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Sozialwissenschaftliche Tourismusforschung, 19. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Voyage, Jahrbuch für Reise- & Tourismusforschung, 1997 (Taschenbuch)
Yoyage, das Jahrbuch für Reise und Tourismusforschung, stellt in dieser Ausgabe eine der Leitfragen der Tourismusforschung "Warum reisen ?" oder besser gesagt, wie es Hasso Spode im Einführungstext sagt, müsste es eigentlich heißen "Warum reisen wir freiwillig, massenhaft und ohne davon berufliche oder finanzielle Vorteile zu erwarten ?
Im ersten Text, dem Essay von Stepen Greenblatt "Warum reisen", geht es darum was den Menschen dazu bewegt, sein vertraute Umgebung zu verlassen, und in ein Land zu reisen, deren Sprache und Sitten er nicht kennt, über das er manchmal nicht einmal die Geschichte kennt, wo er auf Leute trifft, die im wesentlichen ein finanzielles Interessen an diesem Menschen, dem Touristen haben.
Im dritten Text "Jenseits des Alltags" erläutert Christop Henning
Thorien der Tourismus. Thorien wie die Fluchtthese von Enzensberger, Reisen als Konformismus (Reisen mit dem Hauptmotiv der sozialen Anpassung und dem Prestigegedeanken, welche diese Reise darstellt), oder die Theorie der Reisetriebe, der Erholung,
dem Touristen als Pilger, das durchschreiten von Nichtalltäglichen Welten, mit der Vorstellung vom Urlaub als Gegenwelt zum Alltag, Imaginäre Welten usw. werden behandelt und kritisch reflektiert.
Ein anderer Artikel, der sich ebenfalls mit Theorien des Tourismus befasst, ist der des Soziologen Heinz-Günther Vester.Er überträgt Theorien aus der Soziologie auf den Tourismus. Er stellt Ansätze von Erving Goffman, Pierre Bourdieu vor und beschreibt deren Verwendung für den Tourismus.
Stichworte: Habitus, World-System-Theorie, Rituale...
Beide Texte sind eine Besondere Empfehlung wert, denn so ausführlich bzw. so viele vorgestellte Theorieansätze findet, man selten in der tourismuswissenschaflichen Literatur.
Ein weiterer empfehlenswerter Artikel ist "Reisen in der Hyperrealität" Untertitel: Baudrillard und das Problem der Authentizität. Zunächst wird die Entwicklung des Begriffes Authenzität in der sozial- und kulturwissenschaftlichen Tourismusforschung - wie er von Borstin, Mac Cannell und E. . Cohen beschrieben wurde erläutert. Ebenso wird darauf eingegangen wie Authentizität zum Problem werden konnte, um schließlich dann Baulliards Vorstellungen von Simulation und Hyperrealität darzulegen.
Dieses Buch beschreibt den Tourismus aus einem Bereich, der lange vernachlässigt wurde, denn die meisten Publikationen behandeln den Tourismus aus ökonomischer Sicht, oder beschreiben die Geschichte oder negative Folgen des Tourismus. Eine solche Publikation wie diese, war schon länger überflüssig, ebenso die Erklärungsansätze zu einer Theorie des Tourismus (da es ja bis heute keine geschlossene Tourismustheorie gibt) liefern Ansätze welche zu einer geschlossenen Theorie beitragen könnten.
Neben noch anderen Artikel, ist in diesem Buch noch ein Interview mit dem verstorbenen Tourismusforscher Jost Krippendorf abgedruckt, in dem unteranderem Krippendorf seine Meinung zum Thema "einer Tourismuswissenschaft" vertritt.
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