Ich muss ja zugeben, dass ich lange Zeit mit Therion nichts anfangen konnte. Ich fand einfach nicht den Zugang zu dieser `ungewöhnlichen` Musik. Aber irgendwann, nach mehrmaligem hören, war es soweit, Therion sind sehr stark. Hier werden Metalgitarren und Sounds mit Opernchören und männlichem und weiblichem Operngesang vereint. Hört sich seltsam an und ist auch seltsam.
`The rise of Sodom and Gomorrah` ist ein toller über 6 minütiger Opener. Hier werden direkt alle Stärken der Gruppe ausgespielt. `Metallica`-Gitarren und dazu der abwechselnd weibliche und männliche Gesang und Chöre wie man sie von Carl Orff kennt. `Birth of Venus illegitima` geht in die gleiche Richtung und ist fast genauso stark. `Wine of Aluqah` ist deutlich schneller und härter, während das 4. Stück eher abwechsungsreich ist und auch mit ruhigen Passagen aufwartet und fast 9 Minuten lang ist. `The wild hunt` ist dann richtig schnell und hart, ausserdem gibt es hier den Chorgesang abwechselnd mit `normalen` Metalgesang. `Eye of Shiva` ist dagegen wieder langsam aber mit bratigen Gitarren. `The opening` ist ein geiles (fast) Instrumental, quasi der Eröffner für die letzten 3 Stücke, die die Qualität der ersten 6, 7 Stücke locker halten.
Was der musikalische Kopf der Gruppe, Christopher Johnsson, hier für eine gewagte Musik entworfen hat sucht seinesgleichen. Ganz viel bombastischer Heavy Metal gepaart mit Klassikgesängen. Harte Gitarren mit viel Keyboards und Orchester. Manchmal muss ich an die Savatage der 90er Jahre denken oder an die Rage-Alben mit Orchester. Diese Vergleiche hinken aber. Therion sind schon einmalig. Aufgrund dieser Einmaligkeit und der großen Abwechslung gibt es 5 Sterne für "Vovin" aus dem Jahr 1998.