- Unbekannter Einband
- Verlag: Wien Zsolnay Verlag, (2003)
- Sprache: Deutsch
- ASIN: B003ED8D0E
- Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen Alle Rezensionen anzeigen (137 Kundenrezensionen)
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Produktinformation
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Zweitens bereitet Mankell offensichtlich einen Generationswechsel vom alternden, zu fetten, saufenden, ewig gestressten, Diabetes geplagten und mit allem hadernden Kurt zu seiner unsicheren, aufbrausenden und Selbstmord gefährdeten Tochter Linda hin. In diesem Buch hat Linda ihr Debüt als zukünftige Polizeiaspirantin. Sie sucht über lange Strecken ihre Freundin Anna und hat das unbestimmte Gefühl, dass diese in irgendeiner Form mit den Vorkommnissen in Ystad zu tun hat. Sie fädelt sich zunächst gegen den Wiederstand ihres Vaters, in die Ermittlungen ein. Nachdem Kurt Wallander einige Zusammenhänge besser erkennt lässt er sie an seiner Seite mitarbeiten.
Ehrlich gesagt, Kurt Wallander als Einzelkämpfer hat mir persönlich besser gefallen. Besonders die Passagen in denen Linda ihre Freundin Anna sucht, fallen eher zäh aus. Mankell deutet sehr versteckt eine Parallelbegabung zu ihrem Vater an. Aber bevor Anna mit ihrem Vater gleich ziehen kann, muss Henning Mankell sich noch viel einfallen lassen.
Der Plot insgesamt erscheint mir etwas konstruiert. Warum die Fanatiker in Kurt Wallanders Revier einfallen wollen, ist mir beim Lesen des Buches an keiner Stelle richtig klar geworden. Eine diffuse Abneigung gegen Abtreibungen ist mir zu wenig für einen derartigen Rundumschlag.
Insgesamt jedoch, ein echter Mankell. Seine präzisen Schilderungen psychischer Hintergründe und sozialer Verhältnisse sind unerreicht. Es lohnt sich also, das Buch zu kaufen und wenn auch nur, um zu erfahren, wie es weiter geht, auch nach dem Frost.
Der Roman ist spannend geschrieben, auch wenn er durchaus einige Längen aufweist. Aber in diesem Roman geht es auch um mehr als um den Krimi ansich. Es muss auch Linda Wallander, die hier noch als Polizeianwärterin auftritt, sowie Stefan Lindman (bekannt aus „Die Rückkehr des Tanzlehrers" eingeführt werden. Es ist, wie schon geschrieben, aus dieser Sicht ein Übergangsroman, der auch das Ziel hat, verschiedene Figuren aus verschiedenen Romanen zusammenzuführen, sonst hätte Mankell am Ende zwei Reihen gehabt, die er hätte schreiben müssen. Einmal rund um die Wallanders und einmal rund um Lindman (schließlich wollte man auch hier wissen, wie es weitergeht mit Stefan Lindman).
Interessant an diesem Roman ist auch die Beziehung zwischen Vater und Tochter, insbesondere die Konflikte und die Sorgen, die sich Kurt um seine Tochter macht, nun umso mehr, als Linda in Kurts Revier ebenfalls Polizistin wird.
Als Mankell-Fan gebe ich dem Buch fünf Sterne, weil ich das Buch, auch insbesondere wegen Mankells Schreibstill wirklich klasse finde, dennoch gebe ich einigen Recht, die Schreiben, dass Mankell sich wieder etwas steigern sollte. Es ist nicht unbedingt Mankells bester Roman, wie ich finde. Mankell sollte nicht zum Schnellschreiber mutieren, wie es beispielsweise Donna Leon ist. Ihre Brunetti-Romane sind sicher nicht schlecht, aber werden immer weniger anspruchsvoll und sind zum Ende hin sogar richtig schlecht geworden. Ich wünsche mir, dass das Mankell nicht passieren wird.
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