Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Solide Buchverfilmung mit Längen, 1. März 2009
Der 16 jährige Michael Berg beginnt eine Affäre mit der 35 jährigen Hanna Schmitz. Im Verlauf des Films der in drei Zeitebenen eingeteilt ist, erfährt Michael bei einem Gerichtsprozess, dass Hanna eine ehemalige SS- Wärterin ist.
Plötzlich sind für ihn Themen wie "Schuld, Sühne, Absolution", die eine ganze Nation heute noch bewegen recht greifbar und persönlich. Muss er doch eine Frau verurteilen, die er einst geliebt hat. Der Grad zwischen Moral und Gesetz ist schmal. Der Unterschied zwischen Verständnis und Verstehen ist kaum zu erkennen.
Mit großer Spannung hab ich die Verfilmung eines meiner Lieblingsbücher erwartet.
Bernhard Schlinks Vorleser beginnt als Liebesgeschichte, die man als Parabel bzw. Metapher für die letzten zwei drittel der Geschichte nehmen kann.
Das sexuelle Erwachen eines Kindes als Symbol des erwachenden Schuldbewusstseins eines Volkes?
Analphabetismus als Symbol der Unmündigkeit?
Der Roman ist eine relativ komplexe und metaphorische Vorlage, die das Thema "Schuld" ausführlich aber nicht absolut behandelt.
Positiv ist, dass es trotz des ernsten Themas sehr "menschelt". Die Geschichte selbst um den Protagonisten ist sehr ergreifend und scheut auch nicht davor unterhaltend zu sein.
Man kann den Film auch "nur" als ruhiges Drama sehen.
Die Umsetzung als Film war von vornherein schwierig, da der Roman aus der Ich- Perspektive erzählt wird und es sich um einen sehr reflektierenden Erzähler handelt. Ständig gibt es (Selbst)Analysierende Abschnitte, die sprachlich sehr dicht sind. Da der Film keine Off- Stimme benutzt, bleibt der Film vieles schuldig. Die Bilder allein schaffen nicht, die Stärken der Vorlage auszudrücken. Dafür handelt Regisseur Daldry den Film zu konventionell ab.
Größtes Manko der Umsetzung ist daher, dass der Protagonist zu konturlos bleibt. Dabei ist dem Zuschauer doch gerade sein Urteil, seine Sichtweise wichtig. Leider versagt der Film hier und nimmt dem Film damit die Tiefgründigkeit des Buches. Im Buch wird das Thema "Schuld" auf eine ganz persönliche Ebene gebracht und durch die Augen des Erzählers gesehen. Der Film behandelt das Thema eher allgemein und macht sich dadurch angreifbar.
Das und einige unmotiviert anmutende Einschübe wie der Besuch im KZ (der wie ein Fremdkörper im Film wirkt) oder die etwas kitschige Metapher der Teedose am Schluss lassen einen leicht bitteren Nachgeschmack. Man hat den Eindruck auch hier geistert der Hollywood- Postkartenholocaust und verordnete Betroffenheit durch die Produktion.
Auch wenn ich zunächst überhaupt nicht mit Kate Winslet einverstanden war als Hanna Schmitz, so hat der Film mich eines besseren belehrt. Sie hat ihren Oscar wirklich verdient. David Kross steht ihr in nichts nach. Der Film ist bis in die Nebenrollen mit Ralph Fiennes, Lena Olin und Bruno Ganz hervorragend besetzt.
Ich hätte mir gewünscht der Film hätte sich für die erste Zeitebene, die Liebesgeschichte mehr Zeit genommen. Hätte Michael ausführlicher in seiner Umgebung gezeigt und nicht nur mit Hanna. Dennoch hat der Film hier seine großen Stärken, wenn er die Beziehung zwischen den beiden beinahe Wortlos zeigt.
Der zweite Teil der Gerichtsprozess ist ebenfalls sehr gelungen und beinhaltet die eindringlichste Szene, als Hanna verzweifelt versucht ihre Lebenslüge aufrecht zu erhalten.
Ab dem dritten Teil beginnt der Film zu schwächeln und kann seine Längen nicht mehr verbergen. Hier hätte man einige male die Schere ansetzen können. Dabei fällt auch der dünne Soundtrack auf. Der Film verliert sich in sentimentalem Schweigen und Oberflächlichkeit.
Mit dem Schluss und der Geschichte um Michaels Tochter schießt der Regisseur dann endgültig übers Ziel hinaus. Sicherlich kann ich die gute Absicht und das Generationen- Thema dahinter verstehen, aber das Ende wirkt aufgesetzt und ebenfalls wie ein Fremdkörper.
Der Film versteht zu unterhalten und zum Nachdenken anzuregen (wie immer bei diesem Thema wird sicherlich kontrovers diskutiert werden).
Wenn man die Vorlage kennt bietet der Film zwar kaum neue Sichtweisen auf das Thema, da sich der Film aber dennoch sehr stark am Buch orientiert und die Schauspieler hervorragend agieren, kann ich den Film nur jedem ans Herz legen.
Allein schon wegen Kate Winslets Leistung lohnt es sich den Film anzuschauen.
Ich weiß nicht, ob ein anderer Regisseur der Vorlage oder dem Thema hätte mehr gerecht werden können. Enttäuscht hat mich der Film nicht. Zum Meisterwerk reicht es allerdings auch nicht.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
hat den Oscar voll verdient, 14. März 2009
schauspielerische Höchstleistungen vor allem von Kate Winslet (Hanna) und Ralph Fiennes (Michael). In dem Film kommt praktisch alles vor: Erotik, Spannung, Humor, Leben, Geschichte, Dokumentation, Ernst, Nachdenklichkeit über ein trauriges Deutsches Kapitel. Hochinteressant trotz der Länge. Sehr authentisch nachgespielt. Reise zurück vor allem in die 50èr, 60èr und 90èr Jahre. Sehr sehenswert. Hat den Oscar auf jeden Fall verdient.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Genau, Täter sind auch bloß Menschen..., 16. Juni 2009
Aus der Kategorie "Filme die die Welt garantiert nicht braucht".
Was soll das? Was soll die zentrale Botschaft sein? Mitläufer sind per se unschuldig und bemitleidenswert? Oder gibts am Ende gar keine? Muß man darüber so eine schnulzige Verfilmung abliefern die das Grauen und die Schuld in den Hintergrund drängt bzw. selbiges durch kitschigen Schnulz völlig maskiert? Statt dessen demnächst ne rüherseelige Verfilmung des Liebeslebens von Eichmann, Himmler oder aktuell, Demjanjuk? Die haben auch Gefühle? sind auch Menschen? freilich sind sie das! Im Ausbildungslager für Aufseherinnen Ravensbrück gab es 1942/43 3500 Frauen. Diese wurden hier geschult, um im Gefolge der SS Dienst zu tun, Opfer zu bewachen, zu quälen und zu töten. Von denen hatte auch jede ihr eigenes Gefühlsleben, aber was solls, wen interessierts!
Echt, Schmachtfetzen gibts genug, ich weiß wirklich nicht warum man eine KZ-Aufseherin so "Mitleid heischend" auf die Leinwand bringen muß und so quasi für eine Art "Generalamnestie" sorgt, ob bewußt oder unbewußt. Nee, dafür habe ich absolut kein Versändniss, das ist gelinde gesagt extrem schlecht, da ist mir die schauspielerische Leistung dabei wirklich so was von egal. Hier wird nur eins; Geschichte missbraucht, wenn nicht vergewaltigt.
Wenn Ihr flennen wollt, schaut Euch Titanic an...
Meine Meinung.
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