Mike Oldfield und traditionelle, irische Musik? Zuerst konnte ich mir nicht vorstellen, was das bei MO zu bedeuten haben könnte, aber da ich irische Musik gut finde, kaufte ich mir "Voyager". Und man kann sagen: Wer diese tradtionelle Musik erwartet, der bekommt fast eine Stunde gute, irische Stücke vorgesetzt, an denen auch klangtechnisch nicht zu rütteln ist. Vom Typ ist sie mit dem Vorgänger "The Songs of distant Earth" vergleichbar.
Aber! Wer den alten Mike Oldfield erwartet, wie wir ihn von "Tubular Bells" über "Incantations" bis "Discovery" kennen, der wird enttäuscht. Bei vielen Liedern plätschert die Melodie über fünf Minuten teilweise zu belanglos vor sich hin. Man kann sie häufig gut als Entspannungs- oder Hintergrundmusik benutzen.
Die Platte enthält zehn Stücke, die alle instrumental sind. Zudem findet sich auch wieder ein längeres Lied am Schluss. Es stammen nur vier Lieder von MO selber, die restlichen sind traditionelle, irische Melodien. Manche, wie "Women of Ireland" sind sehr berühmt, auch außerhalb Irlands. Stanley Kubrick verwendete sie in seinem Film "Barry Lyndon" und Kate Bush benutzte sie auch einmal für ein Lied: "Mna na h'Eireann" (irisch für: Women of Ireland). Somit ist die CD interessant, aber für mich unter Mike-Oldfield-Niveau. Im letzten Lied, "Mont St. Michel", merkt man jedoch: MO kann es noch! Dieses Lied erinnert stark an sein Album "Ommadawn" und erreicht stellenweise fast sogar seine Klasse. Aber eben nur fast. MO hat sie noch, die Ideen, aber er lässt sie nicht vollständig raus.
Meine Bitte für Ihr nächstes Album, Herr Oldfield: Lassen Sie's mal wieder richtig raus!
Insgesamt ist die CD natürlich trotzdem empfehlenswert, wenn auch weit zurück hinter seinen früheren Platten.