Der neue Mankell hat wie immer in seinen Krimis ein tieferes Thema. Diesmal ist es religiöser Fanatismus, der bis hin zum 11. September 2001 (nicht Thema des Romans), als Schlussabsatz, reicht. In Ansätzen gelingt es Mankell, die Enstehung, das Denken und die Wirkung religiös fanatischer Gruppierungen aufzuzeigen und daraus einen spannenden Krimi rund um Kurt und Linda Wallander, sowie Stefan Lindman zu stricken.
Der Roman ist spannend geschrieben, auch wenn er durchaus einige Längen aufweist. Aber in diesem Roman geht es auch um mehr als um den Krimi ansich. Es muss auch Linda Wallander, die hier noch als Polizeianwärterin auftritt, sowie Stefan Lindman (bekannt aus „Die Rückkehr des Tanzlehrers" eingeführt werden. Es ist, wie schon geschrieben, aus dieser Sicht ein Übergangsroman, der auch das Ziel hat, verschiedene Figuren aus verschiedenen Romanen zusammenzuführen, sonst hätte Mankell am Ende zwei Reihen gehabt, die er hätte schreiben müssen. Einmal rund um die Wallanders und einmal rund um Lindman (schließlich wollte man auch hier wissen, wie es weitergeht mit Stefan Lindman).
Interessant an diesem Roman ist auch die Beziehung zwischen Vater und Tochter, insbesondere die Konflikte und die Sorgen, die sich Kurt um seine Tochter macht, nun umso mehr, als Linda in Kurts Revier ebenfalls Polizistin wird.
Als Mankell-Fan gebe ich dem Buch fünf Sterne, weil ich das Buch, auch insbesondere wegen Mankells Schreibstill wirklich klasse finde, dennoch gebe ich einigen Recht, die Schreiben, dass Mankell sich wieder etwas steigern sollte. Es ist nicht unbedingt Mankells bester Roman, wie ich finde. Mankell sollte nicht zum Schnellschreiber mutieren, wie es beispielsweise Donna Leon ist. Ihre Brunetti-Romane sind sicher nicht schlecht, aber werden immer weniger anspruchsvoll und sind zum Ende hin sogar richtig schlecht geworden. Ich wünsche mir, dass das Mankell nicht passieren wird.