Dieses witzige Buch wurde 1838 geschrieben. Anthus schreibt, wie sonst nach ihm kein Anhänger der Tafelfreuden, aus der Sicht des Essers. Es geht schlicht und einfach ums Schlucken, ums Schmecken, ums Schlingen. Es ist eigentlich das erste Buch über die Esskunst, denn bis dahin war es unüblich, dass man Essen als einen Teil der Kultur beschrieben hat. Das verfeinern der Speisen überlässt Anthus den Köchen, im liegt es vornehmlich am Herzen, das Speisen zu verfeinern. Dabei wirft er unzählige Fragen auf. Darf man beim Essen reden, stört die Musik die Tafelfreuden, ist es gestattet über politische Themen bei Tisch zu sprechen, kann man letztlich Essen als einen Teil der Kultur begreifen?
Antonius Anthus hieß eigentlich Gustav Blumenröder, war Nervenarzt und Abgeordneter im Frankfurter Parlament. Er kannte die Menschen und er kannte die Gesellschaft, über die er geschrieben hat. Sein größter heimlicher Traum war der, von der Veredlung des Menschen durch gutes Essen und Trinken und durch gute Essmanieren, ist doch der Mensch das einzige kochende Wesen der Schöpfung".
Zwei von vielen seiner originellen Ideen seien hier als Appetitanreger erwähnt: je meisterhafter der Mensch zu essen versteht, je weniger merkt man die Absicht"; Mord oder Selbstmord könnten verhindert werden, wenn der Täter vorher durch ein wirklich gutes und opulentes Essen seine Leidenschaft gereinigt hätte."
Ein wunderbares, amüsantes, gelehrtes Buch voller Witz und Sottisen. Rasant geschrieben.