Hacketts erstes Solo-Album, gespickt mit Titeln, die für Genesis als nicht tauglich befunden wurden, im neuen Remaster überzeugt akkustisch auf jeden Fall, denn es wurden nicht nur einige grobe Bugs, etwa bei Shadow, entfernt, sondern auch das Rauschen der ersten CD-Auflage ist deutlicch minimiert. Kurzum, gut gemacht!
Zu den Titeln, die teilweise mit Unterstützung von Hacketts Bandmitgliedern Collins und Rutherford aufgenommen wurden:
Ace Of Wands; Erweckt bei mir Erinnerungen an The Waiting Room von Lamb Lies Down, etwas hektisch, filigrane Gitarren mit klassischem Ambiente
Hands Of The Priestess - Part 1; Ein Instrumental, in dem Hackett absolut überzeugt, einmal mehr aufzeigt, wie wichtig er für den damaligen Genesis-Sound war - und welcher Verlust sein Ausscheiden aus der Band war.
A Tower Struck Down; Dieser Instrumental-Track hätte gut auf Trick gepasst, etwas düster, undruhig und bedrohlich wirkend.
Hands Of The Priestess - Part 2; Nach der Unruhe bei Tower ein versöhnlicher Abschluß; alle drei Titel lösen bei Assoziationen zu einem Traum-Erleben aus.
The Hermit; Der erste Vocal-Track mit Hackett himself am Micro, ein titel im Stile von Priestes, ruhig und besinnlich, leicht klassisch angehaucht.
Star Of Sirius; Erneut ein ruhiger Vocal-Track, mit Collins am Micro, hätte auf keinem Genesis-Album aus der Zeit gestört, nicht überragend, aber okay.
The Lovers; Ein kurzer Instrumental-Titel, schön anzuhören und beabsichtigt oder auch nicht, die richtige Einstimmung zum folgenden Titel
Shadow Of The Hierophant; Vielleicht der Titel auf diesem Album schlechthin, Genesis meets Sally Oldfield. Die Mischung von Genesis-Bombast der 70er und der kristallklaren folk-orientierten Stimme von Sally Oldfield, einfach brilliant! Auf dem ersten CD-Release beinhaltete dieser Titel 2 grobe Patzer, diese sind endlich beseitigt, so dass man den 12-Minuten Track ohne Einbußen geniessen kann.
Des Weiteren bietet die remasterte CD noch zwei Bonus-Titel, nämlich:
Ace Of Wands; Bei dieser Live-Aufnahme schafft es Hackett nicht nur mühelos, die Energie dieses Titels auf die Bühne zu transportieren, der Titel gewinnt sogar noch deutlich dazu.
Shadow Of The Hierophant; Die Extended Playout Version, die den Original-Titel noch um etwas über 5 Minuten übertrifft. Wesentlicher Unterschied ist denn auch die verlängerte Spielzeit, die in erster Linie ein um etwas über 5 Minuten verlängertes Outro bietet. Wer im Genesis-Bombast schwelgen mag, ist mit dieser Version bestens bedient, für alle anderen ist er wohl verzichtbar.
Fazit; Das erste Solo-Album (war seinerzeit nach Please Don't Touch mein zweites Hackett-Album) bietet dem geneigten Fan einen Ausblick darauf, in welche Richtung Genesis sich hätten entwickeln können, wenn Hackett etwas mehr Platz in der Band gehabt hätte. Hätte, wenn und aber, so ist es ein durch und durch hörenswertes Album mit dem Glanzpunkt Shadow Of The Hierophant.
Leider schaffte Hackett nur noch mit dem direkten Nachfolger PDT ein ähnlich qulitativ hochwertiges Album, noch eine Spur abwechslungsreicher - und weiter weg von seiner dann schon Ex-Band.