Vor den Hymnen" ist ein Kriminalroman, der nachdenklich werden lässt. Bereits während der Lektüre fragt sich der Leser des Öfteren, ob es wirklich sein kann, dass Mitarbeiter der Polizei in kriminelle Handlungen verstrickt sind, Politiker diese Machenschaften decken und Verantwortliche von Versicherungen Verbrechen in Auftrag geben. Fragen, die im Leben wie im Buch ihre Antwort finden. Interessant dabei sind die Figuren am Rande: die Menschen, die ungläubig daneben stehen und hoffen, dass es nicht so ist. Die aber immer wieder nachfragen, ermitteln und sich zunehmend Klarheit verschaffen. Wie der im Buch agierende Kriminalhauptkommissar Viktor Land, der, für sich gesehen, bereits eine interessante Figur darstellt. Ehemals Alkoholiker und im Rheinland in seiner Karriere gescheitert, kommt er nach Berlin und beginnt noch einmal ganz von vorn.
Ohne Alkohol, dafür mit viel Elan und kriminalistischem Spürsinn gelingt ihm, was zunächst undenkbar zu sein scheint. Er schaut hinter eine Mauer des Schweigens, die allen Seiten gut zu Gesicht steht. Den Kaufhausketten, die ihre Produkte verkaufen wollen, den Versicherern, die lieber Geld einnehmen als ausschütten, und den Politikern, die nach außen hin immer sauber erscheinen wollen. Und so kommt allmählich ans Tageslicht, was lieber im Dunkeln geblieben wäre, und der Roman endet letztendlich in einem Showdown, der dramatisch in Szene gesetzt wurde.
Fazit:
Vor den Hymnen" ist ein Kriminalroman, der mitten in der Wirklichkeit agiert und mit erschreckender Nüchternheit zeigt, wie korrupt unsere Welt ist. Doch nicht nur das führt der Autor seinen Lesern vor, er präsentiert auch eine Stadt, die sehr vielfältig ist. Ob durch die in ihr lebenden Menschen oder auch den Orten und Schauplätzen, an denen er seine Handlungen spielen lässt. Ein Buch, in dem jeder Berlinfan bekannte Ecken findet und welches sich äußerst lesenswert präsentiert.