Zu Beginn des dritten Teiles der Vorstadtkrokodile hatte ich kurze Zeit das Gefühl, dass der Film dieses Mal in den "Trashbereich" hineinrutschen könnte, aber spätestens nach der realistischen Darstellung des schrecklichen Go-Kart-Unfalls, bei dem durch das Verschulden von Hannes Frank sehr schwer verletzt wird, änderte sich mein Eindruck. Zunächst sah es so aus, als hätte Frank noch einmal ganz großes Glück im Unglück gehabt, und wäre nur mit ein paar heftigen Schürfwunden an den Armen, und dadurch mit einem "blauen Auge" davongekommen, aber schon wenige Szenen später bricht er in sich zusammen, und muss sofort vom Notarzt in das Krankenhaus eingeliefert werden. Bei der Untersuchung stellt sich heraus, dass Franks Leber bei dem Unfall sehr schwer verletzt wurde, und dass er so schnell wie möglich eine Spenderniere, bzw. eine Teilspende benötigt. Da der alkoholabhängige Vater als Spender nicht in Betracht kommt, bietet sich Hannes als Unfallverursacher natürlich sofort an, muss aber gleich darauf von der Krankenschwester erfahren, dass er als Minderjähriger keine Organe spenden darf, und dass die Leberspende am Besten, auch aufgrund der übereinstimmenden Genetik, aus der jeweiligen Familie kommen sollte.
Für eine Organspende kommt nur Franks Bruder Dennis in Frage, der allerdings seit der Überführung der Krokodile im ersten Teil im hiesigen Gefängnis sitzt. Da der Gefängnisdirektor Dennis aufgrund seiner schlechten Führung nicht für eine Operation freigibt (was in Deutschland aufgrund des Grundgesetztes nicht möglich ist) - entwerfen die Krokodile einen genialen Plan, wie sie in das Gefängnis einbrechen, und ihn befreien können (was ebenfalls eine absolute Illusion ist). Ab diesem Moment entwickelt sich der Film ein wenig in die Richtung des dänischen Jugendfilmklassikers - Kletter Ida - nur mit dem Unterschied, dass die Vorstadtkrokodile eben nicht versuchen in eine Bank, sondern in ein Gefängnis einzubrechen.
Genauso wie die beiden ersten Teile stimmt in der Produktion des Filmes wieder alles, und schnelle, bzw. rasante Schnitte und exzellente Actionszenen machen auch den dritten Teil zu einem spannenden Familienfilm. Da im wahren Leben leider 90% dieser schweren Unfälle nicht mit einem "Happyend" enden, hätte ich es als Sozialpädagoge durchaus auch einmal sehr begrüßt, wenn man den deutschen Kinder - vor allem als Abschreckung - das absolut realistische "Worst-Case-Szenario" direkt vor Augen geführt hätte, also Frank seinen schweren Unfallverletzungen erlegen wäre, und wäre sehr gespannt darauf gewesen, welche Entwicklung der Film danach genommen hätte und wie Hannes und seine Freunde diese Situation bewältigt hätten. Aber wenn es im Leben schon so gut wie keine "Happyends" gibt, dann muss es sie zumindest im Film und auch im Märchen geben.