Eddie Vedder in Hochform, der mit seiner unverwechaselbaren, unterschwelig immer etwas rebellischen Stimme dafür sorgt, dass die Songs ihre für Pearl Jam so typische Eigenart erhalten. Überhaupt ist es diese Dichtheit (nicht im alkoholischen Sinne), die Ungeschliffenheit und der sleazige Touch, der diesen Perlen den so vielfach stereotypisierten, hier aber in seiner einzigartigen Natürlichkeit zur Geltung kommenden vergrungten Sound verleiht - ohne jedoch in geringster Weise an irgendeine Form von (Katzen-)jammer zu erinnern (womit hinsichtlich der Ethymologie des Bandnamens schon einmal geklärt wäre, wovon sich selbiger eben nicht ableitet). Dementsprechend reflektiert die Stimmung auf der Platte dem geneigten Zuhörer auch sofort die (rebellische) Haltung, die Vedder und Konsorten beim Komponieren der Songs inspirierte: rohe, absolut nicht medien-, geschweige denn in vermarktungstechnischer Hinsicht wirtschafts-kompatible Musik, die sich zu den von allen hochgepriesenen, unheimlich eingängigen "Ten"-Hymnen abhebt - was ihr bezüglich der Komplexität und auch Provokation, ja vielleicht sogar Aggressivität der Leieder auch gelingt, jene für den eingefleischetn Hörer aufgrund dieses Gegensatzes aber gerade auch wieder interessant macht. Und diese ungezügelte Wut ob des ganzen Rummels um ihre Person und des Starkults ist es, die den Songs mittels der treibenden Riffs Leben verleiht und dem Hörer die Athmosphäre dieser Epoche perfekt in die heimischen Boxen überträgt. So kommt es dann auch, dass die Songs schon wieder vorbei sind, noch ehe man sich wirklich in ihre, gemäßigt ausgedrückt, einem Paukenschlag ähnlichen Songstrukturen reingehört hat. Leute, ich empfehle jedem, der die ungestüme, in jedem Fall absolut natürliche Urform des Grunges zu seinen besten Zeiten durch die heimischen Konserven jagen will, den käuflichen Erwerb dieser CD. Vergesst all die Klischees um Nirvana und Konsorten, Pearl jam at their best sind die wahren Meister des , abfällig betitelten, Holzfällerrocks- in diesem Sinne - keep on rocking in a free world...