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Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht
 
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Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht [Hörbuch-Download]

von Jakob Hein (Autor), Jürgen Uter (Erzähler), Stefan Kaminski (Erzähler), Ulrike Hübschmann (Erzähler)
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (61 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Hörbuch-Download
  • Spieldauer: 3 Stunden und 39 Minuten
  • Format: Hörbuch-Download
  • Version: Ungekürzte Ausgabe
  • Verlag: JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH
  • Audible.de Erscheinungsdatum: 2. Juni 2010
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B003P5JWU6
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (61 Kundenrezensionen)

Produktbeschreibungen

Seit Boris Moser seine Agentur für verworfene Ideen eröffnet hatte, war niemand anderes als er selbst durch die Eingangstür getreten. Nun stand diese Frau vor seinem Schreibtisch, Rebecca. Schlagartig wurde Boris klar, dass er sie nie wieder gehen lassen durfte. Nach dem Prinzip "Geschichte in der Geschichte" erzählt Boris Rebecca die Geschichte von einem schlaflosen Rettungsarzt. Dieser wiederum hört Sophia, seiner rätselhaften Patientin, zu. Und Sophia schrieb für ihren Auftraggeber die Geschichte von dem Wissenschaftler Heiner auf, der kurz davor stand, den Sinn des Lebens zu ergründen.
(c)+(p) 2009 Jumbo Neue Medien & Verlag GmbH

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mit den Augen des Autors ... 1. September 2010
Von Kay Fischer VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch zu rezensieren fällt schwer. Was als Roman deklariert wird, entpuppt sich zunächst als eine zusammenhanglose Sammlung von Geschichten.
Zu Beginn geht es um die erste Begegnung von Boris Moser und einer Frau namens Rebecca, die sehr neugierig ist. Sie besucht Boris in seiner "Agentur für verworfene Ideen" (z.B. Roman-Anfänge). Zwischen den beiden knistert es gewaltig, doch dann hört ihre Geschichte plötzlich auf - eine neue wird erzählt, mit neuen Protagonisten, ohne an das bisher Gelesene anzuknüpfen. Nach dieser neuen Erzählung folgt eine weitere, wieder mit neuen Figuren, und so zieht es sich durch das ganze Buch, bis sich der Bogen am Ende schließt und man endlich doch den kompletten Handlungsstrang erkennt.

Eigentlich ist das eine gute Idee, Geschichten in Geschichten zu erzählen, jedoch wird der Leser, sofern er das Buch unvorbereitet liest, irritiert. Jede Erzählung verteilt sich über mehrere Kapitel, so daß man in die nächste Geschichte regelrecht stolpert. Besser wäre gewesen, jeder Geschichte nur ein einziges Kapitel zu widmen, um damit ein rhythmerisches Lesen zu ermöglichen.
Andererseits unterscheiden sich die Erzählungen in ihrem Schreibstil etwas, was wiederum sehr für das Können des Autors spricht. So sind die ersten Kapitel eher naiv, die späteren dagegen einen Tick anspruchsvoller geschrieben.

