Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wichtiges und notwendiges Buch, das mit Geschichts-Mythen aufräumt!, 5. Mai 2009
Neben Hubertus Knabes "Honeckers Erben" liegt nun ein weiters Buch vor, das das Märchen einer gewendeten und geläuterten Linkspartei eindeutig widerlegt!
Die beiden Autoren sind ausgewiesene Kenner der Materie. Uwe Müller hat mit "Supergau Deutsche Einheit" vor 3 Jahren ein Buch über die ökonomischen Fehler der Wiedervereinigung vorgelegt, Grit Hartmann hat mit "Goldkinder" ein tolles Buch über die unmenschliche Züchtung von Medaillengewinnern geschrieben.
Nun haben sich beide zusammen getan- eine tolle Mischung!
Während Herr Knabe sich ausschließlich auf die Linkspartei spezialisiert hat, spannt dieses Buch den Bogen weiter. Es enthält einen grossen Abschnitt (Teil 1) über das Versagen der Bundesrepublik Deutschland, die SED-Diktatur moralisch und juristisch aufzuarbeiten.
Ich will mich hier auf diesen Teil des Buches konzentrieren, da über DIE LINKE von Herrn Knabe bereits alles gesagt wurde.
Zunächst ein inhaltlicher Überblick:
Teil 1 beschäftigt sich, wie schon erwähnt, mit der fehlgeschlagenen juristischen Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Teil 2 schildert das Versagen der Parteien. Dabei wird auch der Umgang von CDU und FDP mit den Blockflötenparteien der DDR nicht ausgespart, aber das Hauptaugenmerk liegt auf dem unsäglichen Umgang der SPD mit der PDS/DIE LINKE und auf dem wahren Charakter der Linkspartei (Kapitel "Sozialdemokraten auf Geisterfahrt" und "Neue Linke auf alten Pfaden").
Teil 3 zeigt, dass viele systemtreue Propagandisten der DDR auch im wiedervereinigten Deutschland Posten in den Medien, im Sport und im Öffentlichen Dienst behalten bzw. wieder bekommen haben. Auch das ist ein Armutszeugnis für dieses Land!
Teil 4 schildert die Fehler der "Birthler-Behörde." Dort arbeiten viele ehemalige Mfs-Leute und IM-Mitarbeiter. Das ist ungefähr so, als würde man einen Drogenbaron mit der Bekämpfun der Drogensucht beauftragen!!!
Zu Teil 1. Die Autoren zeigen anhand von Zahlen, was für ein Unrechtsstaat die DDR war. Die Stasi hatte noch 1989 91000 offizielle Mitarbeiter und 189000 IM. Statistisch gesehen kamen auf 55 Bürger ein Mfs-Mitarbeiter! Das ist ohne Zweifel ein trauriger Weltrekord!!!
Skandalös ist aber etwas anderes: nur 46 Haupttäter des SED-Regimes wurden rechtskräftig verurteilt! Und die Strafen waren sehr milde! Sie wurden insgesamt zu grade einmal 152 Jahren Knast verurteilt- das macht im Durchschnitt läppische 3,8 Jahre! Angesichts der Schwere der Taten (Mord, Totschlag, Folter...)wirklich ein Witz! dazu kommt, dass Sie diese Strafen nicht einmal voll absitzen mussten, Viele wurden nach der Hälfte ihres Strafvollzugs schon wieder begnadigt. Müller/Hartmann sprechen von einem "doppelten Diktaturrabatt für die Täter": einerseits wurden oft die Anklagepunkte gemildert (Totschlag statt Mord), andererseits wurde exzessiv und sehr früh begnadigt.
Fazit: ein ganz ganz wichtiges Buch in der aktuellen Debatte! Wer nach der Lektüre dieses Buches immer noch etwas Gutes an der DDR und der Linkspartei findet, dem ist dann einfach wirklich nicht mehr zu helfen!!!
Eines der wichtigsten Bücher des Jahresn! Kaufen! Lesen! Weiter empfehlen!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Polemik, aber eine notwendige, 19. September 2009
Die Autoren befassen sich in diesem Buch mit vier großen Themenkreisen: der zögerlichen Aufklärung und extrem milden Bestrafung übelsten staatlichen Unrechts in der DDR bei gleichzeitig äußerst schäbiger Behandlung der Regimeopfer; der befremdlichen Wiederauferstehung der Blockparteien, die für dieses Unrecht verantwortlich waren, mit im Schnellgang weißgewaschener Weste; der schnellen Karriere linientreuer Ex-Kader in Wirtschaft und Medien der gewendeten Republik; und der schnellen Verdrängung, dem Nicht-mehr-hören-wollen von Diktatur und Unrechtsstaat bei den Zeitgenossen und die skandalöse Unkenntnis über die nur zwanzig Jahre zurückliegenden Vorgänge bei der Generation der Nachgeborenen.
Sie tun dies mit berechtigter Wut. Die Wut kann jeder nachempfinden, der beispielsweise die Dokumentation über Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989. Ein biographisches Handbuch liest oder die Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen besucht und dann sehen muss, dass für das gesamte Unrecht in vierzig Jahren Unrechtsstaat DDR, darunter Mord, Totschlag, Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Gefangenenmisshandlung und Rechtsbeugung mit Todesfolge weniger Geld- und Freiheitsstrafen verhängt wurden als in einem einzigen Jahr in Deutschland für schlichte Sachbeschädigung ausgeurteilt wird. Und wer die große Koalition des Wegschauens und unter-den-Teppich-Kehrens übelster Verbrechen bereits vor der Wende betrachtet, als Politiker aller Parteien mit schäbigsten Begründungen selbst die Erfassungsstelle Salzgitter schließen wollten, die diese Verbrechen dokumentieren sollte.
Dieser erste Teil des Buches ist am eindrücklichsten begründet und mit Zahlen und Fakten untermauert. Aber auch die Polemik der Autoren zu den anderen drei Hauptthemen ist geeignet, den Leser, je nach Einstellung, mit Wut oder Scham oder beidem zu erfüllen. Wie Marx in seinem Werk Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte sagt, wiederholen sich die Tragödien der Geschichte als Farce. So stellt sich die Bewältigung der DDR-Diktatur durch Politik und Öffentlichkeit auch nach diesem Buch dar: als ein homunculusartiger Wiedergänger der Aufarbeitung des Dritten Reiches in der Nachkriegszeit. Allerdings mit einem Unterschied: erfreulicherweise durften die Nazis nicht als erst in "Partei des demokratischen Nationalsozialismus (PDN)" und dann in "Die Rechte" umbenannte Partei mit der Mär auf Wählerfang gehen, es sei 1933-1945 doch, vielleicht von einigen vereinzelten Exzessen abgesehen, alles ganz wunderbar gewesen und die Bezeichnung des Dritten Reiches als Unrechtsstaat beleidige die Deutschen, die in diesem Staat gelebt hätten.
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