Aus der Amazon.de-Redaktion
Sachbuch, Ratgeber, Bilderbuch, Sportlerbiografie, Memoiren und ein Vorwort von Boris Becker -- all das bietet
Vorteil Haas von Peter und Tommy Haas mit dem viel versprechenden Untertitel:
Erfolg ist machbar.
Vater Peter Haas schwelgt dabei in den Erinnerungen an den vermeintlich unaufhaltsamen Aufstieg seines Tennis-Wunderkindes an die Spitze der ATP-Weltrangliste. Und er wagt dabei auch einen vorsichtigen Blick hinter die Kulissen des Tennis-Zirkus. So erfährt man, mit welchem Spieler(-Typ) der junge Deutsche partout nicht auskommt. Oder wie Tommy Haas im Trainingscamp des Tennis-Gurus Nick Bollettieri stundenlang umsonst nach Deutschland telefonieren konnte -- zwei von mehreren durchaus nachlesenswerten Anekdoten dieses Tennis-Buches. Im Zusammenhang mit dem Bolletieri-Trainingscamp in Florida wird dann sogar leise Kritik an den Mechanismen des Tennis-Geschäfts geübt. Kritik, die ansonsten nur noch an den verkrusteten Strukturen in der Nachwuchsförderung des deutschen Tennis-Bundes laut wird. Peter Haas erläutert und verteidigt dabei sein Modell der "Tennis-Aktien" für Tommy und Schwester Sabine, um die Ausbildung an Schläger und Ball zu finanzieren. Ansonsten bestimmt vor allem das bisweilen etwas eintönige Hohelied auf die eigene Familie die Partitur des Sport-Buches -- und Vorzeigesohn Tommy ist dann auch zumeist strahlender Solist auf den 176 Hochglanzbildern. Das erste Bild des Bandes zeigt dabei übrigens eindrucksvoll die vielleicht wichtigste Zielgruppe des Buches: es sind die begeisterten, meist jugendlichen, weiblichen Fans, die ihren Tommy als Schwarm verehren.
Alles in allem also ein Buch für (weibliche) Fans, für Freunde des weißen Sports, die eine Schwäche für das "Menscheln" im Hochleistungssport haben und für Eltern von Talenten, die von Peter Haas Hilfestellungen, aber keine Patentrezepte erwarten. Weshalb das Haas-Wort vom "geplanten Erfolg" mit Vorsicht zu genießen ist -- davon kann nicht zuletzt die kaum minder geförderte Schwester von Tommy, Sabine, ein Lied singen. Zumal in Fachkreisen umstritten ist, ob die große deutsche Tennishoffnung neben Nicolas Kiefer, sich wirklich konstant in der absoluten Weltspitze etablieren kann. Zu wünschen wäre es dem 22-jährigen Deutschen, der bisher im Individualsport Tennis vor allem auch als Mannschaftsspieler glänzen konnte. Dann könnte Vorteil Tommy Haas noch öfter Matchball Thomas Haas bedeuten. --Andreas Egert