Insgesamt ist das Buch jedoch mehr ein Strauß von (teilweise interessanten) Ideen als ein Roman, also eher etwas Unvollständiges, was irgendwie zusammengefügt wurde und damit frappierend an die "Agentur für verworfene Ideen" erinnert. Insofern möchte ich die These wagen, daß jener Boris Moser in Wirklichkeit Jakob Hein selbst ist.
Ich gebe dem Buch aber dennoch vier Sterne, weil man es beim zweiten Lesen mit anderen Augen sieht und damit die Möglichkeit bekommt, es sozusagen mit den "Augen des Autors" zu lesen. Mit dem erworbenen Wissen geht man an die Geschichten ganz anders heran und kann sie somit besser genießen. Das Buch ermöglicht damit auch einen Blick in die Schreibstube und in die Gefühlswelt eines Autors.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Was soll man zu einem außergewöhnlichen Buch wie diesem sagen? Eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte. Tausend Anfänge und doch kein Roman? Romananfänge seien leicht zu schreiben. Das meint zumindest Boris zu der schönen Frau, die eines Tages in seiner Agentur für verworfene Ideen steht. Wenn jemandem nicht einmal ein Romananfang einfällt, dann gelingt es ihm auch nicht diesen zu beenden. Das ist bei der ganzen Schreiberei das Schwierige und deswegen ist er auch nicht Schriftsteller geworden, sondern hat eine Agentur ins Leben gerufen, die Ideen sammelt. Als jedoch die Frau droht aus dem Laden und somit auch für immer aus dem Leben von Boris zu verschwinden, liest er ihr eine von seinen verworfenen Geschichten vor. Diese scheint wiederum aus mehreren aneinandergereihten Romananfängen zusammengesetzt zu sein, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch immer wieder das gleiche Thema behandeln: Die Begegnung zweier Menschen, die sich auf ihre Art gegenseitig beeinflussen. Sei es Sebastian der Oberarzt der Intensivstation auf der Sophie liegt, die ihm von ihrer einstigen Arbeit beim Maulwurf" erzählt, der ihr wiederum die Geschichte von Heiner diktiert. Es scheint als würde das Buch mehrere Kurzgeschichten beinhalten, die in einer Geschichte zusammengefasst wurden. Der abrupte Wechsel von Zeit, Ort und Personen zwischen den Kapiteln hat mich Anfangs verwirrt. Erst als ich Details entdeckte über die im Kapitel zuvor gesprochen wurden, merkte ich, dass es ein Teil des Ganzen ist und nicht eine für sich stehende Geschichte. Durch den abrupten Wechsel kam ich beim Lesen ins stocken. Trotzdem ist es eine ungwöhnliche Art, mehrere Geschichten zu vereinen. Sie unterstützt die Aussage von Boris, das er Romananfänge schreiben, aber nicht fortsetzen könnte. Im Roman wird zeitweise Kritik an bestimmten Macken unserer Gesellschaft ausgeübt, die in ihrer Richtigkeit, mich beim Lesen zum Schmunzeln brachte. Sei es die Schnelllebigkeit, die uns anscheinend unfähig macht einfachste Dinge, wie zum Beispiel Tee und Kaffee, richtig zu genießen. Oder die Unfähigkeit uns mit dem zufrieden zu geben, was wir haben. Der Roman wurde mir dadurch sehr sympathisch, da er nicht nur Geschichten so dahinerzählt, sondern sagt, was gesagt werden muss. Ich kann das Buch jedem empfehlen der Bücher über das Leben mag. Es beweist das keine Geschichte mit der letzten Seite enden muss. Ein bisschen von ihr, wird in uns weitererzählt.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Daniela Möhrke TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Gleich vier Geschichten verbergen sich in diesem recht schmalen Buch. Vier Geschichten, die sehr unterschiedlich sind und trotzdem einen ähnlichen Grundklang haben. Es wird über das Leben philosphiert, Vorurteile werden ausgeräumt, nie Erwartetes funktioniert plötzlich und der Leser wird mit ganz neuartigen, interessanten Betrachtungsweisen überrascht.

Alles beginnt mit Boris. Er hat eine Agentur für verworfene Ideen gegründet und versucht diese Ideen zu sammeln und wieder zu einem Ganzen zu verknüpfen. Damit erhofft er sich neue, grundlegende Aussagen zu gewinnen, die für alle eine Bedeutung haben. Die meisten Ideen kommen jedoch von Boris selbst und das Einzige, was er wirklich gar nicht annimmt, sind Romananfänge, denn davon hat er ebenfalls selbst genügend geschrieben. Durch einen Zufall betritt nun Rebecca seine Agentur, die sonst nur er selbst betritt, und es entfacht ein Gespräch, dass von bildhafter Sprache, Humor und genialen Gedanken nur so sprüht.

Boris, der in seinem ganzen Verhalten recht sonderbar, gar schräg, erscheint, ist eine liebenswerte Hauptfigur. Er ergänzt sich perfekt mit der direkten Rebecca, die sich durchsetzen kann und von ihrer Meinung vollkommen überzeugt ist. Dadurch gewinnt die Geschichte ziemlich an Schwung. Die skurrilen Gedanken Boris' und die Fäden, die die beiden daraus spinnen, gehen ein ganzes Stück über die gewöhnliche Blickweite der meisten Menschen hinaus. Dies wiederum ist ein Spiegelbild für die Beobachtungsgabe und Gedankentiefe des Autors. Sein Wortwitz und ein Fünkchen Ironie machen das Buch zu einem sprachlichen Genuss.

Wie schon erwähnt, schreibt Boris selbst Romananfänge und wirklich nur die Anfänge. Einen davon stellt er Rebecca vor. So entsteht die erste Geschichte in der Geschichte. Das Ganze soll sich noch zwei mal wiederholen und letztendlich ist in jeder der ersten drei Geschichten eine neue verborgen.

In der dritten Geschichte verliert das Buch für mich jedoch einiges an Spannung und die vierte war für mich dann endgültig eine zu viel. Die gelungene Überleitung zur zweiten Geschichte gelingt bei den anderen beiden nicht mehr so ganz, was sehr schade ist. Gerade sprachlich empfand ich das Buch doch bisher als sehr gelungen und auch die Geschichte war interessant und neuartig.

Letztendlich lösen sich alle Geschichten wieder von innen nach außen auf und man gelangt zu Rebecca und Boris zurück. Zu diesem Zeitpunkt stellte sich dann auch wieder das besondere Lesevergüngen bei mir ein.

Im Endeffekt kann man sagen, dass die Grundidee des Romanes ziemlich gut ist, aber Jakob Hein sie leider mit den vier Geschichten etwas zu weit ausreizt. Viel lieber hätte ich noch 100 Seiten mehr über Rebecca und Boris gelesen.
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